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2:1 gegen Russland : Erst große Show - und dann ist einer weg

In der Nationalmannschaft läuft es: Bastian Schweinsteiger (l.) gratuliert Lukas Podolski Bild: REUTERS

Es war ein einziger Genuss, die deutsche Mannschaft gegen Russland in der ersten Halbzeit zu erleben. Mit Kampfgeist, einer guten Teamleistung und einer Portion Glück hat sie einen großen Schritt Richtung WM in Südafrika gemacht. Nur Kevin Kuranyi trübte die gute Laune.

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          Es war ein einziger Genuss, die deutsche Mannschaft gegen Russland in der ersten Halbzeit zu erleben. Tempo, Leidenschaft, Zweikampfstärke, Aggressivität, Kombinationsfreude, Willenskraft, Entschlossenheit, Tore - alle Zutaten für einen großartigen Fußballabend hatte das Team von Joachim Löw gegen einen erstklassigen Gegner mit ins Spiel gebracht, und es gab im Dortmunder Stadion und auch vermutlich vor dem Fernseher keinen einzigen deutschen Fan, der nicht seine helle Freude an diesem mitreißenden Auftritt gehabt hätte.

          Michael Horeni
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          2:0 führten die Deutschen gegen die hochgeschätzten Russen zur Pause, und der Vorsprung hätte bei so vielen Torchancen sogar noch ein bisschen höher sein können - doch dann folgte nach dem russischen Treffer auch noch Spannung bis zur letzten Sekunde. Nur einem gefiel nicht, wie diese intensive Begegnung der Extraklasse verlief.

          Löw schmeißt Kuranyi raus

          Kevin Kuranyi erhob sich schon zur Pause von seinem Platz auf der Tribüne hinter der Spielerbank und bat die Teamleitung, sich die zweite Halbzeit mit Freunden von der gegenüberliegenden Tribüne aus anschauen zu dürfen. Der Nationalspieler durfte gehen - und tauchte seitdem nicht mehr wieder auf. So kam es, dass die deutsche Nationalmannschaft neben dem 2:1-Sieg, den drei Punkten und der Tabellenführung in der WM-Qualifikationsgruppe 4 doch noch eine Verlustmeldung zu beklagen hatte: Kevin Kuranyi ist nach 52 Länderspielen mit 19 Toren kein Nationalspieler mehr. Bundestrainer Joachim Löw verkündete am Sonntag, auf die Dienste des Schalker Stürmers künftig zu verzichten. (siehe auch: Kevin Kuranyi: Löw schmeißt den Deserteur raus )

          In der Nationalmannschaft läuft es: Bastian Schweinsteiger (l.) gratuliert Lukas Podolski Bilderstrecke
          2:1 gegen Russland : Erst große Show - und dann ist einer weg

          Kuranyis Entscheidung, der Nationalmannschaft im Stadion still und heimlich auf Nimmerwiedersehen den Rücken zu kehren, während sich Fußball-Deutschland über einen Qualitätssprung seiner ersten Auswahl freute, machte aus dem Dortmunder Fußball-Krimi mit zwei grundverschiedenen Akten einen Dreiteiler samt verstörendem Einzelschicksal.

          Löw: „Es war ein wirklich tolles Spiel von beiden Mannschaften“

          Hinter den Kulissen rumorte es, auf offener Bühne war dagegen in Dortmund lange eine deutsche Mannschaft zu bestaunen, die endlich wieder einmal das Beste aus ihren Möglichkeiten machte. „Es war ein wirklich tolles Spiel von beiden Mannschaften mit wahnsinnig hohem Tempo, vielen guten Aktionen und Kombinationen“, schwärmte der Bundestrainer vollkommen zu Recht nach einer Partie, in der sich die Deutschen als verdienter, am Ende aber auch zitternder Sieger fühlten. (siehe auch: Die Stimmen zum Sieg: „Ich liebe solche Spiele“)

          Der Bundestrainer hatte gegen die Russen personell und taktisch genau die richtige Mischung gefunden, und vor allem die linke deutsche Seite mit Philipp Lahm und Piotr Trochowski zeigte in der ersten Halbzeit spielerische und technische Qualitäten, die allerhöchsten internationalen Ansprüchen leicht und locker genügten.

          Podolskis Treffer der Extraklasse

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