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2:1 gegen Real Madrid : Blitztor von Makaay - Bayern im Viertelfinale

  • Aktualisiert am

Lucios Treffer zum 2:0 brachte die Entscheidung Bild: AFP

Der wiedererstarkte FC Bayern München hat Real Madrid in der Champions League niedergerungen. Nach der 2:3-Niederlage im Hinspiel siegte der deutsche Meister im Rückspiel nach Toren von Makaay und Lucio 2:1 und steht im Viertelfinale.

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          Nach dem schnellsten Tor in der Geschichte der Champions League ist der zu alter Stärke zurückgekehrte FC Bayern München zum achten Mal ins Viertelfinale eingezogen. Beim 2:1 (1:0) gegen Real Madrid sorgte Torjäger Roy Makaay am Mittwoch bereits nach zehn Sekunden für die Initialzündung, die den deutschen Fußball-Rekordmeister zu einer seiner besten Saisonleistungen beflügelte. Auch das Kopfballtor von Lucio (66.) konnte vor 66.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena aber noch nicht die letzten Zweifel an einer erfolgreichen Münchner Aufholjagd nach dem 2:3 aus dem Hinspiel beseitigen.

          Denn sieben Minuten vor dem Ende nutzte Ruud van Nistelrooy einen Elfmeter nach Foul von Lucio an Robinho zum 2:1. Bei einer Rangelei als Folge der Strafstoß-Entscheidung schickte Schiedsrichter Lubos Michel Bayerns Antreiber Mark van Bommel mit Gelb-Rot vom Feld. Real- Spieler Diarra sah die Rote Karte. Danach hatten die Bayern noch eine dramatische Schlussphase zu überstehen. In der 90. Minute erkannte Referee Michel einen Treffer von Ramos wegen Handspiels nicht an.

          „Der Sieg geht in Ordnung, aber ein Spiel dauert 90 Minuten, heute sogar 94 Minuten. Wenn der Schiedsrichter das Handspiel nicht sieht, ist der FC Bayern draußen. Das 2:0 war hochverdient. Doch dann hätte die Mannschaft ein Spiel, das schon sicher war, fast noch aus der Hand gegeben. Das darf nicht sein“, übte Clubchef Franz Beckenbauer bei aller Zufriedenheit auch Kritik. „Nach Lucios Tor haben wir gedacht, wir sind durch, aber dann mussten wir doch noch zittern“, gestand Blitztorschütze Makaay.

          Lucios Treffer zum 2:0 brachte die Entscheidung Bilderstrecke

          Selbstsicher statt verkrampft

          Vielleicht ein gutes Omen für die Münchner: Zuletzt hatten sie den spanischen Rekordmeister in der Saison 2000/2001 auf dem Weg zu ihrem Champions-League-Triumph aus dem Wettbewerb geworfen. In der Runde der letzten Acht, die am Freitag ausgelost wird, müssen die Münchner zunächst allerdings auf Bommel verzichten.

          Selbstsicher statt verkrampft, entschlossen statt zögerlich - 15 Tage nach der verdienten Niederlage im Bernabeu-Stadion unterstrichen die Bayern auch auf internationaler Bühne eindrucksvoll ihren Aufwärtstrend. Angetrieben von dem laufstarken van Bommel ließen die Münchner dem Europacup-Rekordsieger kaum Entfaltungsmöglichkeiten. Einzig mit der Chancenauswertung durfte Trainer Ottmar Hitzfeld nicht zufrieden sein. Die Abwehr um Lucio, der nach auskurierter Zehenprellung eine souveräne Leistung bot, stand anders als in Madrid sicher.

          Schwerer Fehler von Roberto Carlos

          Mit dem am Knie verletzten Spielmacher David Beckham, der in der ersten Partie eine überragende Vorstellung geliefert hatte, sowie dem ebenfalls angeschlagenen Abwehrchef Fabio Cannavaro fehlten dem spanischen Rekordmeister zwei Leistungsträger. Die Ausfälle seiner Stars konnte Fabio Capello indes nicht kompensieren. Erst als Guti nach einer halben Stunde für Emerson aufs Feld kam, wurde das bis dahin einfallslose Spiel der Madrilenen etwas kreativer.

          Das schnellste Tor der Champions-League-Geschichte bescherte den Bayern einen Traumstart. Als Roberto Carlos direkt nach dem Anstoß den Ball vertändelte, zog der von seiner Innenbanddehnung genesene Hasan Salihamidzic auf der rechten Seite auf und davon und flankte auf Makaay, der Iker Casillas nach exakt 10 Sekunden mit einem Schuss in die lange Ecke überwand. Bei seinem 29. Tor im 59. Champions- League-Spiel war der Niederländer noch schneller als Gilberto, der am 25. September 2002 beim 4:0-Sieg des FC Arsenal beim PSV Eindhoven nach 20,7 Sekunden getroffen hatte.

          Bangen vor dem Schlusspfiff

          Mit dem 1:0 im Rücken zogen sich die Bayern zurück, ließen die Spanier kommen und lauerten auf Konter. Bei ihren blitzschnellen Vorstößen versäumten es die Hausherren allerdings, rechtzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. In der 21. Minute scheiterte der von Makaay mustergültig freigespielte Lukas Podolski mit schwachem Abschluss an Casillas, dann vereitelte der spanische Nationalkeeper per Fußabwehr einen weiteren Treffer Makaays (26.). Sieben Minuten vor der Pause scheiterte Daniel van Buyten per Kopf am besten Real- Spieler.

          Auch im zweiten Durchgang wäre den Münchnern um ein Haar ein Blitzstart geglückt. Nach Philipp Lahms Pass zögerte van Bommel aber einen Moment zu lang und wurde von Casillas abgeblockt. Mit Antonio Cassano als frischem Stürmer stemmte sich Real aber nun energisch gegen die drohende Niederlage. In der 54. Minute verhinderte Oliver Kahn mit seiner ersten Glanztat gegen Ruud van Nistelrooys Kopfball den Ausgleich. Das kurzzeitige Bangen bei den Münchnern beendete Lucio, der seine überragende Leistung nach Eckball von Willy Sagnol mit dem 2:0 krönte und damit wie im Hinspiel per Kopf erfolgreich war.

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