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Schmadtke in der Kritik : Die Stimmung in Köln kippt

  • Aktualisiert am

Jörg Schmadtke steht nach dem abermals verlorenen Spiel in der Europa League in der Kritik. Bild: dpa

Der 1. FC Köln verliert auch bei Bate Baryssau und die Fans haben „die Schnauze voll“. Ein Spieler könnte im Spiel gegen Bremen nun besonders wichtig werden.

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          Nach den Klassikern „Wir haben die Schnauze voll“ und „Wir wollen euch kämpfen sehen“ folgten sogar „Schmadtke raus“-Rufe: Ausgerechnet vor dem wichtigsten Spiel der bisherigen Saison kippt die Stimmung bei Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Köln. Es droht der Bruch mit den Fans.

          Als die Spieler nach der 0:1 (0:0)-Niederlage in der Europa League bei Bate Baryssau in die Kurve wollten, schlugen ihnen Wut und Ablehnung entgegen. Auf halber Strecke kehrten die Profis um. Der Schuldige an der beispiellosen Talfahrt ausgerechnet nach der besten Saison seit 25 Jahren ist für die Fans gefunden: Sportchef Jörg Schmadtke, vor einigen Wochen noch als einer der Väter des Erfolgs gefeiert, hat durch einige unglückliche Transfers im Sommer den Großteil seines Kredits bei den Anhängern verloren.

          Europa League

          „Egal ist mir das nicht. Aber es macht nichts mit mir“, sagte Schmadtke, bemüht unbeeindruckt, aber doch sichtlich getroffen. Sein Absturz von der Kultfigur zum Sündenbock kam erstaunlich schnell und heftig, doch Schmadtke fehlen die Argumente. Er hatte im Sommer nach dem 35-Millionen-Verkauf von Torjäger Anthony Modeste eine Menge Geld zur Verfügung und dazu die Europa League als Argumentationshilfe. Von den Zugängen schlug aber bisher keiner ein. Und die schon im Vorjahr zu erkennenden Schwachstellen wurden nicht beseitigt.

          Trainer Peter Stöger blieb von Entlassungs-Forderungen aus der Kurve verschont. Einen Rücktritt schloss er weiterhin aus. „Ich bin kein Sesselkleber, aber es wäre jetzt der allerfalscheste Ansatz, sich zu verpissen“, beteuerte er. Doch er weiß auch: „Die Situation wird schwieriger und schwieriger.“ Die über Wochen so gefeierte Rückkehr in den Europacup will der Österreicher aber nicht verfluchen, und den Wettbewerb trotz der fast aussichtslosen Situation ernst nehmen. „Wenn du jetzt sagst, die Europa League interessiert mich nicht mehr, bist du kein Sportler“, sagte er.

          Jubel bei Bate: Die Weißrussen besiegen Köln

          Zur Ratlosigkeit über zehn Niederlagen aus den letzten elf Pflichtspielen gesellen sich aber eben nun auch noch atmosphärische Spannungen – die es auch im direkten Verhältnis zwischen Stöger und Schmadtke geben soll. All das ist ein explosives Gemisch vor dem Kellerduell gegen den Vorletzten Werder Bremen am Sonntag (13.30 Uhr / Live bei Eurosport und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET). Ein Spiel, das viele nach einem Punkt aus acht Liga-Partien bereits als Abstiegs-Endspiel bezeichnen.

          Stöger wehrte sich gegen diese Formulierung, stellte aber klar: „Es wird mal Zeit, dass wir ein Zeichen setzen.“ Vielleicht hilft dabei der Trotz. Denn die harsche Kritik der bisher erstaunlich ruhigen Fans kam bei den Spielern und auch den Verantwortlichen nicht gut an. „Zu singen, 'wir woll'n euch kämpfen sehen' ist deplaziert“, sagte Mittelfeldspieler Marco Höger. Sein Trainer erklärte: „Dass man Unmut zeigt, verstehe ich. Dass man der Mannschaft vorwirft, dass sie nicht gekämpft hat, verstehe ich weniger.“

          Umso wichtiger könnte Claudio Pizarro werden. Der im September aus der Vertragslosigkeit nachverpflichtete Routinier ist gegen seine alte Liebe Werder besonders motiviert – und weil er für die Europa League nicht spielberechtigt ist, unbelastet von den Schmähungen in Weißrussland. Für Sonntag meldet sich der 39-Jährige fit.

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