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1:0 gegen Piräus : Schalke gewinnt das Millionenspiel mit Geduld

  • -Aktualisiert am

Da hat einer gut lachen: Christian Fuchs schießt Schalke zum Sieg Bild: AFP

Lange muss Schalke warten, dann gelingt Fuchs mit einem Schuss aus mehr als dreißig Metern das Siegtor gegen Piräus. Wie Dortmund stehen auch die Gelsenkirchener damit vorzeitig im Achtelfinale der Champions League.

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          Es war ein hartes Stück Arbeit, aber am Ende konnte auch der FC Schalke 04 jubeln. Dank eines 1:0 über Olympiakos Piräus stehen die Königsblauen wie ihr Ruhrgebietsrivale aus Dortmund schon vor dem letzten Gruppenspiel im Achtelfinale der Champions League. Der Bundesliga-Zweite musste viel Geduld aufbringen, um diesen Sieg einzufahren, der noch fehlte.

          Der Wille der spielerisch nicht überzeugenden Schalker brach sich in der 77. Minute Bahn. Christian Fuchs erzielte mit einem Weitschuss den Siegtreffer. Der Einzug ins Achtelfinale bringt den Westfalen allein von der Europäischen Fußball-Union eine Prämie von 3,3 Millionen Euro ein. Als Tabellenführer besitzt Schalke vor dem letzten Spiel in vierzehn Tagen beim französischen Klub Montpellier (20.45 Uhr / Live im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET) weiterhin die Chance, auf den Gruppensieg.

          Horst Heldt, der Manager des FC Schalke, hatte vor dem Anpfiff nochmals die Bedeutung der Partie unterstrichen. „Das ist das wichtigste Spiel der bisherigen Saison.“ Dem wichtigsten war vier Tage zuvor, beim 0:2 in Leverkusen, das schlechteste Spiel vorausgegangen. Mannschaft und Trainer hatten versucht, diese Niederlage in einer Aussprache aufzuarbeiten und angekündigt, so ein kollektives Versagen werde sich nicht wiederholen.

          „Wir haben uns zusammengesetzt und über das, was wir falsch gemacht haben, geredet. Das war wichtig, weil vieles nicht so lief, wie wir uns das vorgestellt hatten“, sagte Mittelfeldspieler Jermaine Jones. Damit sei das „Thema vom Tisch“. Trainer Huub Stevens bot dieselbe Anfangsformation auf wie in Leverkusen, also auch den Flügelspieler Jefferson Farfan, mit dem er jüngst nach dessen Auswechslung heftig aneinander geraten war.

          Unbeeindruckt von der Anwesenheit des Schiedsrichters zieht Fuchs ab Bilderstrecke
          Unbeeindruckt von der Anwesenheit des Schiedsrichters zieht Fuchs ab :

          Seine Männer zeigten zwar, dass sie gewillt waren, sich von einer anderen Seite zu zeigen. Schalke entwickelte eine gewisse Dominanz, wusste aber in der ersten Hälfte keine zwingenden Chancen herauszuspielen. Die meiste Gefahr für das gegnerische Tor ging von Distanzschüssen aus; so auch beim Lattentreffer von Lewis Holtby. Hätte der Mittelfeldspieler in der 10. Minute aus gut zwanzig Metern einen Tick genauer gezielt, wäre den Schalkern vielleicht manches leichter gefallen an diesem Abend.

          So aber versuchten sie mit mäßigem Erfolg, den Gegner zurückzudrängen, ohne dabei ein allzu hohes Risiko einzugehen. Im Unterbewusstsein spielte vielleicht noch der 0:2- Rückstand eine Rolle, den sie gegen Arsenal London nach schwungvollem Start hatten aufholen müssen. Je näher die Gelsenkirchener dem Strafraum der Griechen kamen, desto schwerer fiel es ihnen, eine zündende Idee zu entwickeln.

          Olympiakos bereitet Schalke einen Schreck

          Um ihrem guten Willen symbolisch Ausdruck zu verleihen, kehrten die Königsblauen schon vor Ablauf der Pause aus der Kabine auf den Rasen zurück. Es wurde eine Partie, die dem Bundesliga-Zweiten viel Geduld abverlangte bei seinem Bestreben, das rechte Maß zwischen Angriffslust und Sicherheitsinteressen zu finden. Nach gut einer Stunde bot sich mal mitten im Strafraum eine Chance, doch Klaas-Jan Huntelaars Kopfball war leichte Beute für Olympiakos-Torhüter Roy Carroll.

          Die Griechen zeigten sich bei ihren Offensivaktionen, soweit vorhanden, meist harmlos, bereiteten Schalke aber eine Schrecksekunde, als Torhüter Lars Unnerstall bei einem Gegenstoß mit Mühe einen Rückstand verhinderte. Schalke aber ließ nicht locker und versuchte es aus Mangel an Kreativität wieder aus der Distanz. Und hatte doch noch Erfolg.

          Huub Stevens freut sich über den Arbeitssieg

          Verteidiger Christian Fuchs, für seine Schussgewalt bekannt, überwand Carroll mit einem Schuss, der zweimal tückisch aufsetzte, ehe er im Netz einschlug. Trainer Stevens schaute trotz des Tores ernst drein. Gegen Montpellier hatte sein Team einen knappen Vorsprung in der Schlussphase noch verspielt. Doch am Ende konnte sich der niederländische Fußball-Lehrer diesmal über diesen Arbeitssieg freuen. Seine Mannschaft überstand auch vier Minuten Nachspielzeit unbeschadet.

          Dem vermeintlich wichtigsten folgt an diesem Samstag in der Arena schon wieder ein überaus wichtiges: Schalke erwartet Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr / Live im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET) zum Duell zwischen dem Zweiten und dem Dritten der Bundesliga.

          FC Schalke 04 - Olympiakos Piräus 1:0 (0:0)

          FC Schalke 04: Unnerstall - Höwedes, Papadopoulos, Matip, Fuchs - Jones, Neustädter - Farfán, Holtby (71. Pukki), Draxler (89. Barnetta) - Huntelaar (90.+1 Marica)
          Olympiakos Piräus: Carroll - Torosidis, Manolas, Siovas, Holebas - Maniatis, Modesto (81. Ibagaza), Greco (65. Fuster) - Machado, Mitroglou (74. Djebbour), Abdoun
          Schiedsrichter: Kuipers (Niederlande)
          Zuschauer: 52.254
          Tor: 1:0 Fuchs (77.)
          Gelbe Karten: Papadopoulos / Holebas

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