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1:1 gegen Paris St. Germain : Später Schreck in Dortmund

  • -Aktualisiert am

Kevin Großkreutz und seine Mitspieler gaben alles - es reichte aber nicht zum Sieg Bild: dpa

Der Bundesliga-Tabellenführer gewinnt seine Heimspiele in der Europa League nicht: Nach dem 0:1 gegen Sevilla spielt Dortmund gegen Paris 1:1. Sahin schießt die Borussen in Führung, doch kurz vor Schluss fällt noch der Ausgleich.

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          Mitgespielt hat Patrick Owomoyela zwar nicht, aber pünktlich zum Europa-League-Heimspiel gegen Paris St. Germain präsentierte der Dortmunder Fußballprofi einen Spot seines Vereins für die Fernsehwerbung. „Wenn du etwas wirklich liebst, musst du dafür kämpfen“, heißt es dort. „Du musst an deine Grenzen gehen - und dann ein paar Schritte weiter.“

          Beim 1:1 gegen den Dritten der französischen Ligue 1 ist der BVB allerdings auf der Stelle getreten. In der Europa League stoßen die Westfalen, in heimischen Landen zuletzt Seriensieger, weiterhin an Grenzen. Viel guter Wille und Nuri Sahins Elfmetertor aus der 50. Minute reichten dem Spitzenreiter der Bundesliga nicht, um die Partie für sich zu entschieden.

          Weil dem Einwechselspieler Clement Chantome drei Minuten vor Schluss der Ausgleich gelang, musste die junge Dortmunder Mannschaft im internationalen Geschäft abermals Lehrgeld bezahlen, wenn auch nicht ganz so viel wie zuvor bei der Heimniederlage gegen den FC Sevilla. „Dass wir nur unentschieden gespielt haben, ist nicht schlimm. Es ist nicht so, dass wir aus diesem Unentschieden nichts machen können, denn wir haben immerhin einen Punkt geholt und festgestellt, dass wir den Gegner auswärts schlagen können“, sagte der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp.

          Mamadou Sakho reißt Jakub Blaszczykowski zu Boden - Strafstoß für die Hausherren

          Barrios setzt sich durch, trifft aber nur den Pfosten

          Vor dem Spiel hatte er „ein Hauen und Stechen auf hohem Niveau“ angekündigt. Bevor die Mittel des Fußballs zum Einsatz kamen, hatte Paris den Kampf schon mit einer Offerte für den Dortmunder Torhüter Roman Weidenfeller eröffnet. Der Dreißigjährige, zuletzt in guter Form, könnte Dortmund nach dem Saisonende ablösefrei verlassen, steht aber in Gesprächen mit dem BVB über eine Verlängerung und bezeichnet den BVB als „ersten Ansprechpartner“. Unabhängig von den Gesprächen war dem Torhüter daran gelegen, beide Interessenten von seinen Vorzügen zu überzeugen.

          Gelegenheit dazu bot sich lange Zeit nicht besonders oft, wenn er jedoch gefordert wurde, lieferte Weidenfeller durchaus Argumente, ihn zu halten - oder zu verpflichten. Die Dortmunder hielten den Gegner überwiegend von Weidenfellers Tor fern und beschritten selbst den Weg nach vorn. Ihren Vorstößen fehlte es aber zunächst an zündenden Ideen. Vor der Pause wurde es nur einmal richtig brenzlig im Pariser Strafraum: BVB-Stürmer Lucas Barrios zeigte als Abnehmer einer Flanke Kagawas zwar Geschick, traf aber nur den Pfosten. Mehr ließ die aufmerksame Abwehr der Franzosen in der ersten Hälfte nicht zu.

          Auf der Gegenseite fuhr den Borussen der Schreck in die Glieder, als der aufgerückte Innenverteidiger Mamadou Sakho mit einem Kopfball nur knapp das Ziel verfehlte. Dieser Warnschuss vermochte die Heimelf aber nicht einzuschüchtern; ebenso wenig die pyrotechnischen Anschläge französischer Fanatiker, die sich des Öfteren mit Kanonenschlägen bemerkbar machten und dabei häufiger nachluden als ihre Elf auf dem Rasen. Dort hingegen ließen es die Dortmunder krachen.

          Dortmund wartet vergeblich auf klare Verhältnisse

          Der junge Emporkömmling Mario Götze, zu Beginn des zweiten Durchgangs ins Spiel gekommen, verfehlte mit einem abgefälschten Distanzschuss noch knapp die Führung. Doch die nächste Chance ließ der BVB sich nicht entgehen. Nuri Sahin, an dem neuerdings der FC Bayern interessiert sein soll, verwertete einen Elfmeter zum 1:0. Sakho hatte Blaszczykowski im Strafraum festgehalten. Subotic, Lewandowski, inzwischen auch eingewechselt, und Barrios verpassten jeweils die Chance, den Vorsprung auszubauen.

          Die Borussen investierten zwar viel Energie, warteten aber vergeblich auf klare Verhältnisse. Und liefen bei den Gegenstößen der Pariser, die in der zweiten Hälfte zunahmen, Gefahr, den Ausgleich zu bekommen; so vor allem bei Sakhos Kopfball, den Lewandowski auf der Linie abwehrte. Als die Dortmunder sich scheinbar dem zweiten Sieg im dritten Gruppenspiel entgegenzitterten, wurden sie an diesem frischen Herbstabend noch richtig kalt erwischt. Drei Minuten vor Ultimo erzielte Chantome den Ausgleich für die Franzosen, die nach zwei Siegen und einem Unentschieden in der Gruppe J deutlich bessere Aussichten haben weiterzukommen als die Westfalen, die hinter Paris und Sevilla auf dem dritten Platz liegen und noch zwei Auswärtsspiele vor sich haben.

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