https://www.faz.net/-gtl-16tfd

2:1 gegen Serbien : Keine Gewinner bei Australiens Sieg

  • Aktualisiert am

Abgang mit Känguruh, Fahne und Perücke: Für Cahill (v.) und Kollegen ist die WM beendet Bild: AFP

Australien verabschiedet sich mit einem Sieg aus der WM - und verdirbt den Serben die Freude über den Sieg gegen Deutschland. Beim 2:1 treffen Cahill und Holman für die Australier, der frühere Berliner Pantelic für Serbien.

          2 Min.

          Die WM in Südafrika ist für australien und Serbien vorbei. Zwar gewannen die Australier nach einer Leistungssteigerung gegen die erneut sehr enttäuschenden Serben mit 2:1 (0:0) - doch das reichte ihnen nicht zum zweiten Achtelfinal-Einzug nach 2006. Serbien ist bei der elften Teilnahme zum vierten Mal in Runde eins gescheitert, der Sieg gegen Deutschland war doch zu wenig.

          Vor 37.836 Zuschauern im Mbombela-Stadion von Nelspruit waren die Serben lange die bissigere Mannschaft, das Team mit der etwas reiferen Spielanlage. Australien mühte sich erst richtig, als es fast schon zu spät war und kam durch den nach einer Rot-Sperre erst zurückgekehrten Tim Cahill verdient zum 1:0. Der erst kurz zuvor eingewechselte Brett Holman erhöhte sogar noch (73.). Der Anschlusstreffer von Marko Pantelic (84.) kam zu spät. In der Nachspielzeit vergab Pantelic noch die Chance zum 2:2.

          Australien hatte nur eine Chance: Ein Sieg gegen Serbien musste her - sonst wäre der zweite Vorrunden-K.o. bei der dritten Teilnahme nicht zu verhindern gewesen. Trainer Pim Verbeek schien seine Truppe allerdings auf diese Ausgangslage nicht allzu gut vorbereitet zu haben. Zwar prangte in der Kabine der Spruch: „Zusammen sind wir, was wir alleine nicht sein können.“ Doch jeder Socceroo spielte viel zu lange nur für sich. Serbien dagegen setzte das australische Motto in die Tat um und machte zunächst das Spiel. Kreativer, schneller, besser: Die Weißen Adler hatten mehr zu bieten.

          Enttäuschung, gleichmäßig verteilt: Cahill (o.) und Obradovic
          Enttäuschung, gleichmäßig verteilt: Cahill (o.) und Obradovic : Bild: AFP

          Kuzmanovic treibt das serbische Spiel an

          Das lag auch daran, dass VfB-Profi Zdravko Kuzmanovic aus dem Mittelfeld immer wieder nach vorne ging. Kuzmanovic war der einzige der fünf Bundesliga-Profis der Serben in der Startelf. Der Ex-Berliner Pantelic saß wie der gegen Deutschland (1:0) noch überzeugende Dortmunder Neven Subotic nur auf der Bank. Die Socceroos vermissten deutlich den gesperrten Stürmer Harry Kewell. Rückkehrer Cahill, der gegen Ghana (1:1) noch gefehlt hatte, setzte erst spät Akzente.

          Anders die Serben: Nach sechs Minuten musste Aussie-Keeper Mark Schwarzer erstmals eingreifen, als Milos Krasic aus spitzem Winkel abzog. Kurz darauf lief Krasic nach feinem Steilpass von Angreifer Nikola Zigic alleine auf Schwarzer zu - doch er geriet außer Tritt und verfehlte das leere Tor (12.). Bei einem Schuss von Branislav Ivanovic aus fünf Metern war Schwarzer ebenfalls zur Stelle (23.). 2,02-m-Mann Zigic köpfte aus neun Metern vorbei (34.).

          Serbien wacht zu spät auf

          Australien indes spielte kompliziert und hatte zu viel Respekt. Ein Kopfball des aus seiner Lethargie erwachten Cahill am Tor vorbei (32.) war die einzige Möglichkeit des Achtelfinalisten von 2006 in der ersten Hälfte. Der frühere Bundesliga-Profi Joshua Kennedy, der erstmals begann, machte gegen die serbische Abwehr keinen Stich. Nach dem Seitenwechsel mühte sich Australien intensiver, die Serben bauten ihrerseits spielerisch ab. Die Socceroos spielten ihre Angriffe aber selten aus und versuchten es lieber aus der Distanz. Verzweiflungsschüsse von Cahill und Jason Culina (51./56.) sowie ein Freistoß von Mark Bresciano (59.) verfehlten ihr Ziel.

          Serbien hatte durch Zigic eine weitere gute Möglichkeit, als Zigic sich gegen Aussie-Kapitän Lucas Neill durchsetzte, den Ball aber übers Tor drosch (53.). Weil Trainer Radomir Antic das viel zu wenig war und Deutschland im Parallel-Spiel durch Mesut Özil das 1: 0 gegen Ghana geschossen hatte, brachte er mit dem Noch-Kölner Zoran Tosic für Krasic eine neue Offensivkraft. Auch Pantelic kam noch (für Zigic) - doch dann schlugen die Australier zu: Cahill setzte sich im Luftduell gegen den um fünf Zentimeter größeren Vidic durch und traf per Kopf. Holman, sieben Minuten zuvor für Carl Valeri gekommen, schoss aus gut 20 Metern ein. Serbien wachte erst wieder auf, als es für sie vorbei war.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Australien taucht ab – aber nicht mehr mit U-Booten aus Frankreich.

          Sicherheitspakt im Pazifik : Ein Deal entzweit den Westen

          Australien, die USA und Großbritannien haben einen Sicherheitspakt geschlossen, der Canberra Zugang zu Atom-U-Booten ermöglicht. Frankreich fühlt sich durch die Vereinbarung betrogen und reagiert enttäuscht.
          Authentizität, Professionalität und Perfektion: Frauen haben es bei Bewerbungsbildern nicht leicht.

          Empfehlungen für Frauen : So wird das Bewerbungsbild perfekt

          Immer besser, hoffentlich perfekt: Was Bewerbungsfotos betrifft, bewegen sich Frauen auf einem schmalen Grat. Der Wunsch, sich optimal zu präsentieren, kann schnell nach hinten losgehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.