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1:1 gegen Kaiserslautern : Der nächste, bitte: Ernst wird Schalker

  • -Aktualisiert am

Fabian Ernst stürmt im nächsten Sommer in Königsblau Bild: ddp

Als bekannt wurde, daß Fabian Ernst zum FC Schalke 04 geht, gab es unglückliche Gesichter auf der Bremer Weihnachtsfeier: Nach Rost, Ailton, Krstajic ist der Nationalspieler der vierte Werder-Stammspieler, der zu den Westdeutschen wechselt.

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          Die ersten Abrechnungen mit den Champions-League-Millionen sind in Bremen eingetroffen. "Die haben der Finanzabteilung so gut gefallen, daß wir nun unbedingt wieder in die Champions League wollen", sagte Klaus Allofs mit seinem typischen verschmitzten Lächeln. Werder Bremen hat Gefallen gefunden am Wettbewerb mit den europäischen Spitzenteams; der deutsche Meister überwintert ja im wichtigsten kontinentalen Vereinswettbewerb.

          Man möchte noch mehr Millionen, noch mehr Festtage unter Flutlicht - am Freitag wird das Achtelfinale ausgelost. Doch der Alltag, der beinhaltet derzeit die Mühen der Ebene namens Bundesliga: Am Dienstag Valencia, am Samstag Kaiserslautern, das ist gar nicht so leicht zu verkraften, und so wurde es nur ein Remis im Heimspiel der Bremer gegen die Pfälzer.

          Vierter Bremer auf Schalke

          Das 1:1 am Samstag nachmittag vor knapp 40.000 Zuschauern gegen kampfstarke, robuste Lauterer erinnerte frappierend an die Punkteteilungen gegen Bayer 04 Leverkusen und den Hamburger SV zuvor: Werder spielt nicht schlecht, doch das letzte bißchen fehlt, sei es Glück, die Gewogenheit des Schiedsrichters oder der lichte Moment eines Einzelkönners. All das führt dazu, daß der deutsche Meister und Pokalsieger nun elf Punkte weniger hat als vor einem Jahr.

          Tchato und Engelhardt nehmen Bremens Klose in die Zange

          Als am Samstag abend auch noch bekannt wurde, daß Fabian Ernst im Sommer 2005 zum FC Schalke 04 geht, gab es viele unglückliche Gesichter auf der Bremer Weihnachtsfeier: Nach Rost, Ailton, Krstajic ist der 25 Jahre alte Nationalspieler der vierte Bremer Stammspieler, der zu den Westdeutschen wechselt. Ernst ist zum Saisonende ablösefrei zu haben; er hatte schon vor drei Wochen gesagt, nicht in Bremen bleiben zu wollen. Er unterschreibt in Schalke einen Vertrag bis 2010.

          "Wir jammern nicht rum“

          Der FC Bayern ist für die Bremer Fans längst nicht mehr der unbeliebteste Klub der Bundesliga: In dieser Wertung ist Schalke überlegen Herbstmeister. Bei Werder behauptet man tapfer, in Daniel Jensen schon Ernsts Nachfolger gefunden zu haben. Doch wieder einmal bricht ihnen eine Stütze der kickenden Gesellschaft weg.

          Trotzdem war es ein tolles Jahr 2004 für Bremen. Und so wollten sich weder Trainer Thomas Schaaf noch Sportdirektor Allofs lange mit Klagen aufhalten. Schaaf sagte: "Wie sich die Mannschaft auch heute wieder dargestellt hat, das verdient ein großes Kompliment. Das gilt für die ganze Hinserie." Schaaf zielte vor allem auf das rätselhafte Verletzungspech ab, das Werder es nie ermöglichte, mal zwei Spiele nacheinander mit der gleichen Mannschaft aufzulaufen. Dieses Mal meldete sich Johan Micoud nach dem Warmlaufen ab - der Rücken schmerzte. "Wir jammern nicht rum, wir kennen es ja nicht anders. Wir haben die Qualität, Ausfälle zu verkraften", sagte Schaaf.

          Bremen hofft auf bessere Rückrunde

          Ohne Micoud, der bislang alle Pflichtspiele der Norddeutschen absolviert hat, fehlte Werder der Taktgeber: Nur schnell nach vorne und hoch in den Strafraum, das sah zwar gewaltig aus, war aber nicht immer das richtige Rezept gegen erstaunlich gut sortierte Gäste. Ein wenig Spielberuhigung hätte zwischendurch gutgetan. So lief Werder in einen Konter, den der 1. FC Kaiserslautern in der 49. Minute durch Jancker zur Führung nutzte. Wie schon gegen Hamburg und Leverkusen lag Bremen zurück, kam dann zum Ausgleich (Borowski, 59. Minute), hatte aber nicht mehr das Format, das Remis in einen Sieg zu veredeln. Das ist der größte Unterschied zur Serie 2003/04: Geschenke oder grünweiße Glücksmomente gibt es für Werder in der Bundesliga nicht mehr. Dafür überstanden die Bremer Profis einige brenzlige Situationen in der Champions League unbeschadet. Vielleicht ist beides zusammen auch zuviel verlangt.

          So blieb vor allem die nicht unbegründete Hoffnung auf eine bessere Rückrunde. "Wir wollen im neuen Jahr richtig nachlegen", sagte Schaaf. Allofs sah es so: Ein Sieg im ersten Spiel 2005 "auf" Schalke, und schon sei Werder ganz oben dran. Die Champions League hat nämlich viel mehr gebracht als nur Millionen: Selbstbewußtsein.

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