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Champions League der Frauen : Ein Elfmeterkrimi bringt das deutsche Halbfinale

  • -Aktualisiert am

Drunter, drüber, weiter: Torfrau Anne-Kathrine Kremer (blaues Trikot) rettet den FFC. Bild: AP

Die Fußballfrauen des 1. FFC Frankfurt träumen weiter von der Titelverteidigung in der Königsklasse. Gegen Rosengard brauchten die Hessinnen jedoch mehr als 120 Minuten – und treffen nun einen deutschen Konkurrenten.

          Der 1. FFC Frankfurt macht es in dieser Champions-League-Saison gerne spannend. Nach dem die Hessinnen sich im Achtelfinale gegen den norwegischen Klub LSK Kvinner im Elfmeterschießen durchsetzen konnten, mussten sie auch im Viertelfinale über die volle Distanz gehen. Aber: Der Traum von der Titelverteidigung überlebte auch den Mittwochabend. Gegen den FC Rosengard - nach 120 Minuten stand es 0:1 - brauchte es das Elfmeterschießen.

          Und wieder hatten die nervenstarken Frankfurterinnen das besseres Ende für sich. Torfrau Anne-Kathrine Kremer parierte gleich den ersten Elfmeter von Sara Bjork Gunnarsdottir und Marith Prießen verwandelte den entscheidenden Schuss vom Punkt zum 5:4-Erfolg, 3220 Zuschauer jubelten. Nachdem die Frankfurterinnen in der Liga keine Meisterchance mehr haben und auch im DFB-Pokal ausgeschieden sind, hat sich der FFC in der Königsklasse eine Titelchance erhalten. Im Halbfinale kommt es nun zum deutschen Duell mit Wolfsburg. Das VfL-Team gewann nach dem 3:0 im eigenen Stadion auch das Rückspiel im Viertelfinale bei ACF Brescia mit 3:0.

          Kurz vor Anpfiff war den Fans der Schreck in die Glieder gefahren. Nationalmannschaftskapitänin Saskia Bartusiak musste wegen muskulärer Probleme passen. Damit fehlten den Frankfurterinnen mit der defensiven Mittelfeldakteurin Saskia Bartusiak und der gelbgesperrten Regisseurin Dzsenifer Marozsan zwei elementar wichtige Spielerinnen im Zentrum. Sophie Schmidt und Ana-Maria Crnogorcevic rückten ins Team. Doch die Mannschaft schien sich von den Umstellungen nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Vielmehr hatte Laura Störzel in der dritten Minute den Führungstreffer auf dem Fuß. Doch der wuchtige Schuss der Linksverteidigerin prallte gegen die Latte.

          Die Hessinnen waren hochmotiviert und führten die vielen harten Zweikämpfe gegen robuste Schwedinnen mit Verve, doch das mitunter zu hektische Aufbauspiel und die mangelnde Durchschlagskraft vorne verhießen nur wenige aussichtsreiche Offensivaktionen. Mandy Islacker (28.) und Ana-Maria Crnogorcevic (44.) kamen dem schwedischen Tor zumindest nahe. Schwer wog der Führungstreffer der Gäste in der 28. Minute - nach dem einzigen Rosengarder Angriff in der ersten Hälfte, den der FFC nicht konsequent verteidigte.

          Nach dem letzten Elfmeter jubelt Frankfurt

          Die Kopfballbogenlampe von Sara Bjork Gunnarsdottir senkte sich hinter der nicht gut reagierenden FFC-Torfrau Anne-Kathrine Kremer ins Netz. Die nominell nur dritte Kraft im FFC-Tor offenbarte vor allem bei hohen Bällen Schwächen. Mit dem Gegentreffer war der im Hinspiel in Malmö hart erarbeitete Vorsprung dahin. Der FFC startete schwungvoll und kämpferisch stark in die zweite Hälfte, ließ sich auch durch die mitunter überharte Spielweise der schwedischen Weltauswahl um die wieder blasse Brasilianerin Marta nicht beirren.

          Der Volleyversuch von Kerstin Garefrekes (51.) stellte die Rosengarder Keeperin Sofia Lundgren vor keine großen Schwierigkeiten. Das FFC-Spiel litt weiter daran, dass gute Ansätze nicht zu zwingenden Torchancen veredelt werden konnten. „Das Fehlen von Dzseni Marozsan hat sich deutlich bemerkbar gemacht“, sagte Manager Siegfried Dietrich und tupfte sich die Schweißperlen von der Stirn. Es änderte sich auch nichts, als der Titelverteidiger in den Schlussminuten der regulären Spielzeit den Druck nochmal erhöhen konnte.

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          Auch in der halbstündigen Verlängerung erwischte der FFC den besseren Start. Nach einer schönen Freistoßvariante erreichte die Flanke von Mandy Islacker im Zentrum Kerstin Garefrekes, doch die Kapitänin köpfte den Ball aus bester Lage knapp über das Tor (95.). Glück hatten die Frankfurterinnen in der letzten Minute der ersten Hälfte der Verlängerung: Die meisten Zuschauer hatten den Kopfball von Katrin Schmidt nach einer Freistoßflanke schon im Tor gesehen, doch Torhüterin Anne-Kathrine Kremer lenkte den Ball im Flug mit den Fingerspitzen noch an den Pfosten.

          Die Torszenen häuften sich nun in einem spannenden Duell zweier um die Fortsetzung ihrer internationalen Reise kämpfenden Teams. Sekunden vor Ende der Verlängerung hatte Simone Laudehr nach einer Ecke die große Chance, den FFC fulminant in die nächste Runde zu bringen. Doch der Kopfball der Nationalspielerin wurde auf der Linie abgewehrt. Es sollte im Frankfurter Jubel nach dem letzten Elfmeter eine Randnotiz bleiben.

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