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1:0 in Lille : Müller bringt die Bayern auf Kurs

  • Aktualisiert am

Mann des Abends in Lille: Thomas Müller trifft, die Bayern gewinnen Bild: REUTERS

Nach dem Startrekord in der Bundesliga bügeln die Bayern mit einem 1:0-Sieg in Lille den Ausrutscher von Borissow in der Champions League aus. Müller ist der Torschütze in Frankreich. Und auch Robben macht von sich reden.

          Unangefochten in der Fußball-Bundesliga, ungefährdet in der Champions League, zumindest am Dienstag: Der FC Bayern München siegte in der europäischen Königsklasse 1:0 beim OSC Lille; das Tor des Abends vor 50 000 Zuschauern schoss Thomas Müller in der 20. Spielminute durch Foulelfmeter. Zur Halbzeit der Gruppenphase in der Champions League liegen die Münchner damit wieder im Soll – und dank sechs Punkten mit Bate Borissow und dem FC Valencia gleichauf.

          Wirklich überzeugen konnten die in der Bundesliga so souveränen und bisweilen sogar glanzvollen Münchner aber in der Champions League wieder nicht. „Die Mannschaft hat nicht so gut gespielt, das war ein Arbeitssieg. Aber man muss sich auch mal mit so einer Leistung zufrieden sein“, sagte Trainer Jupp Heynckes. „Wichtig ist, dass man auch solche Spiele gewinnt.“

          Nach dem unerwarteten Dämpfer vor drei Wochen in Borissow hatte Heynckes von seinem Team gefordert, nun auch „international eine Duftmarke zu setzen“. Er Heynckes schickte im nagelneuen, für die Europameisterschaft 2016 errichteten Grande Stade Metropole jene Formation auf das Feld, die beim überzeugenden 5:0 am vergangenen Samstag gegen Fortuna Düsseldorf den Grundstein zum Bundesliga-Startrekord mit acht Siegen gelegt hatte. Ausnahme: Für Luiz Gustavo lief zunächst Javi Martinez in der 282 Millionen Euro teuren Arena mit verschließbarem Dach auf.

          Das Dach war diesmal freilich offen, was den Abzug des Rauchs erleichterte, den Anhänger des FC Bayern mit zahlreichen „Bengalos“ verursacht hatten. Die lautstarken Fans von Lille konterten mit Pfiffen gegen Franck Ribéry, der in der Jugend das Internat von OSC besucht hatte.

          Lucas Digne touchiert Philipp Lahm - und der Schiedsrichter entscheidet auf Elfmeter Bilderstrecke

          Der Franzose ließ sich davon nicht beeindrucken, er war sehr präsent und offensichtlich hochmotiviert und konnte meist nur durch Fouls gebremst werden. Der Franzose arbeitete auch in der Defensive mit – allerdings musste er nach 45 Minuten den Dienst quittieren, angeblich wegen einer Muskelverhärtung.

          In der Verteidigung waren die Münchner zunächst kaum gefordert, gegen den französischen Meisterschafts-Dritten der vergangenen Saison hatten sie klar mehr Spielanteile, ohne aber zunächst dem Tor der Franzosen gefährlich nahe zu kommen.

          Thomas Müller verwandelt den Elfmeter souverän

          Der OSC Lille, derzeit nur Elfter der Ligue 1, setzte auf Konter, stellte sich dabei aber ebenso ungeschickt an wie Lucas Digne, der den nach vorne stürmenden Philipp Lahm im Strafraum um schubste: Müller verwandelte den Elfmeter souverän – damit hatten die Münchner in der Vergangenheit ja einige Probleme gehabt.

          Der OSC Lille bemühte sich anschließend mit Verve, so zügig wie möglich den Ausgleichstreffer zu erzielen. Dabei offenbarte der französische Double-Gewinner von 2011 gleich mehrfach, warum er in der heimischen Liga derzeit nicht gut dasteht - und von seinen vorangegangenen 14 Heimspielen in der Champions League nur drei gewonnen hatte.

          Auch Arjen Robben macht wieder von sich reden

          Die Franzosen agierten oft zu ungenau und überhastet – bisweilen auch zum Glück der Münchner, die im hinteren Bereich nicht immer gut postiert waren. Das war vor allem in der zweiten Halbzeit, als das Spiel sehr ausgeglichen war.

          Am Dienstag machte auch Arjen Robben wieder von sich reden – dabei verdeutlichte er seine momentane Zerrissenheit wegen seiner anhaltenden Verletzungen. Der Offensivkünstler des FC Bayern, der in dieser Saison wegen einer Oberschenkel-Blessur erst drei Spiele in der Bundesliga und ein Spiel in der Champions League bestreiten konnte, sagte dem niederländischen Fernsehsender NOS: „Manchmal ist es einfach schwer, und dann denke ich: Lasst mich, ich hänge meine Fußballschuhe an den Nagel und höre auf.“

          „Es ist so: Das Ganze kommt vom Rücken“

          Dennoch denkt Robben, der erst im Frühjahr seinen Vertrag beim Rekordmeister bis 2015 verlängert hat, offenbar nicht im Ernst an ein Karriereende. „Am Ende finde ich den Sport dann doch zu toll, und dann weiß ich auch, dass alles wieder gut wird“, sagte Robben, der seit Ende September an muskulären Problemen im Oberschenkel leidet.

          Auch beim FC Bayern glaubt niemand an einen Abschied. „Die letzten Gespräche, die ich mit Arjen Robben in den letzten Tage geführt habe, waren gut“, hatte Trainer Heynckes jüngst erzählt. „Er war immer ganz gut drauf. Natürlich, wenn er nach einer guten Phase wieder eine Kleinigkeit gemerkt hat, war es ein bisschen anders. Es ist so: Das Ganze kommt vom Rücken.“

          Aus dem Gleichgewicht bringt diese Personalie den FC Bayern, zu sehen auch in Lille, derzeit immerhin nicht.

          OSC Lille - Bayern München 0:1 (0:1)

          OSC Lille: Landreau - Sidibé, Béria, Chedjou, Digne - Balmont, Pedretti (90. Rozehnal), Martin - Roux (77. Mendes), de Melo, Kalou (56. Payet)
          Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Badstuber - Schweinsteiger, Javi Martínez - Müller (84. Alaba), Kroos (81. Luiz Gustavo), Ribéry (46. Shaqiri) - Mandzukic
          Schiedsrichter: Atkinson (England)
          Zuschauer: 45.259
          Tor: 0:1 Müller (20./Foulelfmeter)
          Gelbe Karten: Digne, Pedretti, Sidibé / Boateng, Javi Martínez, Mandzukic, Schweinsteiger, Shaqiri

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