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Investoren für Kaiserslautern : Der FCK und ein Schritt aus dem Schuldensumpf

  • Aktualisiert am

„Was wir heute haben, das ist ein großer Schritt nach vorne“: Markus Merk Bild: Picture-Alliance

Seit langem plagen den 1. FC Kaiserslautern Schulden. Zuletzt wurde ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Nun entscheidet sich der Drittligaklub für ein Investorenmodell, das helfen soll.

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          Der 1. FC Kaiserslautern setzt in seiner Existenzkrise auf eine Gruppe regionaler Investoren. Diese Entscheidung traf der Gläubigerausschuss beim Fußball-Drittligaverein am Mittwoch einstimmig. Dessen Mitglieder sehen „in der regionalen Investorengruppe die wirtschaftlich beste Basis für eine nachhaltig belastbare Zukunft des Vereins“, teilte der FCK mit. Die Verträge müssen allerdings noch ausgehandelt werden. Auch der Schuldenerlass ist noch nicht gesichert.

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          Der viermalige deutsche Meister hatte Mitte Juni einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. „Was wir heute haben, das ist ein großer Schritt nach vorne“, sagte Markus Merk, der Beiratsvorsitzende der Management GmbH und frühere WM-Schiedsrichter, bei der Pressekonferenz im Fritz-Walter-Stadion. Er forderte nach turbulenten Monaten rund um den Betzenberg: „Wir brauchen Ruhe, Ruhe, Ruhe!“

          FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt muss zusammen mit den Partnern und Juristen nun unterschriftsreife Verträge ausarbeiten, die dann von dem vom Amtsgericht Kaiserslautern bestellten Sachwalter Andreas Kleinschmidt geprüft werden.

          Zu der regionalen Investorengruppe um Sprecher Giuseppe Nardi zählen auch Peter Theiss, Klaus Dienes, Dieter Buchholz und Axel Kemmler. Bei Nardi und Co. wird von einem Angebot um die acht Millionen Euro berichtet. Zu der Summe wollte der FCK keine Angaben machen. Mit dem Geld soll der sportliche Fortbestand des mit über 20 Millionen Euro verschuldeten Fritz-Walter-Klubs gewährleistet werden.

          Nicht in Vertragsverhandlungen geht der FCK mit der sogenannten Dubai-Gruppe, hinter dessen Offerte der 71 Jahre alte deutsche Geschäftsmann Horst Peter Petersen stehen soll. Das Angebot war nach Medieninformationen deutlich höher dotiert als das der regionalen Investoren. Kleinschmidt sprach davon, dass man die Transaktionssicherheit nicht abschließend habe klären können. Außerdem hätte es Probleme mit verbandsrechtlichen Regularien geben können. „Das Angebot der regionalen Investoren passt besser in die Vereinsphilosophie“, sagte er.

          Ausschließlich die Gruppe der regionalen Investoren habe „die Vorgaben zu Bonitätsprüfung, zu Geldwäsche, zu Compliance sowie zu den Regularien und Statuten des DFB und der Satzung des FCK erfüllen können“, sagte Geschäftsführer Voigt.

          Noch nicht vollzogen ist der von den neuen Investoren geforderte Schuldenschnitt. Da muss noch mit den Gläubigern verhandelt werden. „Es kann daran noch scheitern, ich sehe das aber nicht. Ich sehe eher, dass die Gläubiger ein großes Interesse daran haben, dass hier weiter Fußball gespielt werden kann“, sagte Kleinschmidt. Bis zum 1. September muss Lautern den Insolvenzplan vorlegen.

          „Wir haben jetzt die Chance, den Insolvenzplan fristgerecht bei Gericht einzureichen. Mit der Eröffnung des Verfahrens kann das zuständige Amtsgericht dann den Termin für die Gläubigerversammlung festlegen, die über die Annahme des Insolvenzplans zu entscheiden hat“, erklärte der Generalbevollmächtigte der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA, Dirk Eichelbaum.

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