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2:1 gegen Real Madrid : Dortmunder Krönung in der Königsklasse

  • -Aktualisiert am

Befreiender Jubel: Schmelzer trifft zum Sieg gegen Real Madrid Bild: AFP

Dem nationalen Rückschlag lässt Dortmund ein internationales Ausrufezeichen folgen. In der Champions League besiegt die Borussia Real Madrid mit 2:1. Schmelzer trifft die Königlichen.

          3 Min.

          National wirkt der Meister derzeit eine Spur labil, deutlich zu sehen am Samstag bei der 1:2-Heimniederlage in der Fußball-Bundesliga gegen Schalke 04, international aber legt Borussia Dortmund in diesen Wochen eine Reifeprüfung nach der anderen ab. 1:0 gegen Hollands Meister Ajax Amsterdam, 1:1 bei Englands Champion Manchester City und nun am Mittwochabend vor eigenem Publikum die vorläufige Krönung: ein 2:1-Sieg über Spaniens Campéon Real Madrid.

          „Das war ein sensationeller Champions-League-Abend, wie man sich ihn in den kühnsten Träumen nicht schöner vorstellen könnte. Das war eine couragierte Vorstellung meiner Mannschaft“, sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp.

          Wieder einmal kosteten die Schwarzgelben ihr Momentum aus, wieder einmal demonstrierten sie ihre offensiven Qualitäten und defensiven Tugenden, und wieder einmal konnte Real in Deutschland nicht gewinnen. Für den berühmtesten Klub der Welt steht nach 24 Anläufen erst ein voller Erfolg, über Bayer Leverkusen im Jahr 2000 (3:2), zu Buche. In Dortmund setzte sich der BVB dank der Treffer von Lewandowski (36. Minute) und Schmelzer (64.) bei einem Gegentor von Cristiano Ronaldo (38.) nach beherztem Spiel und bravourösem Kampf durch.

          Damit übernahmen die Westfalen mit nun sieben Punkten von Real die Tabellenführung in der Champions-League-Gruppe D. In zwei Wochen sieht man sich im Bernabéu-Stadion wieder – vermutlich abermals auf Augenhöhe. Nach dem Sieg vom Mittwoch deuten dazu alle Anzeichen darauf, dass sich Borussia Dortmund auch in der K.o.-Runde des kommenden Jahres noch mit den Besten der Besten in Europa messen kann. Welch ein Fortschritt im Vergleich zum schmucklosen europäischen Aus im Dezember des Vorjahrs.

          Schalke vergessen, Real genießen: Wenn das so einfach wäre, vom Tiefpunkt zum Höhepunkt der bisherigen Saison durchzustarten. Die Dortmunder versuchten es zumindest von Anfang an, stürzten sich mit viel Schwung und Tempo auf ihren prominenten Gegner, ließen aber zunächst die nötige Präzision vermissen, um Real wirklich erschrecken zu können. Zwei Distanzschüsse des starken Kapitäns Kehl, die Casillas gewohnt spektakulär parierte (13./27.), waren noch die bedrohlichsten Momente für den deutschen Meister.

          Özil und seine Kollegen von Real Madrid müssen punktlos wieder nach Hause fliegen Bilderstrecke

          Andererseits merkte man den Borussen an, dass sie sich in ihrer gewohnten 4-2-3-1-Formation wieder wohl fühlten, nachdem sie beim 1:2 gegen die Schalker in einem 3-5-2-System überfordert wirkten. Neben der zurückgewonnenen Ordnung und dem sehenswerten Pressing und Gegenpressing kam dem BVB auch zugute, dass die zuletzt angeschlagenen Nationalspieler Götze und Schmelzer wieder zur Verfügung standen.

          Madrid, das auf drei verletzte Stammkräfte aus der Defensive (Marcelo, Coentrao, Abeloa) verzichten musste, wartete zunächst ab, beschränkte sich darauf, die Spielkontrolle zu behalten und lauerte auf Dortmunder Fehler. Der größte Bock in diesem kurzweiligen Duell unterlief aber dem Madrider Innenverteidiger Pepe, dessen Fehlpass bei Kehl landete. Der spielte umgehend Lewandowski frei, und der Pole im BVB-Angriff erzielte mit einem kräftigen Schuss ins rechte Eck das 1:0 für Dortmund (36.).

          Khedira wird früh ausgewechselt

          Viel Zeit, sich über den Vorsprung zu freuen, blieb aber nicht, dann zeigte Ronaldo, warum er neben Messi der beste Stürmer der Welt ist. Mesut Özil, Reals deutscher Spielmacher, hatte den Portugiesen mit einem wunderbaren Diagonalpass freigespielt, und der hob den Ball feinfühlig über Torhüter Weidenfeller hinweg zum 1:1 (38.) ins Netz.

          Es war Ronaldos erster Treffer gegen eine deutsche Mannschaft in Deutschland. 66.000 Zuschauer im ausverkauften Dortmunder Stadion sahen bis zur Pause eine hin und her wogende Partie, an der der zweite deutsche Nationalspieler im Real-Dress, Sami Khedira, von der 20. Minute an nicht mehr teilnahm, weil seine alte Verletzung am linken Oberschenkel wieder aufgebrochen war. Ihn ersetzte der Kroate Modric.

          Götze scheitert, Schmelzer trifft genau

          Er verstärkte noch die ohnehin funkelnde Abteilung Attacke mit Ronaldo, Benzema, Özil und di Maria. Das hatte zur Folge, dass beide Mannschaften nach der Pause in ihrem offensiven Schwung zwingender wurden und teils betörend kombinierten. Götze, ideal freigespielt von Piszczek, scheiterte jedoch mit seinem etwas zu unplazierten Schuss an Casillas (50.); di Maria, ideal freigespielt von Benzema, schoss knapp am Tor vorbei (55.).

          Genau traf dafür Schmelzer, sonst so gut wie nie unter den Torschützen. Diesmal aber machte sich der Linksverteidiger Götzes Flanke und Casillas’ ungenaue Faustabwehr optimal zunutze und erzielte volley mit einem Flachschuss ins rechte Eck das 2:1 (64.).

          Welch ein Fortschritt für die Borussia

          Es war die verdiente Führung für die aktivere Mannschaft, die auch in der haarigen Schlussphase die Balance zwischen Vorwärtsdrang und Absicherung nicht aus den Augen verlor. Der BVB, der in der Bundesliga derzeit eine schwierige Phase überstehen muss, beweist dafür internationale Reife. Welch ein Fortschritt gegenüber der vergangenen Saison.

          Borussia Dortmund - Real Madrid 2:1 (1:1)

          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender (67. Gündogan), Kehl - Reus (90.+1 Perisic), Götze (87. Schieber), Großkreutz - Lewandowski
          Real Madrid: Casillas - Sergio Ramos, Varane, Pepe, Essien - Khedira (20. Modric), Xabi Alonso - Di Maria, Özil, Cristiano Ronaldo - Benzema (73. Higuaín)
          Schiedsrichter: Kassai (Ungarn)
          Zuschauer: 65.829 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Lewandowski (36.), 1:1 Cristiano Ronaldo (38.), 2:1 Schmelzer (64.)
          Gelbe Karten: Gündogan / Sergio Ramos, Xabi Alonso

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