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1:0 gegen Wolfsburg : Burgstaller macht Schalke froh

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Der einzige Torschütze des Spiels jubelt: Guido Burgstaller (rechts). Bild: EPA

Der Angreifer schießt das Tor des Tages – und die „Königsblauen“ stehen erstmals seit 2011 wieder im Halbfinale des DFB-Pokals. Dort können sie auf die Bayern, Leverkusen oder Frankfurt treffen.

          Am Ende hallte ein lauter Schrei der Erleichterung und der Begeisterung durch die Gelsenkirchener Arena. Schließlich hatten die 50.640 Besucher bis zur letzten Sekunde bei dieser Partie mitgefiebert und – bis auf die etwa 1000 mitgereisten Anhänger des VfL Wolfsburg – gehofft, dass der FC Schalke 04 diese Partie unbeschadet beenden möge. Die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco rettete die knappe Führung durch das Tor von Guido Burgstaller in der 10. Minute über die Zeit und erreichte mit dem hart erkämpften 1:0 gegen die Niedersachsen erstmals seit 2011 wieder das Halbfinale des DFB-Pokals. Und die Anhänger des Ruhrgebietsklubs können sich noch gut daran erinnern, wie diese (Fußball-) Geschichte vor beinahe sieben Jahren endete. Im Endspiel besiegten die Schalker den damaligen Zweitligaklub MSV Duisburg im Finale 5:0 und gewannen so den Wettbewerb.

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          „Es geht nicht um Einzelleistungen, sondern darum, dass wir unbedingt gewinnen wollten“, sagte der Torschütze. Sein Team habe es jedoch versäumt, ein zweites Tor zu erzielen, kritisierte er. „Wir haben einen Fehler gemacht, den hat Schalke bestraft“, sagte VfL-Kapitän Maximilian Arnold. „Wir haben versucht, alles in die Waagschale zu werfen“. Enttäuscht war auch sein Trainer Martin Schmidt. „Wir haben in der zweiten Halbzeit alles versucht, viel versucht. Aber der Druck hat gefehlt.“

          Vor der Partie hatte Schmidt noch gesagt: „Schalke ist ein Gegner, der uns liegt. Auswärts haben wir nichts zu verlieren, wir sind in der Rolle als Herausforderer, das passt zu uns.“ Diese Behauptung hatte der 50-Jährige offenbar nicht nur getätigt, um sich selbst Mut zuzusprechen. Seine Mannschaft schien die forsche These in der Anfangsphase auch in die Tat umsetzen zu wollen. Die Wolfsburger versuchten nicht, sich ausschließlich in der eigenen Hälfte zu verschanzen, um dann auf Konterchancen zu hoffen. Vielmehr wollten sie den Schalkern einen offenen Schlagabtausch bieten und übernahmen selbst die Initiative.

          Ein folgenreiches Missverständnis zwischen Arnold und Marcel Tisserand zerstörte jedoch bereits nach zehn Minuten zunächst einmal das mühsam erarbeitete Selbstverständnis der Wolfsburger. Schalkes Marko Pjaca nutzte die Gelegenheit, schnappte sich den Ball, passte in den Lauf von Burgstaller. Und der Angreifer beförderte die Kugel in seiner schlaksigen aber äußerst effektiven Art vorbei an Verteidiger Jeffrey Bruma und Torhüter Koen Casteels zur Führung über die Torlinie.

          Anders als zuletzt in der Bundesliga machte sich die Mannschaft von Trainer Tedesco dann auch die Mühe und versuchte sofort, den zweiten Treffer folgen zu lassen. Leon Goretzka und Pjaca erarbeiteten sich zwei gute Schussmöglichkeiten, verfehlten aber das Ziel. Auch wenn ihnen kein weiterer Torerfolg gelang, so wirkten die Schalker in dieser Phase deutlich engagierter und vor allem inspirierter als zuletzt in der Bundesliga, als sie sich von Werder Bremen überrumpeln ließen und nicht mehr aus ihrer Passivität herausfanden.

          Glück für Schalke: Dieser Schuss der „Wölfe“ prallte von der Latte vor die Linie und anschließend aus der Gefahrenzone. Bilderstrecke

          Die Wolfsburger benötigten rund zehn Minuten, bis sie sich von diesem selbst eingeleiteten Rückstand erholt hatten, und schöpften wieder neuen Mut, wohl auch, weil sie von einem weiteren Gegentreffer verschont blieben. Admir Mehmedi, der erstmals nach seinem Winter-Wechsel aus Leverkusen in der Wolfsburger Startelf stand, versuchte es zunächst mit einem Freistoß, den Schalkes Torhüter Ralf Fährmann mit einem sehenswerten Reflex gerade noch parierte. Nur wenige Augenblicke später traf Yunus Malli aus der Distanz nur die Querlatte des Schalker Tores, von wo aus der Ball auf die Torlinie und zurück ins Feld sprang.

          Die Niedersachsen hatten die Partie wieder in ihre Hände genommen und versuchten, die Schalker Defensive unter Druck zu setzen, die sich mit Glück und viel Einsatz dagegenstemmte. Vor allem Naldo war derjenige beim Ruhrgebietsklub, der bei der Abwehrarbeit den Gesamt-Überblick behielt und mit seinen routinierten Stellungsspiel nahezu im Alleingang die Mehrzahl der Wolfsburger Angriffe frühzeitig beendete.

          Auch im zweiten Durchgang rannten sich die Wolfsburger immer wieder an der kompromisslosen Defensive der Schalker fest. Ohnehin hatte Tedescos Team das Augenmerk nun wieder vorrangig darauf gelegt, einen Treffer zu verhindern, anstatt einen weiteren erzielen zu wollen. Die Zurückhaltung war in diesem Fall hilfreich. Der VfL fand kein spielerisches Mittel, vor allem, weil es den Wolfsburgern kaum einmal gelang, in den Schalker Strafraum vorzudringen. Der VfL erspielte sich in der zweiten Hälfte keine nennenswerte Tormöglichkeit mehr, was ein wenig erfreuliches Resümee für Mannschaft und Trainer sein dürfte. Die Schalker betrieben ihren Minimalismus stoisch bis zum Ende und konnten ihren knappen Erfolg in vollen Zügen genießen.

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