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Champions-League-Finale : Frankfurter Fußball-Königinnen

Da ist das Ding: Zum vierten Mal gewinnt der 1. FFC Frankfurt die Champions League Bild: Reuters

Das Champions-League-Finale im Frauenfußball ist dramatisch. Nach 90 Minuten steht es zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Paris St. Germain 1:1 – doch in der Nachspielzeit hat Mandy Islacker ihren großen Auftritt.

          Im Finale der Champions League konnte man über mangelnde deutsche Beteiligung nicht klagen, zumindest was die weibliche Variante von Berlin anging. Im Frauenfinale standen am Himmelfahrtstag neben dem 1. FFC Frankfurt auch fünf deutsche Spielerinnen bei Paris St. Germain im Endspielkader. Am Ende einer starken und im Schlussspurt packenden Partie setzte sich dann aber das deutsche Original aus Frankfurt mit 2:1 verdient durch.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die eingewechselte Mandy Islacker erzielte in der Nachspielzeit (92. Minute) mit einem gefühlvollen Schuss mit dem Außenrist den umjubelten Siegtreffer für die Frankfurterinnen, die durch Célia Sasic (32.) in Führung gegangen waren. St. Germain war durch Marie-Laure Delie (40.) der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen. Der Triumph wird am Freitag von 18.00 Uhr an bei einem Empfang auf dem Römerberg gefeiert.

          Frankfurt jedoch dominierte weitgehend das Finale, ließ kaum Torchancen zu, vergab jedoch immer wieder selbst gute Möglichkeiten. „Ich kann es gar nicht glauben. Der größte Moment meiner Karriere“, sagte Torschützin Mandy Islacker, die dem deutschen Fußball mit ihrem Treffer nach den Champions-League-Siegen in den Jahren 2013 und 2014 durch den VfL Wolfsburg damit den dritten Triumph in der Königinnenklasse nacheinander bescherte.

          Der nun viermalige Europapokalsieger aus Frankfurt stand sieben Jahre nach seinem bisher letzten Triumph in Berlin besonders unter Druck. Denn nur mit einem Sieg im Finale hatte sich der 1. FFC noch für die Champions League qualifizieren können, nachdem das Team von Trainer Colin Bell am letzten Spieltag der Bundesliga die deutsche Meisterschaft und die Qualifikation zur Champions League als Tabellendritter denkbar knapp verpasst hatte – der Champions-League-Erfolg in letzter Minute war da mehr als nur ein Trost.

          Mit dieser Mannschaft startete der 1. FFC Frankfurt ins große Finale Bilderstrecke

          Von Beginn an war beim 1. FFC nichts von dieser Belastung zu spüren. Konzentriert bauten die Frankfurterinnen ihr Spiel auf, kamen regelmäßig zu Chancen und entblößten dabei kaum ihre Defensive. Paris lauerte weitestgehend vergeblich auf Konter in einem Finale, das in einem nicht gerade stimmungsfreundlichen Stadion mit Laufbahn stattfand. Heimspiel- und Endspiel-Atmosphäre kam jedenfalls fast nie auf – erst nach dem entscheidenden Treffer und bei der Siegerehrung ein bisschen.

          Für Paris St. Germain bedeutete das Finale eine Premiere, der sie nicht gewachsen waren. Die Französinnen waren zuvor nicht über das Achtelfinale hinausgekommen, besiegten aber auf dem Weg nach Berlin genau jene Klubs, die in den vergangenen vier Jahren den Titel unter sich ausgemacht hatten: Wolfsburg und Olympique Lyon. Aber gegen die Frankfurterinnen, die in den ersten sechzig und den letzten zehn Minuten deutlich stärker und selbstbewusster auftraten, stießen sie an ihre Grenzen.

          Der 1. FFC Frankfurt steht damit als gewachsener, eigenständiger Frauenfußball-Klub neben den ansonsten dominierenden Großklubs wie dem FC Bayern, Wolfsburg, Lyon oder den von Geldgebern aus Qatar profitierenden Fußballfrauen aus St. Germain nun mittlerweile ziemlich allein in Europa – aber dennoch wieder ganz oben. Der vierte Erfolg in der Geschichte des Klubs ist daher umso höher zu bewerten.

          1. FFC Frankfurt - Paris St. Germain 2:1 (1:1)

          1. FFC Frankfurt: Schumann - Prießen, Kuznik, Hendrich - Schmidt (79. Huth), Laudehr (87. Ando) - Garefrekes, Marozsán, Crnogorcevic (66. Islacker) - Boquete, Sasic
          Paris St. Germain: Kiedrzynek - Houara-D’Hommeaux, Delannoy, Krahn, Boulleau (60. Henning) - Kaci, Cruz Traña - Alushi (58. Georges), Dali - Delie, Asllani (90.+5 Sarr)
          Schiedsrichterin: Staubli (Schweiz)
          Zuschauer: 17.000
          Tore: 1:0 Sasic (32.), 1:1 Delie (40.), 2:1 Islacker (90.+2)
          Gelbe Karten: Laudehr / Delannoy, Krahn

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