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3:0 gegen Mainz : Frankfurt siegt souverän im Pokal-Derby

Großer Jubel nach einem verdienten Sieg: die Spieler der Eintracht. Bild: EPA

Im Viertelfinale des DFB-Pokals hat die Eintracht mit den Mainzern keine Probleme, die sich durch gravierende Fehler selbst schaden. Frankfurt folgt damit den Bayern und Leverkusen ins Halbfinale.

          4 Min.

          Das Traumziel Berlin rückt näher. Jetzt ist die Frankfurter Eintracht nur noch ein Spiel davon entfernt, um binnen eines Jahres zum zweiten Mal in das DFB-Pokalfinale einzuziehen. Auf der vorletzten Etappe hatte die Mannschaft von Trainer Niko Kovac unerwartet leichtes Spiel. Im Viertelfinale des auch wirtschaftlich lukrativen K.o.-Wettbewerbs besiegten die Hessen den erstklassigen Rhein-Main-Nachbarn Mainz 05 leicht und locker 3:0.

          DFB-Pokal
          Daniel Meuren
          (dme.), Rhein-Main-Zeitung
          Ralf Weitbrecht
          (raw.), Sport

          Während das erste Tor mit Ante Rebic noch ein Frankfurter Spieler erzielte (17.), war beim zweiten Treffer der Mainzer Alexander Hack derjenige, der einen Schuss von Sebastien Haller entscheidend abfälschte und mit der Fußspitze ins eigene Tor lenkte (53.). Mit einem Lupfer über Adler hinweg erhöhte Omar Mascarell mit seinem ersten Tor überhaupt für die Eintracht noch auf 3:0 (62.). Zudem sah Danny Latza in der 82. Minute nach einem Frustfoul noch die Rote Karte. „Das war ein hochverdienter Sieg“, sagte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner. „Mainz war nicht auf Augenhöhe.“

          Das gestanden die im Vorgriff auf die kommenden Fastnachtstage mit vierfarbbunt verkleidetem Anhang angereisten Mainzer unumwunden ein. „Wir haben uns selbst geschlagen, weil wir keine Verteidigungshaltung entwickelt haben, die so einem Spiel angemessen ist. Wir haben die Gegentore selbst erzielt“, sagte Trainer Sandro Schwarz. Er versammelte seine enttäuschende Mannschaft nach dem Spiel in der Kabine für eine Standpauke. „So geht es gar nicht“, hörte man noch seine ersten lauten Worte in den Katakomben, ehe die Kabinentüren verschlossen waren. „Wir müssen natürlich auch Aufbauarbeit leisten, aber nur mit 'In-den-Arm-Nehmen' geht es auch nicht. Wir werden den Druck erhöhen.“

          Für sein Frankfurter Pendant Kovac wird derweil der Traum von Berlin nun „konkreter. Vorher waren es Silhouetten“, so der Eintracht-Trainer vor dem Viertelfinalduell. „Jetzt sieht man es ein bisschen genauer.“ Kovac freute sich, dass seine Mannschaft nach dem Tiefschlag von Augsburg im Pokal gegen Mainz „eine Reaktion gezeigt hat. Das war gut, darauf kann man aufbauen.“ Nach dem ungefährdeten und auch in der Höhe verdienten 3:0 gegen die am Mittwochabend überforderten Mainzer lässt sich festhalten: Am Horizont sind schon die Umrisse des Olympiastadions erkennbar. Ein Spiel noch – und die Eintracht wäre tatsächlich wieder in Berlin dabei.

          Mit wem sie es Mitte April im Halbfinale zu tun bekommt, wird am Sonntag in der Auslosung in der ARD-Sportschau geklärt. Neben einer sportlich herausfordernden Aufgabe gibt es eine finanzielle Komponente: Für das Erreichen der Runde der letzten vier erhält die Eintracht 2,55 Millionen Euro.

          Frankfurt ohne Probleme

          Einmal kräftig durchmischen. Kovac hatte es angekündigt, und so brachte er sein Team gehörig ins Rotieren. Gegenüber der 0:3-Pleite am Sonntag in der Bundesliga beim FC Augsburg durften sich im lukrativen Zusatzgeschäft DFB-Pokal von Beginn an Danny da Costa, Jetro Willems, Marco Russ und Ante Rebic beweisen. Simon Falette, Timothy Chandler und Luka Jovac mussten auf der Bank Platz nehmen, Stammspieler Mijat Gacinovic gehörte überhaupt nicht zum Kader. Wem Kovac auch vertraute: Er wurde nicht enttäuscht.

          Resignation bei den Mainzern nach den Frankfurter Toren. Bilderstrecke
          Resignation bei den Mainzern nach den Frankfurter Toren. :

          Anders als noch in Augsburg zeigte die Eintracht gegen Mainz vor 48.200 Zuschauern ihr gewohntes Gesicht. Sie war präsenter und agiler als ihr Gegner, der eine erschreckend schwache Leistung zeigte. Der Lohn, dass die Eintracht mit bekannten kämpferischen und auch spielerischen Tugenden sofort das Kommando übernahm: Sie ging in der 17. Minute in Führung. Glücklich zwar, doch hochverdient, und es spricht für die Entschlossenheit der Kovac-Truppe, dass sie den Schnitzer des Mainzer Torhüters Adler schonungslos ausnutze. Von Bell unnötig in Bedrängnis gebracht, erkannte Marius Wolf die Notlage, erkämpfte sich den Ball, passte zu Rebic – und konnte gemeinsam mit dem Kroaten, der den Ball bloß noch in das leere Tor zu schieben brauchte, das 1:0 bejubeln.

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