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2:1 gegen Sevilla : Schlaudraff lässt Hannover träumen

  • -Aktualisiert am

Mann des Abends: Jan Schlaudraff Bild: dapd

Der überragende Schlaudraff schießt beide Tore zu Hannovers Sieg gegen den FC Sevilla. Nur ein Patzer von Cherundolo, der zum Gegentor führt, trübt die Stimmung beim ersten Europapokal-Spiel der 96er nach 19 Jahren Abstinenz.

          Sollte Jan Schlaudraff in einer Woche in ähnlicher Form spielen, hat Hannover 96 alle Chancen, die Gruppenphase der Europa League zu erreichen. Beim 2:1 der „Roten“ im Play-Off-Hinspiel gegen den FC Sevilla schoss der Stürmer am Donnerstagabend beide Tore (6. und 45. Minute). Dass es aus dem erwünschten „zu-null“ nichts wurde, lag an einem Fehler Steven Cherundolos: nach seinem Fehlpaß kam Sevilla durch Kanouté zum zwischenzeitlichen 1:1 (37.).

          Ein gutes Spiel hat Hannover 96 schon einmal gezeigt. Dass sich Hannover vor Sevilla nicht verstecken muss, hatte Trainer Mirko Slomka schon vor dem Spiel gesagt. Die Partie gab ihm Recht. Der Sieg gegen den Vorjahres-Fünften der Primera Division dürfte auf jeden Fall Selbstvertrauen für das Rückspiel am kommenden Donnerstag geben und nährt die Hoffnung, dass Hannover im zweiten europäischen Wettbewerb bleibt. Sevilla merkte man nur zu Beginn an, dass die Mannschaft noch ohne Pflichtspiel ist. Danach spielten die Spanier konzentriert, um ein ähnlich schmerzliches Ausscheiden gegen eine vermeintlich schwächere Mannschaft wie 2010 zu verhindern - da waren die Spanier in der Champions-League-Qualifiaktion an SC Braga gescheitert.

          Fehler auf diesem Niveau werden meist sofort bestraft

          In Hannover war alles angerichtet für ein Fußballfest: 43.500 Zuschauer in der ausverkauften Arena, die von Beginn an für eine Stimmung sorgten, die mehr an ein europäisches Endspiel als an eine erste Play-off-Partie erinnerte. Das Stadion vibrierte, als Hannover mutig und aggressiv begann und schon in der 6. Minute 1:0 in Führung ging: einen langen Ball Pintos erlief Abdellaoue und passte auf Jan Schlaudraff. Der schoss den Ball mit dem Außenrist ins Tor. Die Gäste aus Sevilla verloren daraufhin für einige Zeit völlig ihr Konzept und mussten bei Rauschs Schuss in der 9. Minute auf das Können ihres Torwarts Palop vertrauen. Hannover berauschte sich am eigenen Spiel. Erst nach 20 Minuten fanden die Spanier in die Partie. Sie hatten öfter den Ball, weil Hannover sich zurückfallen ließ, um auf Konterangriffe zu lauern. Das liegt Slomkas Mannschaft ohnehin. Sevilla schoss in der 28. Minute zum ersten Mal aufs Tor der „Roten“, Kanouté versuchte sich. Vier Minuten später wurde es zum ersten Mal richtig gefährlich, als Negredos Schuss an den Pfosten flog. Doch Hannover 96 ließ sich nicht einschüchtern: nach Stindls Sturmlauf über rechts scheiterte Abdellaoue an Palop, eine Minute später hielt Palop auch Rauschs Schuss (34. und 35.).

          Die schmerzliche Erfahrung, dass Fehler auf diesem Niveau meist sofort bestraft werden, machte 96-Kapitän Steven Cherundolo in der 37. Minute - unbedrängt passte er den Ball 25 Meter vor dem eigenen Tor Sevilla in die Füße, wenig später hatte Kanouté den Querpass Negredos ins Tor geschoben: das 1:1 ließ Sevillas Bank aufspringen. Doch kurz vor der Pause war es wieder der starke Schlaudraff, der Hannover jubeln ließ. Nach einem Doppelpass mit Schmiedebach traf er mit links volley zum 2:1 ins lange Eck (45.). Nach der Pause machte Sevilla das Spiel und wirkte am Ende sogar frischer als Hannover, das sich am Ende über den Sieg nach 19 Jahren Europapokal-Abstinenz freute.

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