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2:1 gegen die Slowakei : Oranje bleibt am Ball

Wie bei den Bayern: Robben schießt die Niederlande in Führung Bild: AFP

Die Niederlande stehen im Viertelfinale: Beim 2:1-Sieg gegen die Slowakei ist Arjen Robben der Wegbereiter, Sneijder macht alles klar. Die Slowaken treffen zu spät. Die „Elftal“ muss sich für das Duell mit Brasilien steigern.

          Die guten alten Fußballklischees unter Nachbarn werden in diesen WM-Tagen ordentlich durcheinander gemischt. Die Deutschen zaubern wie die Holländer aus früheren Tagen. Und die Holländer arbeiten sich wie früher die Deutschen nüchtern, glanzlos und scheibchenweise durchs Turnier. Mit einem sicheren 2:1-Sieg gegen die Slowakei sind die Holländer am Montag in Durban zum ersten Mal seit 1998 ins WM-Viertelfinale eingezogen. Es war das 23. Spiel hintereinander ohne Niederlage und der achte Sieg in Folge, ein neuer Landesrekord.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Den Führungstreffer schoss Bayern-Star Arjen Robben, der erstmals in der WM-Startelf stand, in der 18. Minute. Die Entscheidung besorgte Wesley Sneijder sechs Minuten vor dem Schlusspfiff. Der Anschlusstreffer der Slowaken durch einen Elfmeter von Robert Vittek fiel erst in der Nachspielzeit unmittelbar vor dem Abpfiff. „Wir sind froh, dass wir weiter sind“, sagte Robben. „Es war nicht unser bestes Spiel, im Viertelfinale müssen wir zulegen. Für mich war es wichtig, drei Wochen nach meiner Verletzung erstmals wieder von Beginn angespielt zu haben. Es war schön und hat Spaß gemacht. Es lief noch nicht hundertprozentig, aber für heute war es gut genug.“

          Die Slowaken, die sich als einziger WM-Neuling für Südafrika qualifiziert und dort den Weltmeister Italien hinausgeworfen hatten, deuteten zunächst an, dass sie sich auch die Holländer attackieren wollten. Sie liefen mit zwei Stürmern auf, dem früheren Nürnberger Vittek und dem künftigen Schalker Erik Jendrisek, der sich mit einem strammen Zwanzig-Meter-Schuss schon nach anderthalb Minuten bemerkbar machte. Es blieb allerdings für über eine Stunde das Einzige, was die Slowaken vor dem gegnerischen Tor ausrichten konnten.

          Freund und Helfer: Schiedsrichter Undiano hilft van Bommel

          Nach wenigen Minuten übernahm das Team in Orange die Ball- und Spielkontrolle. Trainer Bert van Marwijk hatte Robben 23 Tage nach dessen Muskelfaserriss erstmals in der WM-Startelf aufgeboten, wofür der angeschlagene Rafael van der Vaart zurück auf die Bank musste.Eigentlich dürfte Robben kein Unbekannter für gegnerische Abwehrspieler mehr sein, schon gar nicht für Radoslav Zabravnik (Mainz 05) und Jan Durica (Hannover 96), die dessen liebste Lauf- und Dribbelwege aus der Bundesliga und aus seinen diversen Beiträgen zum „Tor des Monats“ kennen müssten.

          Kein Offensiv-Feuerwerk

          Doch nachdem Spielmacher Wesley Sneijder in der 18. Minute einen feinen Vierzig-Meter-Pass vom eigenen Strafraum in die entblößte linke Abwehrseite der Slowaken schickte, exakt in den Lauf von Robben, vermochte keiner der beiden den Zug des Bayern-Stars nach innen und damit zum Tor zu versperren. So fand Robben Platz, aus 18 Metern flach ins kurze Eck zu treffen. „Für ihn ist das natürlich fantastisch. Er hat nach seiner Verletzung direkt wieder ein gutes Gefühl vor dem Tor“, lobte van Marwijk den Auftritt des Rückkehrers. Und Robbens Vereinskollege Mark van Bommel fühlte sich an die vergangenen Monate im Klub erinnert. „Arjen ist ein super Spieler und sehr wertvoll für uns. Das Tor erinnerte an viele seiner Treffer bei Bayern“, lobte der Mittelfeld-Abräumer.

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