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1860 startet in Regionalliga : „Zeigen, dass wir Löwen sind“

  • Aktualisiert am

Kleine Hütte, volles Haus: die Gästefans Bild: dpa

Diese weiß-blaue Party tat den krisengeplagten „Löwen“ sichtbar gut: Der Neuanfang in der Regionalliga ist geglückt, der TSV 1860 München will nach einer turbulenten Zeit wieder Spaß haben. Doch es wartet auch noch viel Arbeit.

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          Die „Löwen“ bejubelten den Traumstart zum Neuanfang überschwänglich. Sascha Mölders, Timo Gebhart & Co. kletterten auf den Zaun und feierten mit ihren Fans nach dem 4:1-Sieg im Eröffnungsspiel der Regionalliga-Saison eine weiß-blaue Party. „Wir sind alle hier, um Sechzig nach vorne zu bringen und zu zeigen, dass wir Löwen sind. Natürlich war das heute ein gefühlter Befreiungsschlag nach den Vorkommnissen der letzten Wochen“, erklärte Rückkehrer Gebhart, der zusammen mit Mölders und Jan Mauersberger das verjüngte Team des TSV 1860 München anführte.

          Nach dem krachenden Absturz aus dem Profi-Fußball und schwierigen finanziellen Verhandlungen über die Zukunft des deutschen Meisters von 1966 war die Erleichterung nach dem Erfolg beim FC Memmingen greifbar. „Es war ganz wichtig, dass wir mit einem Erfolgserlebnis in die Saison gestartet sind und so eine positive Stimmung erzeugen konnten“, sagte Trainer Daniel Bierofka. Der Neustart mit Spielern mit heimischen Wurzeln und dem Grünwalder Stadion als Heimspielstätte ist ein spannendes Projekt.

          Nico Karger und Sascha Mölder (rechts) bejubeln das 2:0.
          Nico Karger und Sascha Mölder (rechts) bejubeln das 2:0. : Bild: dpa

          „Ich glaube, der Kader ist gut aufgestellt, und dass wir wettbewerbsfähig sind“, sagte Interimsgeschäftsführer Markus Fauser während des Spiels am Sport1-Mikrofon. „Wir wollen gerne vorne mitspielen und guten Fußball spielen. Wir und die Fans wollen Spaß haben.“

          Den hatte der in der Zweitliga-Relegation nach einem Skandalspiel gegen Regensburg abgestiegene und dann bis in die Regionalliga durchgereichte Traditionsclub lange nicht mehr so richtig. „Wir sind total erleichtert, dass wir es geschafft haben, hier zu sein. Wir sind unendlich froh, dass sich die Gesellschafter geeinigt haben“, sagte Fauser.

          Vor der stattlichen Kulisse von 5000 Zuschauern, eingestimmt von der Bayernhymne vor dem Anpfiff, erzielten Christian Köppel (11. Minute), Nico Karger (50.), Timo Gebhart (73.) und Nicholas Helmbrecht (90.+2) die Tore für 1860. „Wichtig, dass wir den Kampf angenommen haben. Wir haben den ersten Schritt gemacht, nicht mehr, nicht weniger“, erklärte Bierofka. Sein Team zählt neben dem FC Bayern II und dem 1. FC Schweinfurt zu den Aufstiegsfavoriten. „Wir müssen auf dem Teppich bleiben“, forderte der 1860-Coach.

          Nach der abgewendeten Insolvenz und dem besiegelten Auszug aus der Allianz Arena bleibt aber auch außerhalb vom Spielfeld viel Arbeit. Doch die lautstarken 1860-Fans, die sich anders als in der Relegation bei einem ordentlichen Polizeiaufgebot friedlich verhielten, dachten lieber an den Moment als an die Zukunft. Humorvoll sangen sie mit „Hey, hey, Spitzenreiter, Spitzenreiter“ - nach dem Eröffnungsspiel der Saison durften sich die „Löwen“ über einen längst vergessenen Tabellenrang freuen.

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