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2:1 gegen San Sebastian : Leverkusener Sieg in der Nachspielzeit

  • -Aktualisiert am

Sieg für Leverkusen: Simon Rolfes (r.) erzielt das 1:0 Bild: dpa

Bayer Leverkusen spielt nur eine Halbzeit königsklassenreif. Dann schenkt Bayer 04 den Sieg in der Champions League gegen Real Sociedad San Sebastian fast her. Hegeler bringt sein Team aber in der Nachspielzeit auf Kurs.

          4 Min.

          Der Chor der Tausende klang wie eine Kampfansage: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus.“ Man musste am Mittwochabend in der Leverkusener BayArena wohl ein Fantrikot von Bayer 04 anhaben, um aus dem 2:1-Erfolg im Gruppenspiel der Champions League über Real San Sebastian den Auftrag abzuleiten, am kommenden Samstag im Bundesligaduell den Triple-Triumphator  aus München zu bezwingen. Denn der Sieg über San Sebastian war keine Demonstration der Stärke gewesen, die zur Hoffnung Anlass hätte geben können, die Bayern zu schlagen.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Das 2:1 war nicht mehr als ein Zufallserfolg, zustande gekommen durch einen Sonntagsschuss des Einwechselspielers Jens Hegeler, der in der 90. Minute einen Freistoß aus 25 Metern Torentfernung in den Winkel schlenzte.

          Leverkusener Schwächeanfall

          Einer guten ersten Halbzeit mit der verdienten Führung durch Rolfes (45. Minute) war erst der Ausgleich durch Vela (51. Foulelfmeter) gefolgt und dann ein gut halbstündiger Leverkusener Schwächeanfall.  In dieser Phase hatte San Sebastian vier sehr gute Möglichkeiten, das 2:1 zu erzielen. Die Spanier verzichteten darauf, eine davon wahrzunehmen und ermöglichten den Leverkusenern dadurch, ihre Leistung schönzureden. „Wir haben Charakter gezeigt“, sagte Trainer Sami Hyypiä. „Wir hatten eine etwas schwächere Phase von 20 Minuten und taten dann alles, um noch zu siegen“, fügte er an.

          Pech für Leno: Carlos Vela trifft nach verschossenem Elfmeter im Nachschuss

          Es war nicht sehr viel gewesen, was Bayer noch zu investieren hatte. Aber dann schritt  Hegeler in letzter Minute zur Tat und rettete den Tag. „Für einen Moment habe ich überlegt, ob ich nicht besser den Ball hereinflanke statt aufs Tor zu schießen, weil die Distanz so weit war“, berichtete der Einwechselspieler nach dem Abpfiff. „Doch dann dachte ich, ich halte drauf.“ Der Ball flog stramm und mit Effet in den Torwinkel. „Ich wollte ihn so schießen, vor drei Wochen in einem Testspiel ist mir das schon einmal gelungen“, sagte der Mittelfeldspieler, der nur zum Freistoß antreten durfte, weil alle Spezialisten ausgewechselt waren.

          Der typische Kießling vor Löws Augen

          Hegeler gab sein Debüt in der Königsklasse, und das nach einer mehrwöchigen Verletzungspause. Dass er, der Ergänzungsspieler, die Partie für Bayer entscheiden würde, daran, hatte wohl niemand gedacht. Der übliche Verdächtige für wichtige Leverkusener Tore heißt Stefan Kießling. Weil der 29 Jahre alte Stürmer so konstant trifft, hat er sogar Bundestrainer Joachim Löw ins Grübeln gebracht, obwohl er dessen Spielweise nicht mag. Es soll bereits ein Annäherungsgespräch zwischen den beiden gegeben haben.

          Am Dienstag erlebte Löw den typischen Kießling. Rennend, kämpfend, grätschend. Wie er in der 18. Minute an der eigenen Eckfahne den Ball abwehrte war genauso vorbildlich wie sein Pressschlag an der Seitenlinie in der 42. Minute, mit dem er den Ball eroberte. Stark wie Kießling dann in den Strafraum eindrang, den Ball am nächsten Verteidiger vorbeilegte und aufs lange Eck zielte. Nur Zentimeter trennten ihn von einem Treffer. Doch sehr oft kam Kießling nicht zum Schuss und ein spielender Mittelstürmer wird der Franke auch nicht mehr werden.

          Halbzeitstatistik sagt nicht viel aus

          Die Werkself  hatte gut begonnen. Sie spielte aggressiv, setzte ihre Gegner früh unter Druck, verteidigte kernig und kombinierte gefällig. Die Spanier schienen in der frühen Phase einigermaßen beeindruckt, verloren viele Zweikämpfe und leisteten sich einige Abspielfehler. Die Überlegenheit der Leverkusener führte allerdings nicht gerade zu prickelnden Szenen vor dem Tor von San Sebastian. Son hatte schon in der dritten Minute Torwart Bravo geprüft, nachdem er im Strafraum einen 40-Meter-Pass von Lars Bender perfekt angenommen hatte.

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