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2:1 beim FC Arsenal : Süßer Sieg für Borussia Dortmund

Tor in London: Die Dortmunder Führung dank Mchitarjan Bild: REUTERS

Diesmal sind die Dortmunder in London erfolgreich: Beim FC Arsenal gewinnt das Team von Trainer Klopp dank Toren von Mkhitaryan und Lewandowski 2:1.

          3 Min.

          Viel war über diese Rückkehr nach London geredet worden. Der erste Auftritt der Dortmunder Borussia in der englischen Hauptstadt seit dem verlorenen Finale von Wembley – das schien der Stoff, aus dem neue große Fußballgeschichten gemacht sind. So ein Gruppenspiel in der Champions League kann da aber natürlich nicht ganz mithalten. Das Endspiel vom 25. Mai gegen die Bayern schien jedenfalls ziemlich weit weg am Dienstagabend. Und doch wurde es, auf ganz andere Art und Weise, ein besonderer Abend für die Dortmunder. Das 2:1 beim FC Arsenal war nicht nur für sich ein süßer Sieg gegen den englischen Tabellenführer. Es war auch ein Pfund im Rennen um die Achtelfinal-Plätze in dieser wohl schwersten aller Vorrundengruppen.

          Von einem „Joker-Spiel“ hatte Jürgen Klopp vorher gesprochen – dass seine Mannschaft die Karte zog, wird ihn sehr erfreut haben. Und so wird er auch verschmerzen können, dass er die Tore von Henrich Mkhitaryan (16. Minute) und Robert Lewandowski (82.) bei einem Gegentreffer durch Olivier Giroud (41.) auf der Tribüne erlebte. Sein Assistent Zeljko Buvac wiederum darf mit der Gewissheit, den Job des gesperrten Klopp optimal ausgefüllt zu haben, aus seinen zwei gewonnenen Spielen als „Chef“ gehen. Anders als im Mai gegen die Bayern hatten die Borussen diesmal auch das Glück auf ihrer Seite. Der Siegtreffer fiel in einer Phase, in der eigentlich Arsène Wengers Mannschaft den Ton angab und dem zweiten Treffer deutlich näher schien als der BVB.

          Arsenal gegen Dortmund, das war für die Champions-League-verwöhnten Londoner kein Spiel wie jedes andere. Zum einen ist Arsenal die Mannschaft der Stunde der Premier League und seit 2009 zum ersten Mal wieder an der Spitze. Zum anderen war deutlich zu spüren, welchen Respekt die Borussia in England seit der vergangenen Saison genießt. Besonders gilt das für Klopp, den sich mancher auch gut als Trainer bei einem der großen Klubs vorstellen konnte. Der „Guardian“ sieht in ihm einen möglichen Nachfolger Wengers, sollte die Klub-Legende Arsenal irgendwann verlassen. Wenger gegen Klopp – die Zeitung nannte das gar den „Clash der Über-Hipster“, was sie mit dem polyglotten Wesen, dem akademischen Hintergrund und der gemeinsamen Fußballphilosophie der beiden Trainer erklärte.

          Auswärtssieg bei Arsenal: Dortmunder Zufriedenheit

          Wenger hatte für seinen 64. Geburtstag ein „aufregendes Spiel“ zweier offensiv ausgerichteter Ensembles erwartet. Es war zunächst jedoch ein eher verhaltener Beginn. Wobei die Borussia besser ins Spiel fand und zunächst als Team einen deutlich besser ausbalancierten Eindruck machte. Nach dem 1:0 gegen Hannover waren Hummels, Schmelzer und Blaszczykowski wieder mit von der Partie. Der Mann der ersten Minuten aber war Reus. Erst ließ er von der rechten Seite einen Warnschuss los, der knapp das Ziel verfehlte. Dann betätigte er sich als (Rück-) Eroberer und jagte nach einer eigenen Schlamperei Ramsey den Ball an der Strafraumgrenze der Londoner wieder ab. Nach der Zwischenstation Lewandowski kam Mkhitaryan zum Schuss, und der Armenier erwischte Torwart Szczesny auf dem falschen Fuß. Das 1:0 hatten sich die Dortmunder redlich verdient.

          Arsenal versuchte nun, ein bisschen mehr auf die Tube zu drücken. Der Ertrag allerdings hielt sich eine ganze Weile in Grenzen. Ein Özil-Freistoß, bei dem die Position gefährlicher schien als die Ausführung es dann war, eine Halb-Chance von Wilshere, mehr brachten Wengers Mannen in der ersten halben Stunde nicht zustande. Özil blieb in dieser Phase hinter den Erwartungen zurück. Nachdem er schon so manchen zauberhaften Tag im Trikot seines neuen Klubs erwischt hatte, schlurfte er diesmal doch recht unauffällig über den Platz. Wenn bei Arsenal etwas nach vorne lief, dann über Tomas Rosicky. Der Tscheche hatte dann auch die erste richtig gute Chance für Arsenal. Sein Schuss aus rund 18 Metern war an Torwart Weidenfeller schon vorbei, kurz vor der Linie aber stand Hummels goldrichtig und klärte. Der Swing ging aber nun über zu Arsenal. Und so war der Ausgleich kurz vor der Pause dann aus Dortmunder Sicht zwar ärgerlich, aber nicht unverdient. Bei Sagnas Flanke von rechts kam Subotic nicht richtig an den Ball, die leichte Berührung allerdings genügte, um Weidenfellers Flugbahnberechnung entscheidend zu stören – Giroud war zur Stelle.

          Der umjubelte, aber nur zwischenzeitliche Ausgleich: Arsenals Giroud freut sich zu früh

          Nach der Pause erwischte Dortmund wieder den besseren Start, diesmal allerdings ohne zu Torchancen zu kommen. Und je länger das Spiel dauerte, desto mehr Druck entwickelte Arsenal. Der eingewechselte Cazorla hatte zwei gute Möglichkeiten, darunter einen Lattentreffer. Doch dann spielten die Dortmunder einen Konter perfekt aus. Die Flanke von Großkreutz nahm Lewandowski direkt – ein sehenswertes Tor, auf das die Londoner kleine Antwort mehr hatten.

          FC Arsenal - Borussia Dortmund 1:2 (1:1)

          FC Arsenal: Szczesny - Sagna, Mertesacker, Koscielny, Gibbs - Ramsey (86. Bendtner), Arteta - Wilshere (58. Santi Cazorla), Özil, Rosicky (89. Gnabry) - Giroud
          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin - Blaszczykowski (67. Aubameyang), Mchitarjan (66. Hofmann), Reus (89. Sokratis) - Lewandowski
          Schiedsrichter: Eriksson (Schweden)
          Zuschauer: 60.011
          Tore: 0:1 Mchitarjan (16.), 1:1 Giroud (41.), 1:2 Lewandowski (82.)
          Gelbe Karten: Rosicky, Özil / Bender, Hummels, Lewandowski

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