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1:0 in Zürich : München im Millionenspiel

  • -Aktualisiert am

Torschütze Mario Gomez Bild: dpa

Die Bayern siegen in Zürich 1:0 und qualifizieren sich mühelos für die Champions League. Sie lassen es gemütlich angehen und nutzen die erste Möglichkeit, um die letzte Hoffnung des Gegners zu zerstören: Gomez trifft früh.

          Locker und ohne großen Kräfteverschleiß hat der FC Bayern München die Pflicht auf dem Weg zur Kür erfüllt. Der deutsche Fußball-Rekordmeister gewann das Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation beim FC Zürich 1:0, zog nach dem 2:0-Erfolg im ersten Duell mit den Schweizern souverän in die Gruppenphase des wichtigsten europäischen Vereinswettbewerbs ein und wahrte die Chance auf den Traum, beim großen Finale am 19. Mai im eigenen Stadion dabei zu sein. Mario Gomez brachte seine Mannschaft am Dienstagabend bereits in der siebten Minute in Führung und sorgte somit für einen stressfreien Abend vor 23 600 Zuschauern im Letzigrund-Stadion, an dem die großen Glanzpunkte fehlten.

          „Wenn wir arrogant sind und glauben, dass wir schon weiter sind, kann es problematisch werden“, hatte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge am Montag vor dem Abflug in die Schweiz erklärt. Aber weder er noch Uli Hoeneß mussten sich dieses Mal Sorgen machen. Der Präsident konnte in der Pause getrost gelassen auf der Tribüne sitzen bleiben, statt wie im Hinspiel sechs Tage zuvor wutentbrannt in den Kabinentrakt zu stürmen, um den Co-Trainern die Wichtigkeit der Partie zu erläutern.

          Jupp Heynckes wollte sich gleich gar nicht vorwerfen lassen, die Partie nach dem komfortablen Vorsprung aus dem Hinspiel nicht ernst genug zu nehmen. Mit Ausnahme von Arjen Robben, der neben seinen Rücken- und Leistenbeschwerden nun auch noch über eine Schambeinentzündung klagt, und Rafinha ließ der Bayern-Trainer die Stammelf auflaufen, also wieder mit Luiz Gustavo und Jerome Boateng. Der allerdings musste dieses Mal auf der rechten Abwehrseite aushelfen, in der Innenverteidigung durfte wie am Samstag Daniel van Buyten neben Holger Badstuber spielen. Toni Kroos kehrte wieder auf die Zehnerposition zurück, der zuletzt im Zentrum so agile Thomas Müller rückt für Robben, der „für den Notfall“, wie Heynckes vor dem Spiel erklärte, wenigstens auf der Bank saß, auf die rechte Seite.

          Bastian Schweinsteiger über Zürichs Verteidiger Jorge Teixeira

          Er bekam es dort mit Ricardo Rodriguez zu. Der 18 Jahre alte Außenverteidiger soll laut Schweizer Medien das Interesse der Münchner geweckt haben, weil er im Hinspiel Robben lange gut in Schach gehalten hatte. Außerdem habe der Züricher Sportchef Fredy Bickel, wurde Bayern-Präsident Uli Hoeneß im „Blick“ zitiert, „mir den Spieler schon vor einiger Zeit ans Herz gelegt“. Allerdings blieb der Schweizer U-21-Nationalspieler dieses Mal den Nachweis schuldig, den hohen Anforderungen der Bayern genügen zu können. Nach der Verletzung von Ivica Olic dürfte sich der deutsche Rekordmeister bis zum Ende der Transferperiode am kommenden Mittwoch eher nach einem Stürmer umschauen.

          Die Münchner ließen es zwar gemütlich angehen an diesem hochsommerlichen Abend, aber sie nutzten die erste Möglichkeit, um die letzte kleine Hoffnung des Gegners zu zerstören. Ein vorbildlich vorgetragener Angriff über drei Stationen führte in der 7. Minute zur Führung. Der dieses Mal stark verbesserte Kroos spielte noch in der eigenen Hälfte direkt steil auf Müller, der passte sofort weiter auf Gomez, und dieses Mal klappte es für den Stürmer gleich beim ersten Versuch mit dem Tor. Nach dem frühen 1:0 für den FC Bayern war die Spannung raus aus dem Spiel, denn es war nicht zu erwarten, dass der auch dieses Mal zu harmlos agierende FC Zürich mit vier Toren noch die Wende schaffen könnte.

          Bayern nahmen das Tempo aus dem Spiel

          Die Bayern begannen schon in der ersten Halbzeit die Vorbereitung auf das Bundesliga-Spiel am Samstag beim 1. FC Kaiserslautern, nahmen das Tempo aus dem Spiel, störten zwar nicht mehr so konsequent den Schweizer Spielaufbau, aber gerieten dennoch nie in Bedrängnis. Dass Müller wie gegen den Hamburger SV bei einer der wenigen Chancen das Tor verpasste, störte dieses Mal nicht, ebenso war die nicht ganz so souveräne Leistung von Torhüter Manuel Neuer nur eine Randbemerkung wert, weil die kleinen Unsicherheiten folgenlos blieben.

          In der Pause legte auch Heynckes den Fokus wieder auf die Bundesliga, ließ Gomez (Oberschenkelverhärtung) in der Kabine und bescherte Nils Petersen seinen ersten Einsatz in einem internationalen Vereinswettbewerb. Der Torschützenkönig der vergangenen Zweitligasaison konnte sich aber nur einmal richtig gut in Szene setzen, als er im Strafraum den Ball behauptete, dann aber an Torhüter Leoni scheiterte. Später ersetzten auch noch Timoschtschuk und Alaba die fleißigen Kroos und Müller. Vor allem Ribéry mühte sich in der Schlussphase, um dem ersten Tor der Münchner noch ein zweites folgen zu lassen, aber er schlug meist einen Haken zu viel oder scheiterte an Leoni. An diesem Abend ging es allerdings nicht darum, beste Fußball-Unterhaltung zu bieten, sondern allein darum, die mit rund 20 Millionen dotierte Teilnahme an der Champions League zu sichern.

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