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Emre Can : Ein Frankfurter Bub ist Löws Überraschung

Emre Can gibt sein Debüt im DFB-Team – es dürfte nicht seine letzte Partie gewesen sein. Bild: AP

Mit Emre Can in der Startelf rechneten wenige vor dem 3:1-Sieg der DFB-Elf gegen Polen. Für den Spieler vom FC Liverpool ist es ein besonderes Debüt. Doch ein anderer macht es noch besser als der gebürtige Frankfurter.

          Als Joachim Löw am Donnerstag über Emre Can sprach, klang er noch unentschlossen – Tendenz aber defensiv. Zwar hatte er ein paar lobende Worte für den 21 Jahre alten Mann vom FC Liverpool übrig. Der Bundestrainer hob dessen Vielseitigkeit sowie das „saubere Passspiel“ hervor. Und auch insgesamt schien Löw zufrieden mit Cans Eingewöhnung bei der Fußball-Nationalmannschaft.

          Ein nicht unerhebliches Manko aber gab es, das dagegen zu sprechen schien, dass Can auch debütieren würde am Freitagabend im EM-Qualifikationsspiel gegen Polen: dessen fehlende Erfahrung in der Viererkette.

          Es war also eine kleine Überraschung, dass Can dann doch den Vorzug vor dem Hoffenheimer Sebastian Rudy als Rechtsverteidiger erhielt. Wobei sie zum Anlass passte. Schließlich ist Can, wie der Stadionsprecher bei der Begrüßung nicht zu erwähnen vergaß, ein „Frankfurter Bub“.

          Hier ist er geboren, hier spielte er von 2006 bis 2009 in der Jugend der Eintracht, ehe er erst zum FC Bayern, dann nach Leverkusen und schließlich, 2014, nach Liverpool wechselte – in die Premier League, wohin es ihn, wie man sich bei der Eintracht erzählt, schon als Jungspund gezogen hatte. „Ein Traum ist wahr geworden“, sagte Can nach seinem Debüt. „Ich war überglücklich, dass ich spielen durfte.“

          In deutscher Mission galt für ihn die von Löw ausgegebene Direktive für das zuletzt etwas lahme Flügelspiel: „Über die Außen offensive Akzente setzen“. Was das betraf, schlug Can zwar die richtige Marschrichtung ein, stand dabei aber im Schatten von Jonas Hector auf der linken Seite.

          Während fast alles, was der Kölner anpackte, Hand und Fuß hatte – wie etwa seine Vorbereitung des ersten Treffers durch Müller –, wirkte bei Can vieles noch etwas ungeschliffen und bisweilen fahrig.

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          Mit seiner kantigen Art setzte er sich eher dann in Szene, wenn es galt, in der Defensive abzuräumen. Allerdings erwies sich die offensive Ausrichtung als hochriskant, weil Can öfter als einmal den schnellen Außen der Polen hinterherlaufen musste. Vor dem 2:1 durch Lewandowski war Grosicki für ihn nicht mehr zu fassen.

          Gegen Ende hatte Can noch ein, zwei gute Offensivaktionen, und auch insgesamt blieb der Eindruck, dass sich eine Fortsetzung des Schnupperkurses durchaus empfiehlt. „Ich habe nicht gut ins Spiel hereingefunden. Vielleicht war die Nervosität ein bisschen zu groß“, bekannte Can. „Es waren einige Fehlpässe und Stellungsfehler von mir dabei. Aber ich finde, in der zweiten Halbzeit war es in Ordnung.“ Wirklich vorangekommen bei der Arbeit an den Problemzonen auf den Außen ist Löw auch – allerdings auf der anderen Seite.

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