https://www.faz.net/-gtl-11ey6

3:0 gegen Standard Lüttich : Überzeugende Stuttgarter weiter international

  • -Aktualisiert am

Zeit zum Abheben: Torschütze Hilbert Bild: dpa

Der VfB Stuttgart qualifiziert sich mit einer souveränen Leistung für die Runde der letzten 32 im Uefa-Pokal. Beim 3:0-Sieg gegen den belgischen Klub Standard Lüttich treffen Sami Khedira, Roberto Hilbert und Ciprian Marica für die Schwaben.

          Der VfB Stuttgart hat sich und seinen Anhängern ein ansehnliches Weihnachtsgeschenk gemacht. Durch den eindeutigen 3:0-Erfolg über Standard Lüttich am Donnerstagabend in der Mercedes-Benz Arena qualifizierte sich der schwäbische Fußball-Bundesligaklub als Zweiter der Gruppe C für die kommende K.o.-Runde im Uefa-Pokalwettbewerb.

          Am 18. oder 19. Februar treffen die Stuttgarter zunächst auswärts auf einen der acht in den Uefa-Pokal abgestiegenen Gruppendritten aus der Champions League, ehe eine Woche später das Rückspiel stattfindet. Ausgelost werden die kommenden K.o.-Spiele in der Königsklasse wie im Uefa-Cup an diesem Freitag in Nyon.

          Babbel bis Sommer Trainer

          Khedira (5. Minute), Hilbert (49.) und Marica (72.) schossen vor 28.000 Zuschauern die Treffer für die insgesamt wesentlich bessere und allein siegeshungrige Mannschaft. Dass der belgische Meister schon vor der Partie seine Teilnahme an der Fortsetzung des Wettbewerbs gesichert hatte, verhinderte womöglich eine rassigere Partie an diesem kalten Abend. Khedira, so etwas wie der Spieler der Woche beim VfB, und Hilbert waren die besten Stuttgarter in einer insgesamt umtriebigen und vor allem nach dem Wechsel spielfreudigen Mannschaft.

          Stuttgart bejubelt Khedira

          Dabei war Stuttgart gewarnt, denn Standard mit seiner jungen, sehr talentierten Mannschaft hatte die drei ersten Gruppenbegegnungen gewonnen und dabei nicht ein einziges Gegentor einstecken müssen. „Für mich“, sagte Markus Babbel vorher, „ist Standard dasselbe Kaliber wie Bayern München. Wir müssen höllisch aufpassen. Das wird eine ganz schwere Kiste.“

          Für ihn selbst war schon das Vorspiel erfolgreich verlaufen. Der Stuttgarter Teamchef ohne die geforderte Trainerlizenz darf mit der Genehmigung der Deutschen Fußball Liga bis zum Saisonende Chefcoach des VfB bleiben, ehe er im Sommer zum elfmonatigen Trainerlehrgang antreten muss. Wer dann den VfB als verantwortlicher Fußballlehrer anführt und ob daneben noch ein passender Platz für Babbel freibleibt, wird sich zeigen. Am späten Donnerstagabend jedenfalls stattete der Verein seine Trainer-Entdeckung nach der Trennung von Meistertrainer Armin Veh offiziell mit einem Halbjahresvertrag aus.

          Khedira sorgt wieder für Jubel

          Babbel, in den ersten vier Partien seiner jungen Cheftrainerlaufbahn unbesiegt, durfte sich schon nach fünf Minuten freuen. Wieder hatte Sami Khedira, schon am Samstag beim 2:2 gegen die Bayern zweimal erfolgreich, zugeschlagen. Einen zauberhaften Pass von Hilbert veredelte der kommende Nationalspieler kurzentschlossen mit einem halbhohen Diagonalschuss zur Stuttgarter Führung. Damit hatte Standard schon den ersten Nimbus eingebüßt: den der Makellosigkeit bei den Gegentreffern.

          Nach dem 1:0 beherrschte der Bundesliga-Zehnte die erste Hälfte, ohne dabei sonderlich zu glänzen. Eine konzentrierte und defensivstarke Leistung reichte fürs erste gegen die belgische Kontermannschaft, die in der Abwehr überraschende Schwächen, vor allem nach hohen Bällen, offenbarte. Lanig hätte das 2:0 nach Hitzlspergers Eckball schießen können (26.), doch Verteidiger Mulemo rettete auf der Torlinie.

          Es konnte an diesem Abend nur einen Sieger geben

          Roberto Hilbert, zu Beginn des Spiels noch Khediras Schützenassistent, war auch in Hälfte zwei sogleich wieder hellwach und auf dem Posten. Diesmal aber schoss der Franke selbst und traf aus halbrechter Position zum 2:0 ins linke Eck (49.). Es war die vorweggenommene Entscheidung in einer doch recht einseitigen Auseinandersetzung. Standard zeigte kein gehobenes Interesse an einem Tageserfolg in Stuttgart, die vorzeitige Qualifikation für die Runde der letzten 32 hatte ihre sedierende Wirkung hinterlassen.

          So glänzte eben nur der VfB sporadisch - und da vor allem der zuletzt überragende Khedira, der die Belgier mit einem Lattenschuss ebenso erschreckte (52.) wie Gomez drei Minuten darauf mit einem Pfostentreffer. Gleich danach hätte der dänische Schiedsrichter Rasmussen nach Onyewus Foul an Lanig eigentlich auf Strafstoß entscheiden müssen. Er tat es nicht, und so waren die Belgier zumindest nicht vor der Zeit völlig entmutigt.

          So konnte zu dem nach der Pause gehobenen Unterhaltungswert dieser europäischen Begegnung auf Uefa-Cup-Niveau auch VfB-Torwart Lehmann beitragen, der das Duell mit dem auf ihn zustürmenden De Camargo (57.) eindeutig gewann. Für Lüttich war in Stuttgart nichts zu holen. Spätestens mit dem 3:0 durch Maricas Linksschuss von der Strafraumgrenze waren die allerletzten Unklarheiten über den Ausgang des Spiels beseitigt. Es konnte an diesem Abend nur einen Sieger geben, und der kam aus Stuttgart.

          Weitere Themen

          Der FC Bayern verzweifelt an sich selbst

          Nur 1:1 in Leipzig : Der FC Bayern verzweifelt an sich selbst

          Gegen den RB Leipzig trifft der deutsche Rekordmeister früh. Dann aber gelingt den Münchenern trotz guter Gelegenheiten kein Tor mehr. Am Ende ist die Unzufriedenheit groß – auch weil es beinahe noch eine Niederlage geworden wäre.

          Topmeldungen

          Der Niederländer Ben van Beurden, Jahrgang 1958, ist seit 2014 Vorstandsvorsitzender des Ölkonzerns Shell.

          Konzernchef im Gespräch : „Shell muss sich ändern“

          Ben van Beurden, der Chef von Europas größtem Ölkonzern, spricht im Interview über den Umstieg auf erneuerbare Energien, Heuchelei an der Börse und den brennenden Regenwald.
          Der britische Premierminister Boris Johnson vergleicht sich selbst mit dem „unglaublichen Hulk“, der sich aus seinen Fesseln befreit.

          Brexit um jeden Preis : Der wütende Hulk

          Großbritannien werde sich aus seinen „Fesseln“ befreien wie die ultra-starke Comicfigur, wenn es bis 31. Oktober keinen Brexit-Deal gebe, erklärt Johnson. Auch gegen die Anordnung des Parlaments. Vor neuen Gesprächen mit der EU zeigt er sich dennoch „sehr zuversichtlich.“

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.