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2:3 gegen Galatasaray : Aus der Schalker Traum

  • -Aktualisiert am

Schalke und Michel Bastos stehen nochmal auf, aber scheiden doch aus Bild: AFP

In einem dramatischen Spiel scheidet Schalke aus der Champions League aus. Nach dem 1:1 im Hinspiel gewinnt Galatasaray mit 3:2 in Gelsenkirchen. Für Istanbul trifft auch der frühere Schalker Altintop.

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          Drei Tage nach dem vielbeachteten Derbysieg über den deutschen Meister Borussia Dortmund ist die Partylaune auf Schalke schon wieder verflogen. Das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League rief zwar großen Jubel hervor, aber nur bei den 10.000 türkischen Fußballfans, die Galatasaray Istanbul in der Gelsenkirchener Arena mit Hingabe anfeuerten.

          Nach den Toren von Roman Neustädter (17. Minute) und Michel Bastos (63.) sowie Hamit Altintop (37.) und Burak Yilmaz (42.) blieb es bis kurz vor Schluss spannend: Schalke fehlte noch ein Tor, um weiterzukommen. Doch der Sturmlauf in der zweiten Hälfte war letztlich nicht von Erfolg gekrönt. Stattdessen traf Umut Bulut in der fünften Minute der Verlängerung noch zum 2:3-Endstand.

          Vor der Partie hatten die Schalker sich mit dem Derbysieg bestens eingestimmt. Allerdings hatte dieser Erfolg auch einen bitteren Beigeschmack. Stürmerstar Klaas-Jan Huntelaar erlitt eine Innenbandverletzung im linken Knie, die ihn für eine Weile außer Gefecht setzt. Also stand Trainer Jens Keller vor der schwierigen Aufgabe, neben dem gesperrten Mittelfeldarbeiter Jermaine Jones einen weiteren Leistungsträger zu ersetzen.

          Beim Engpass im Angriff kam erschwerend hinzu, dass auch Ciprian Marica, die Nummer zwei im vereinsinternen Stürmer-Ranking, verletzt ist. So bekam Teemu Pukki, bisher überwiegend als Teilzeitkraft eingesetzt, die Chance, sich als Sturmspitze zu profilieren.

          Hamit Altintop trifft aus der Distanz und ärgert Schalke Bilderstrecke

          Ohne die Ausfälle zu bejammern, versprach Keller den Fans, seine Elf werde „nicht abwartend spielen und nicht den Fehler machen, sich hinten reinzustellen“. Dennoch ließen die Schalker den Gegner zunächst kommen; die Türken brauchten ja unbedingt ein Tor, um ihre Chance zu wahren. Und sie hatten früh die Gelegenheit dazu. Doch Selcuk Inan scheiterte am aufmerksamen Torhüter Timo Hildebrand.

          Nachdem sie den ersten Ansturm des türkischen Meisters überstanden hatten, wussten die Gelsenkirchener ihren ersten Vorstoß erfolgreich abzuschließen. Der aufgerückte Verteidiger Joel Matip kam am Fünfmeterraum knapp vor Torhüter Fernando Musiera an den Ball und lenkte ihn in Richtung Neustädter, der zum Führungstreffer vollendete.

          Altintops Schuss schlägt unhaltbar ein

          Einen besseren Start hätte Schalke sich nicht wünschen können. Doch die Westfalen wussten nicht so recht, wie sie ihr Startkapital nicht gewinnbringend anlegen sollten. Auf der anderen Seite ließen sich die Türken von dem frühen Rückstand nicht entmutigen, sondern zeigten sich weiter kämpferisch und laufstark, während die Schalker bei ihren Gegenstößen nicht entschlossen genug wirkten.

          So war es nicht verwunderlich, dass Galatasaray zum Ausgleich kam. Hamit Altintop, dessen Stern als Profi einst „auf Schalke aufgegangen war, versetzte die Istanbuler Anhänger in der Arena in einen ersten Freudentaumel. Der abgefälschte Schuss des gebürtigen Gelsenkircheners aus dreißig Metern Entfernung schlug unhaltbar für Hildebrand ein, und alles war wieder offen. Gegen Ende der ersten Hälfte kam es noch schlimmer für Schalke.

          „Probleme haben wir in Istanbul gelassen“

          Das zweite Gegentor stand symbolisch für die Nervosität der Profis in Königsblau. Eine Fehlerkette versetzte Burak Yilmaz, der schon im Hinspiel getroffen hatte, in die Lage, sich und seine Leute in Führung zu bringen. Das Schalker Ungemach hatte mit einem Fehlpass Neustädters begonnen, setzte sich mit einem Kopfballduell fort, das Höwedes gegen Yilmaz verlor und endete damit, dass Hildebrand zu spät aus seinem Tor eilte, um den Angreifer daran zu hindern, sein achtes Tor in der aktuellen Champions-League-Saison zu schießen.

          Es schien, als könnte Fatih Terim Recht behalten. Trotz der jüngsten Heimniederlage gegen Genclerbirgli Ankara hatte sich der Galatasaray-Trainer vor dem Anpfiff zuversichtlich gezeigt und behauptet: „Unsere Probleme haben wir in Istanbul gelassen.“ Schalke sah sich lange Zeit nicht imstande, den Türken neue Probleme aufzuhalsen.

          All die Schalker Mühe ist vergebens

          Im zweiten Durchgang verlagerte sich das Geschehen dann doch immer mehr in Richtung Galatasaray-Tor: Draxlers Schuss nach einer veritablen Einzelleistung und ein Lattentreffer von Höger brachten zum Ausdruck, dass Schalke nun mit voller Kraft um sein europäisches Bleiberecht kämpfte.

          Bastos, der von einem präzisen Querpass Uchidas profitierte, machte den Westfalen mit dem Ausgleichstreffer wieder Hoffnung. Dem Bundesliga-Vierten blieb noch eine knapp halbe Stunde, um das entscheidende Tor zu erzielen. Doch all ihre Mühe war vergebens. Und dann schlug auch noch Bulut kurz vor Ultimo zu ihren Ungunsten zu.

          FC Schalke 04 - Galatasaray Istanbul 2:3 (1:2)

          FC Schalke 04: Hildebrand - Uchida, Höwedes, Matip, Kolasinac - Höger (85. Meyer), Neustädter (46. Fuchs) - Farfán, Draxler, Bastos - Pukki (85. Obasi)
          Galatasaray Istanbul: Muslera - Semih (79. Gökhan Zan), Eboué, Nounkeu, Riera - Felipe Melo - Altintop, Sneijder (70. Amrabat), Selcuk Inan - Drogba, Burak Yilmaz (86. Umut Bulut)
          Schiedsrichter: Eriksson (Schweden)
          Zuschauer: 54.142 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Neustädter (17.), 1:1 Altintop (37.), 1:2 Burak Yilmaz (42.), 2:2 Bastos (63.), 2:3 Umut Bulut (90.+6)
          Gelbe Karten: Höger, Kolasinac / Drogba

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