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2:1 in WM-Qualifikation : Flick wechselt den Sieg ein

Er stand mal wieder richtig: Thomas Müller und seine Mannschaftskollegen feiern den Siegtreffer. Bild: EPA

Das große Spektakel blieb aus, aber die Siegesserie unter Hansi Flick hat weiter Bestand. Joker Thomas Müller sorgt für den vierten Sieg im vierten Spiel unter dem neuen Bundestrainer. Die WM-Qualifikation ist zum Greifen nah.

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          Der neue Bundestrainer Hansi Flick hat in seinem vierten Länderspiel den ersten kleinen Rückschlag auf den letzten Drücker vermeiden können. Im WM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien gelang der deutschen Nationalmannschaft ein 2:1-Sieg durch einen Treffer des kurz zuvor eingewechselten Thomas Müller (81. Minute). Ianis Hagi hatte die Rumänen in Führung gebracht (9.). Serge Gnabry war in der zweiten Halbzeit der 1:1-Ausgleich gelungen (52.).

          Fußball-Länderspiele
          Michael Horeni
          Fußballkorrespondent Europa in Berlin.

          Der Sieg der deutschen Mannschaft, die mit viel Ballbesitz die Partie dominierte, aber gegen konterstarke Rumänen nicht kontrollierte, war vor allem wegen ihres Engagements verdient. Mit dem Erfolg verteidigte die deutsche Mannschaft die Tabellenführung in der Qualifikationsgruppe J. Vor der Begegnung an diesem Montag in Nordmazedonien beträgt ihr Vorsprung komfortable sechs Punkte auf dem Weg zur Endrunde der Weltmeisterschaft 2022; mit einem weiteren Sieg sind die Deutschen für die Titelkämpfe in Qatar qualifiziert.

          Werners Elfmeter wird zurückgenommen

          Es schien in Hamburg so weiterzugehen wie in den ersten drei Länderspielen unter dem neuen Bundestrainer, die sein Team gegen Liechtenstein, Armenien und Island allesamt und mit einer Tordifferenz von 12:0 gewonnen hatte. Timo Werner lief nach fünf Minuten einem Steilpass in den Strafraum hinterher und kam dabei im Duell mit Burca zu Fall. Der Schiedsrichter entschied ohne zu zögern auf Elfmeter. Kimmich legte sich den Ball zurecht und wartete auf die Freigabe.

          Er wartete und wartete, doch sie kam nicht. Schließlich überprüfte der Schiedsrichter die Szene am Bildschirm und nahm seine Entscheidung zurück, völlig zu Recht. Statt in Führung zu gehen, geriet die deutsche Mannschaft nahezu im Gegenzug in Rückstand. Hagi ließ sich bei seinem Dribbling auch von drei deutschen Gegnern nicht stoppen, spielte seinem letzten Widersacher Antonio Rüdiger den Ball sogar zwischen den Beinen durch – und setzte ihn dann mit der Pike unerreichbar für Marc-André ter Stegen ins Netz. Der Torwart des FC Barcelona, sportlichen Kummer derzeit gewohnt, hatte Manuel Neuer ersetzt, der wegen einer Muskelverletzung pausieren musste.

          Dem Rückstand waren schon zwei rumänische Angriffsversuche vorausgegangen, auf die Flicks Defensive nicht sonderlich gut vorbereitet wirkte. Aber auch die anderen Pläne des Bundestrainers für diesen Abend gerieten nun ins Stocken. „Wir wollen versuchen, den Gegner unter Druck zu setzen. Es ist wichtig, dass wir eine tolle Leistung zeigen und die Fans begeistern“, hatte Flick gefordert. Aber bis zur Pause war da nicht viel. Die Deutschen spielten bemüht, doch torgefährliche Situationen blieben trotz stetig steigenden Drucks gegen einen tief stehenden Gegner ziemlich rar. Bei über 80 Prozent Ballbesitz kamen Marco Reus (35.), der den Vorzug vor Müller erhalten hatte, und Leroy Sané (44.) mit ihren Schüssen einem Treffer noch am nächsten.

          Doch trotz des 0:1-Rückstands nach einer stark verbesserungswürdigen ersten Halbzeit gaben die Zuschauer der deutschen Mannschaft und dem neuen Bundestrainer trotzdem bereitwillig Kredit. Von Pfiffen und wachsender Unzufriedenheit, die in solchen Situationen bei deutschen Spielen in den vergangenen Jahren eingesetzt hatten, war zur Pause nichts zu spüren.

          Gnabry trifft aus der Distanz, Müller staubt ab

          In der zweiten Halbzeit waren die Rumänen mit ihrem ersten Konter (48.) gefährlicher als die Deutschen bis dahin im gesamten Spiel, aber auch der Außenseiter spielte seine Chance nicht konsequent zu Ende. Das 1:1 passte wiederum zum immer wieder fehlerhaften deutschen Spiel an diesem Abend: keine Kombination, sondern ein Schuss aus rund 16 Metern, der dank Gnabrys feiner Technik seinen Weg an zahlreichen Abwehrspieler vorbei in die linke untere Torecke fand, brachte den Ausgleich. Auch wenn nicht alles rund lief im deutschen Spiel: Der Treffer war verdienter Lohn für den großen Aufwand, den das Team betrieb. Kurz darauf lag die Führung in der Luft, als Reus in zentraler Position den Ball nach einer halbhohen Hereingabe direkt nahm (58.).

          Am Spielverlauf änderte sich tendenziell nicht viel. Die Deutschen kontrollierten weiterhin die Partie, aber Elan und Torgefahr nahmen allmählich ab. In den letzten gut 25 Minuten brachte der Bundestrainer Müller für Werner und Havertz für Reus. Die Wechsel sollten sich bald lohnen: Müller feierte sein Comeback als Torjäger in der Nationalelf. Nach einem von Leon Goretzka verlängerten Eckball stand Müller da, wo ein Torjäger stehen muss, und drückte den Ball zum 2:1 ins Tor. Es war sein erster Treffer in einem Pflichtspiel für das DFB-Team seit über vier Jahren.

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