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Neue Hoffnung beim 1. FC Köln : Derbysieg als Wende?

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Einmal Geißbock, immer Geißbock. Podolski fordert: „Packen wir es gemeinsam an!“ Bild: dpa

Die Kölner präsentieren sich vitaler als die Konkurrenten im Abstiegskampf. Ob es noch für die Relegation reicht? Der oberste Lokalpatriot ist jedenfalls zuversichtlich.

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          Kaum war der 2:0-Sieg des 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen gesichert, da meldete sich schon der oberste kölsche Lokalpatriot aus dem Fernen Osten. Lukas Podolski twitterte aus Japan: „Wofür das Kaff nebenan gut ist? Um die Wende zu schaffen. Packen wir es gemeinsam an! Sieben Spieltage vor Ende der Saison in der Fußball-Bundesliga twittern und wittern „Poldi“, der bei Vissel Kobe unter Vertrag steht, und die Kölner die Chance, diese verkorkste Spielzeit doch zu einem guten Ende zu bringen. Kann der Sieg im Nachbarschaftstreffen noch einmal neue Energie freisetzen, um in den Frühlingswochen den Relegationsrang 16 in Angriff zu nehmen?

          Die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck präsentierte sich dank ihrer guten Ordnung und dem quirligen Angriffstrio mit dem starken Leonardo Bittencourt sowie den beiden Torschützen Yuya Osako und Simon Zoller auf jeden Fall deutlich vitaler als die wesentlichen Konkurrenten um den Verbleib in der Eliteliga, Hamburger SV, Mainz 05 und VfL Wolfsburg, in den vergangenen Wochen.

          Kommt wirklich das Kölsche Grundgesetz zum Einsatz? „Et hätt noch immer jot jejange?“ Noch beträgt der Rückstand auf Relegationsrang 16 fünf Punkte, und die Kölner haben in den anstehenden sieben Runden nur noch drei Heimspiele. Im nächsten am 7. April (29. Spieltag) müssen sie im Duell der Karnevalsvereine unbedingt gegen Mainz 05 gewinnen. Denn danach geht es in Müngersdorf nur noch gegen die beiden Spitzenteams Schalke 04 (31. Spieltag am 22. April) und Bayern München (33. Spieltag am 5. Mai).

          Kölner Ziel muss deshalb sein, am 34. Spieltag noch auf Schlagdistanz zur Konkurrenz zu sein, denn dann kommt es am 12. Mai zum möglicherweise entscheidenden Abstiegsendspiel beim VfL Wolfsburg. Doch zunächst gilt die Konzentration nach der Länderspielpause der anstehenden Begegnung bei der TSG Hoffenheim.

          Der Glaube ist jedenfalls zurück. „Wir wollen das ganz Große erreichen“, sagte Bittencourt. Er meinte den Klassenerhalt. Es wäre eine beispiellose Aufholjagd, wenn es der FC zumindest noch in die Relegation schaffen sollte. Aufgegeben hatte sich die von Ruthenbeck seit dem Jahreswechsel neu ausgerichtete und auf Aggressivität in den Zweikämpfen getrimmte Mannschaft freilich nie.

          „Es war aber schwer, wenn du nach Niederlagen immer in einer bedrückten Stimmung in die neue Trainingswoche gestartet bist“, sagte Verteidiger Dominique Heintz. „Es tut deshalb extrem gut, das Tabellenende verlassen zu haben.“ Seit dem 3. Spieltag standen die Kölner auf dem letzten Platz, den sie nun an den Hamburger SV abgegeben haben. Ruthenbeck erkannte „ein Zeichen, dass wir noch am Leben sind“.

          Es war ein Sonntagnachmittag mit viel „Jeföhl“. Abwehrchef Dominic Maroh vergoss auf dem Platz Tränen, als die Anspannung abgefallen war. Seit November war er nicht mehr zum Einsatz gekommen, auf eine Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrags durfte der 31-jährige Deutsch-Slowene bislang auch nicht mehr hoffen - trotzdem präsentierte er sich als einer der Anführer. „In der Mannschaft stimmt es“, stellte Bittencourt fest.

          Gilt das kölsche Grundgesetz noch? „Et hät noch immer jot jejange“
          Gilt das kölsche Grundgesetz noch? „Et hät noch immer jot jejange“ : Bild: dpa

          Trotz der ernüchternden Tabellensituation habe es keinerlei Auflösungserscheinungen gegeben. Dass die Besten, wie der angeblich von Borussia Dortmund ausgeguckte Jonas Hector oder Torwart Timo Horn umworben werden, ist für ihn ein normaler Vorgang. „Ich glaube aber, dass fast alle bleiben werden, wenn wir die Klasse halten“, sagte Bittencourt. Bis dahin ist es freilich ein weiter Weg.

          Doch selbst beim Abstieg hätte dieser Sonntagnachmittag eine besondere Bedeutung im rheinischen Fußball-Universum. „Beide Derby-Heimspiele gewonnen - das ist die Hauptsache“, meinte Heintz. Mitte Januar hatten sich der FC schon in dem für die Fans ungleich wichtigeren Treffen mit Borussia Mönchengladbach mit 2:1 durchgesetzt.

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