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2:1 gegen die Niederlande : Portugals Titeltraum geht weiter

  • Aktualisiert am

Portugals Halbfinal-Held: Luis Figo Bild: dpa/dpaweb

Der Gastgeber hat es geschafft und als erste Mannschaft das Finale der EM erreicht. Nach einem starken Start wurde es im Halbfinale gegen Holland am Ende noch eine Zitterpartie. Mit Bildergalerie.

          2 Min.

          Mit Zauber-Fußball und Traumtoren hat Portugal den „Halbfinal-Fluch“ der EM-Gastgeber besiegt und erstmals das Endspiel einer Europameisterschaft erreicht.

          Treffer von Cristiano Ronaldo (26.) und Nuno Maniche (58.) zum 2:1 (1:0) gegen die Niederlande krönten am Mittwoch abend im Halbfinale von Lissabon eine titelreife Vorstellung der Portugiesen, die als erste Heimmannschaft seit 20 Jahren in ein EM-Finale einzogen. Dort trifft das Team von Trainer Luis Felipe Scolari am Sonntag auf den Gewinner des Duells zwischen den von Otto Rehhagel trainierten Griechen und Tschechien. Vor 46.679 Zuschauern im Estadio Jose Alvalade konnte das Eigentor von Jorge Andrade (63.) zum 2:1 den Jubel der Hausherren, die sich auf eine rauschende Siegesparty bis in den frühen Morgen einstellten, nicht trüben.

          „Dieses Spiel geht in die Geschichte ein

          Luiz Felipe Scolari, Trainer der Portugiesen, sagte nach dem Triumph: „Dieses Spiel geht in die Geschichte ein. Wir haben ein Superteam. Unsere Spieler und die Nation dürfen stolz sein.“ Sein Starspieler Luis Figo, zuletzt von Scolari ausgewechselt und diesmal überragend, ergänzte: „Das wichtigste ist, daß unsere Mannschaft gewonnen hat. Wir haben eine außergewöhnliche Leistung vollbracht.“

          Portugals Halbfinal-Held: Luis Figo Bilderstrecke

          Beflügelt von der großen Kulisse demonstrierten die Portugiesen unter der Regie ihres zum ersten Mal in Weltklasse-Form auftrumpfenden Kapitäns Luis Figo eindrucksvoll ihr spielerisches Potential. Einziges Manko einer überragenden Darbietung der Hausherren war die schwache Chancenverwertung, wobei sich vor allem Pauleta hervortat. Während die Gastgeber stets den direkten Weg zum Tor suchten und sich Gelegenheiten zuhauf erspielten, brauchten die im Schnitt 29,9 Jahre alten Niederländer zu viele Stationen, um den Ball nach vorne zu tragen. Als Totalausfall im Team von Bondscoach Dick Advocaat, das seinen zweiten Final-Einzug nach 1988 verpaßte, entpuppte sich Clarence Seedorf, der seinem Team im Mittelfeld keine Impulse geben konnte.

          Van Nistelrooy allein auf weiter Flur

          Auch die Furcht der Gastgeber vor „Tormaschine“ Ruud van Nistelrooy erwies sich als unbegründet. Der im Turnier schon viermal erfolgreiche Angreifer von Manchester United konnte sich einen Tag vor seinem 28. Geburtstag der Bewachung durch Andrade nicht entziehen. „Van the Man“ machte erstmals in der 39. Minute auf sich aufmerksam, als der schwedische Schiedsrichter Anders Frisk seinem Treffer wegen Abseitsstellung die Anerkennung verweigerte. Da sich auch der hoch gelobte Arjen Robben auf der linken Seite in Zweikämpfen aufrieb und praktisch wirkungslos blieb, fehlte der Offensive der „Oranje“-Auswahl das kreative Element.

          Auf der Gegenseite sprühte Real Madrid-Star Figo vor Spiellaune. Sechs Tage nach seiner Auswechslung im Viertelfinale gegen England brillierte der 31jährige mit seinen Flankenläufen und war an fast allen gefährlichen Aktionen seiner Mannschaft beteiligt. In der 9. Minute verfehlte Ronaldo nach einer flachen Hereingabe von Figo die frühe portugiesische Führung. Nach dem 1:0, das der 19jährige Ronaldo per Kopf nach einem Eckball von Deco erzielte, verfehlte Figo mit einem fulminanten Pfostenschuß (41.) das zweite Tor für die Hausherren. Erst im zweiten Durchgang baute der Mittelfeld-Star kräftemäßig etwas ab.

          Zu späte holländische Offensive

          Riesenchancen, den Vorsprung auszubauen, verpaßte zudem Pauleta. Der nach seiner Sperre ins Team zurückgekehrte Stürmer brachte zuerst eine Maßflanke von Nuno Maniche nicht an Edwin van der Sar vorbei (35.). Neun Minuten nach der Halbzeit lief Pauleta völlig unbedrängt auf das Tor der Gäste zu und schoß den Keeper an. Die größte Möglichkeit für den Ex-Europameister in der ersten Hälfte vergab der für Andy van der Meyde ins Team gerückte Marc Overmars (28.), dessen Direktabnahme über das portugiesische Tor flog.

          Mit der Einwechslung von Bayern-Stürmer Roy Makaay und einer Umstellung des Systems auf 4-4-2 reagierte Advocaat auf das ideenlose Spiel seiner Mannschaft. Doch den enttäuschenden „Oranjes“ gelang es einfach nicht, ein konstruktives Angriffsspiel aufzuziehen. Nach dem Kunstschuß von Maniche zum 2:0 brachte sie erst das Eigentor von Andrade, der eine Robben-Flanke unhaltbar ablenkte, wieder ins Spiel zurück. Mehr aber auch nicht.

          Portugal - Niederlande 2:1 (1:0)
          Portugal: Ricardo - Miguel, Carvalho, Andrade, Nuno Valente - Maniche (87. Couto), Costinha - Ronaldo (67. Petit), Deco, Figo - Pauleta (75. Nuno Gomez)
          Niederlande: van der Sar - Reiziger, Bouma (56. van der Vaart), Stam, van Bronckhorst - Davids, Seedorf, Cocu - Overmars (46. Makaay), van Nistelrooy, Robben (81. van Hooijdonk)
          Schiedsrichter: Anders Frisk (Schweden)
          Tore: 1:0 Ronaldo (26.), 2:0 Maniche (58.), 2:1 Andrade (63., Eigentor)
          Zuschauer: 46.679
          Gelbe Karten: Ronaldo, Nuno Valente, Figo - Overmars, Robben

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