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1:1 in Mailand : Deutschland und Italien auf Augenhöhe

Dieses Mal wirkte Lahm größer: Der deutsche Kapitän im Duell mit Angstgegner Mario Balotelli Bild: dpa

Deutschland besteht den ersten ernsten WM-Test: In Italien zeigt sich die DFB-Auswahl im 100. Spiel unter Trainer Löw einem starken und bisweilen nickligen Gegner gewachsen. Mats Hummels trifft per Kopfball

          3 Min.

          Ein Traum in Weiß war es noch nicht – aber alles in allem eine Vorstellung, die sich schon sehen lassen konnte. Was die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Freitagabend beim 1:1 in Mailand gegen Italien zeigte, durfte man als ganz ordentlichen Vorgeschmack auf die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr bezeichnen, und das längst nicht nur wegen des strahlend-neuen Outfits, das sie in der italienischen Modemetropole zum ersten Mal vorführte. Nachdem Joachim Löw die Italiener bewusst für diesen Termin ausgesucht hatte, um noch einmal Anschauungsunterricht in Sachen Taktik und Cleverness zu nehmen, kann er sich um einige erbauliche Erkenntnisse reicher dem letzten Spiel des Jahres am Dienstag in London gegen England zuwenden – auch wenn nach einer bärenstarken ersten Hälfte eine schwächere zweite folgte.

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Mats Hummels brachte die Deutschen im Giuseppe-Meazza-Stadion in der 8. Minute in Führung, Ignazio Abate glich für die Italiener aus (28.). Ein bisschen näher am Sieg durften sich die Deutschen fühlen, die sich in der ersten Halbzeit mit forschem Pressing und variablem Offensivspiel ein klares Chancenplus erspielt hatten. Nach der Pause allerdings konnten sie das Niveau nicht halten und erspielten sich nur noch eine nennenswerte Möglichkeiten: durch einen Pfostenschuss von Höwedes in der Nachspielzeit. Immerhin aber ließen die Deutschen auch nicht mehr viel zu – was gegen einen Gegner dieser Güte auch nicht selbstverständlich ist.

          Lufthoheit: Mats Hummels springt höher als Barzagli und trifft zur Führung Bilderstrecke
          Lufthoheit: Mats Hummels springt höher als Barzagli und trifft zur Führung :

          Löw hatte für sein 100. Spiel als Bundestrainer Experimente angekündigt – und er setzte das auch gleich in die Tat um. So begann Philipp Lahm vor der Abwehr, als Nebenmann von Khedira. Es war nicht unbedingt eines der besten Länderspiele des Kapitäns, aber seine Fähigkeiten als umsichtiger Ballverteiler kamen einige Male zum Tragen. Nach dem Spiel betonte Löw indes, dass er diese Variante situationsbedingt als Reaktion auf das Fehlen von Schweinsteiger und Gündogan gewählt habe – und nicht unbedingt als Modell für die Zukunft. Er habe gegen Italien dort einen Mann mit Erfahrung, und „keinen ganz Jungen“ gebraucht. „Dauerhaft, wenn alle fit sind“, sagte Löw, „haben wir im Zentrum Klassespieler, und dann werden wir auch Philipp Lahm auf Rechts sehen.“

          Testlauf Nummer zwei betraf Mario Götze, der als „falscher Neuner“ auflief. Löw hat den Münchner schon öfter als Wunschlösung für diese Angriffsvariante bezeichnet. Doch auch er schaffte es – wie zuletzt Özil – nicht, seine Talente von ganz vorne kommend voll zur Geltung zu bringen. Die Idee aber, die hinter all dem steckt, nämlich ein Gewinn an Flexibilität und Anspielstationen im Mittelfeld, war diesmal schon recht deutlich zu erkennen.

          Impulse von Kroos

          Nach der Anfangsphase, in der die Italiener einen ziemlichen Wirbel veranstalteten, und dem Tor von Hummels – er traf per Kopf nach Eckball von Kroos – übernahmen die Deutschen weitgehend die Kontrolle. Bei eigenem Ballbesitz kamen die meisten Impulse von Kroos, der als Gestalter und Taktgeber immer wertvoller wird. Was noch mehr auffiel, war die Art und Weise, wie Löws Mannschaft die Squadra Azzurra extrem früh unter Druck setzte – nämlich schon rund um den italienischen Strafraum.

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