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2:0 gegen Zürich : Bayerns großer Schritt Richtung Europa

  • -Aktualisiert am

Torwart Leoni liegt mit Ball im Netz: Schweinsteiger hatte zum 1:0 eingeköpft Bild: dapd

Der FC Bayern schlägt den FC Zürich im Hinspiel der Champions-League-Qualifikation 2:0 und darf sich berechtigte Hoffnungen auf das Erreichen der Gruppenphase machen. Schweinsteiger und Robben schießen die Tore.

          Schön war's nur selten, aber ausreichend allemal, was der FC Bayern München seinen Fans am Mittwochabend in der mit 66.000 Zuschauern gewohnt ausverkauften Allianz-Arena bot. Mit dem 2:0-Erfolg über den FC Zürich im Qualifikationshinspiel zum Erreichen der Champions League legten die Bayern die Grundlage für das Erreichen der Mitte September startenden Gruppenphase. Nach den Toren von Schweinsteiger (8. Minute) und Robben (72.) stehen die Zeichen gut, auch das Rückspiel in einer Woche unbeschadet überstehen zu können, zumal sich der schweizerische Zweite der vergangenen Erstligasaison als recht unbedarfter Gegner entpuppte.

          Nachsitzen an einem warmen Sommerabend: Nach trüben Wochen waren die Rahmenbedingungen für dieses Play-off-Hinspiel perfekt. Die Bayern, ausnahmsweise nicht Erster, nicht einmal Zweiter der vergangenen Bundesligasaison, müssen nun als Dritter der Runde 2010/11 im Nachgang das Entrée in die Champions League schaffen. Das, so dachten alle Münchner Fußballfreunde, sollte gegen den FC Zürich ohne weiteres möglich sein. Falls nicht, wäre dies gleichbedeutend mit einer Riesenblamage in der noch jungen neuen Spielzeit, die die Münchner am 19. Mai 2012 am liebsten mit einem großen Heimspiel im eigenen Stadion krönen wollen: Dafür allerdings müssten die Nachsitzer ins Endspiel der ihnen seit Jahren vertrauten „Königsklasse“ kommen und dort viel besser als am Mittwochabend spielen.

          Aus der Münchner Sommernacht-Verheißung wurde spröder Fußballalltag

          Zunächst galt es aber nur, auf dem Weg in die mit zwanzig Millionen Euro versüßte Gruppenphase gegen die Schweizer so respektabel vorzulegen, dass am Erreichen des Zwischenziels kaum noch Zweifel herrschen sollten. Vor dem allseits vermuteten Satz über die erste kleinere Europapokalhürde hatte sich der am Wochenende noch unter Rückenschmerzen leidende holländische Flügelflitzer Arjen Robben zurückgemeldet, so dass Trainer Jupp Heynckes personell aus dem Vollen schöpfen konnte. Der 66 Jahre alte Coach überraschte immerhin mit einer Personalie, da er seinen früheren Leverkusener Lieblingsschüler Toni Kroos im zentralen offensiven Mittelfeld dem dort eigentlich erwarteten Thomas Müller vorzog. Warum eigentlich, fragte sich danach so mancher. Aber erst, als aus der Münchner Sommernacht-Verheißung spröder Fußballalltag geworden war.

          Rückenschmerzen vergessen: Robben spielt und trifft

          Schon nach acht Minuten führten die Bayern, als sich Robben ausnahmsweise flexibel gezeigt hatte, von rechts nach links gewechselt war und von dort mit einer scharf und genau geschlagenen Flanke Schweinsteiger anspielte. Dessen Kopfballaufsetzer bedeutete das 1:0 für die Münchner, die auch in den Minuten danach leichtes Spiel gegen den insgesamt harmlosen Außenseiter hatten. Vor allem Schweinsteiger und Lahm fanden nach dem schwerfälligen Ligastart des Titelfavoriten zu so etwas wie Spiellaune. Leider blieben sie damit allein auf weiter Flur, so dass der anfängliche Spielfluss rasch verebbte. Da vor allem Gomez wie ein Umstandskrämer wirkte und auch Kroos' gestalterischer Beitrag über ein paar zaghafte Bemühungen nicht hinauskam, dazu die Starsolisten Robben und Ribéry mit ihren Dribbelversuchen permanent scheiterten, pfiff das bei Halbzeit enttäuschte Publikum minütlich lauter über die fahrige Vorstellung des deutschen Rekordmeisters.

          Bayern bleibt wohl ein fester Bestandteil der Champions League

          Die Münchner Spieler hatten die Missmutsbekundungen nicht überhört und bemühten sich nach dem Wechsel entschieden effektiver um das zweite Tor. Leider fehlte Gomez weiterhin mehr als nur ein Schuss Genauigkeit im Abschluss, und so zimmerte er den von Ribéry maßgerecht vorgelegten Ball aus sechs Metern hoch und weit am Ziel vorbei (51.). Zwei Minuten später scheiterte Lahm freistehend an Torhüter Leoni, und schließlich traf Ribérys Freistoß (60.) nur den Pfosten. Drei kapitale Gelegenheiten, diesen Abend mit dem passenden Ergebnis gegen einen zweitklassigen Gegner auszuschmücken, waren dahin.

          Inzwischen durfte auch Müller mitmachen, der den schwachen Kroos ersetzte (57.). Der deutsche Nationalspieler konnte deshalb an Ort und Stelle mitjubeln, als Arjen Robben seine zweite lichte Szene in dieser Partie mit dem Tor zum 2:0 (72.), einem Heber mit Schnitt aus 17 Metern Torentfernung, abschloss. Das war die Entscheidung in diesem Spiel, in dem der Zürcher Beda (90.+1) noch die Gelb-Rote Karte sah, und dazu ein ziemlich sicheres Indiz dafür, dass der FC Bayern wie gewohnt auch in dieser Saison ein fester Bestandteil der Champions League sein wird.

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