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Stürmer von Union Berlin : Awoniyis lange Reise in die neue Heimat

  • -Aktualisiert am

Taiwo Awoniyi hat auch schon in der Europa Conference League getroffen. Bild: dpa

Der Stürmer hat bereits sechs Ligatore erzielt und gehört zu einem elitären Kreis. Bei Union ist der oft verliehene Awoniyi nun erfolgreich. In der Europa Conference League wartet Feyenoord Rotterdam.

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          Taiwo Awoniyi machte sich gerade auf den Weg in Richtung Fernsehkameras, da begannen die Fans im Stadion An der Alten Försterei seinen Namen zu rufen. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, das bald zu einem breiten Grinsen anwuchs. Der Stürmer des 1. FC Union Berlin sah in diesem Moment nicht nur glücklich aus, er war es auch. So glücklich wie vielleicht noch nie während seiner Karriere. Zum 2:0 seiner Berliner gegen den VfL Wolfsburg steuerte Awoniyi den ersten Treffer bei, das 2:0 schoss Sheraldo Becker. Der 24 Jahre alte Awoniyi steht inzwischen bei sechs Saisontoren. Mehr haben nur Erling Haaland und Robert Lewandowski, zwei der besten Mittelstürmer weltweit, und Patrik Schick erzielt.

          Europa Conference League

          Es gab eine Zeit, und die ist noch gar nicht allzu lange her, da bekam Awoniyi regelmäßig gesagt, er könne auch zu diesem elitären Kreis angehören. Als Juwel galt er, deshalb verpflichtete ihn der FC Liverpool. Da war er gerade 18 Jahre alt geworden. Welch ein Druck für einen jungen Mann, der sich anschickt, seine Heimat Nigeria zu verlassen, um in einem fremden Land auf einem fremden Kontinent die Prophezeiungen der erfolgreichen Karriere zu verwirklichen.

          Die Erwartungen waren groß, aber dafür hatte Awoniyi auch einiges getan. Weltmeister mit der nigerianischen U 17 im Jahr 2013 – vier Tore steuerte er zum Titelgewinn bei. Daheim verglichen sie ihn wegen seiner bulligen, kraftvollen Statur mit Rashidi Yekini, dem erfolgreichsten Torjäger der nigerianischen Nationalmannschafts-Geschichte. Kaum in Liverpool angekommen, bekam Awoniyi aber gleich die Härten des Geschäfts zu spüren. Leihe nach Frankfurt, zum FSV. Abstiegskandidat in der zweiten deutschen Liga. Dort traf er auf den Trainer Falko Götz. „Taiwo war unheimlich wissbegierig, er ging in jeden Zweikampf und war in jedem Training unheimlich engagiert“, sagt Götz.

          Viele Leihen in viele Länder

          So engagiert wie der neue Stürmer waren die meisten anderen Frankfurter nicht, nach wenigen Spielen wurde Götz entlassen, auch für Awoniyi wurde es schwieriger. Das Team stieg ab, Götz sagt heute: „Wenn alle Taiwos Einstellung gehabt hätten wäre das nicht passiert.“ Awoniyi zog weiter nach Nijmegen.

          Nächste Leihe, nächstes Land. Von Nijmegen ging es nach Mouscron. Sein nächster Verein wurde KAA Gent in Belgien. Danach wieder Mouscron, dann zurück nach Deutschland, zu Mainz 05. Mit Anfang 20 hatte Awoniyi in so vielen Vereinen und unter so vielen Trainern gespielt, dass es im Prinzip für eine komplette Karriere langte.

          Irgendwo zwischen Frankfurt, Nijmegen, Mouscron und Mainz dämmerte es ihm, dass es unter diesen Bedingungen schwer werden dürfte mit der Weltspitze. Im Spätsommer 2020 wurde er wieder verliehen, diesmal zu Union. Wenigstens kein neues Land, dachte Awoniyi, aber etwas war anders in Berlin, das spürte er sofort. Über Trainer Urs Fischer sagte er im vergangenen Frühjahr: „Er gibt einem das Gefühl, wichtig zu sein.“ Ein Gefühl, dass Awoniyi lange nicht mehr gespürt hatte. Er und Union, das passte.

          In diesem Sommer machte Union etwas, das der Klub noch nie getan hatte. Er gab für seine Verhältnisse sehr viel Geld aus, um einen Spieler zu kaufen. Für rund 6,5 Millionen Euro lösten die Berliner Awoniyi beim FC Liverpool aus. Awoniyi dankt seitdem mit Toren, er ist der zentrale, treffsichere Stürmer, den Union so lange gesucht hatte.

          Vor allem das Zusammenspiel mit Max Kruse klappt hervorragend. Überhaupt lobt Awoniyi den guten Teamgeist. Und an diesem Donnerstag (18.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa Conference League und bei TVNow) geht es nun für Union, Fünfter in der Bundesliga, im Europapokal zu Feyenoord Rotterdam in die Niederlande. Taiwo Awoniyi kennt sich dort bestens aus.

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