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1:1 gegen Bielefeld : Rudi Völler allein in Leverkusen

  • Aktualisiert am

Schwere Tage für Rudi Völler Bild: REUTERS

Die Mannschaft ist k.o., der Geschäftsführer angeschlagen. Rudi Völler scheint derzeit alle Kämpfe für Leverkusen austragen zu müssen. Doch die schwierige Trainersuche und die sportlichen Krise kann er nicht allein bewältigen.

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          Rudi Völler konnte seinen Ärger nur mühsam unterdrücken. Die ungelöste Trainerfrage, das Aus im Uefa-Cup, das unbefriedigende Auftreten seiner Profis in der Bundesliga und Schmähungen der Fans gegen seinen Chef - es schien, als wolle Bayer Leverkusens Sportdirektor und Interims-Chefcoach gleich losbrüllen.

          Doch Völler hatte sich im Griff. Nach dem 1:1 (0:0) gegen Arminia Bielefeld federte er Kritik an Team sowie Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser geschickt ab und verwahrte sich vehement dagegen, unter dem Bayer-Kreuz herrsche Chaos. Äußerer Zwang sei mit verantwortlich dafür, „daß die Mannschaft stehend k.o.“ sei.

          „Wir machen alles fürs Fernsehen“

          „Es ist für mich ein absoluter Witz, daß wir es nicht hinkriegen, daß alle Mannschaften, die im Uefa-Cup aktiv waren, erst am Sonntag Bundesliga spielen“, sagte Völler mit Verweis auf die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Fernsehsender. „Leider ist es halt so, daß wir alles fürs Fernsehen machen. Das kann's für die Zukunft nicht sein“, sagte der 45jährige nach seinem insgesamt zwölften und vorerst wahrscheinlich letzten Einsatz auf der Bank.

          Leverkusen in der Krise: Dimitar Berbatow am Boden

          Daß ein Teil der 22.500 Zuschauer in der BayArena den derzeit diskussionswürdigen Status des Teams mit „Holzhäuser raus“-Rufen bedachte, brachte Völler auf die Palme. „Es geht doch nicht, daß wir sagen, der Holzhäuser ist hier der Depp. Daß er der Schuldige ist, ist natürlich Blödsinn. Er ist im Moment ein armer Kerl“, nahm Völler seinen Vorgesetzten für dessen Sparkurs in Schutz. Zudem verteidigte er die Entlassung Klaus Augenthalers: „Sie war vonnöten, und vielleicht hätten wir es früher machen müssen“, meinte Völler. Die Fans hatten während des dürftigen Spiels nach dem alten Trainer gerufen.

          Wenn Olsen kommt, hat er viel zu tun

          Die schwierige Suche nach dem künftigen sportlichen Chef soll jetzt zügig, aber ohne Panik beendet werden. „Wir werden in aller Ruhe einen sehr, sehr guten Trainer verpflichten“, kündigte Völler an. Er selbst geht davon aus, beim Spiel in Mainz am 15. Oktober nicht mehr auf der Bank zu sitzen. Doch schränkte er zugleich ein, so lange als Trainer arbeiten zu wollen, „wie es nötig ist“. Das riecht nach Verlängerung.

          Der Neue, wann immer er auch kommt und möglicherweise Morten Olsen heißt, bekommt viel zu tun. Gegen die gewiss nicht überragenden Bielefelder verhinderte erst ein durch Carsten Ramelow entscheidend abgefälschter Schuß von Andrej Woronin (84. Minute) eine peinliche Schlappe. Isaac Boakye hatte die Ostwestfalen in der 59. Minute in Führung gebracht.

          „Der Punkt ist zu wenig“, klagte Bayer-Keeper Jörg Butt. Arminen-Coach Thomas von Heesen war an seinem 44. Geburtstag zufrieden: „Ich muß meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Sie hat die richtige Antwort auf die Kritik der letzten Wochen gegeben.“ Daß Sibusiso Zuma das mögliche 2:0 vergab, störte von Heesen nicht sonderlich, zumal kurz vor Schluß bei einem Pfostenschuß von Dimitar Berbatow der Punktgewinn massiv gefährdet war. Von Heesen blickt positiv nach vorn: „Mit dieser Top-Einstellung werden wir unser Ziel Klassenerhalt erreichen.“

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