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1:0 gegen Lyon : Bayern verliert Ribéry und gewinnt dank Robben

  • -Aktualisiert am

Gibt die Richtung vor: Arjen Robben Bild: REUTERS

Dank Arjen Robben steht Bayern München vor dem Einzug ins Champions-League-Finale. Der Niederländer trifft auch im Halbfinal-Hinspiel gegen Olympique Lyon. Franck Ribéry sieht schon in der ersten Hälfte die Rote Karte.

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          Keine Frage, Louis van Gaal hat die Fußballspieler des FC Bayern München gut im Griff. Der Trainer hatte vorgegeben, endlich einmal kein Gegentor zu kassieren in der K.o.-Runde der Champions League, und seine Mannschaft hielt sich am Mittwochabend brav daran. Der deutsche Rekordmeister ist dem nach dem 1:0-Sieg gegen Olympique Lyon und einer überzeugenden Leistung dem Finale in Madrid wieder einen Schritt näher gekommen. Der siebenmalige französische Meister, der zuvor immerhin Real Madrid ausgeschaltet hatte, blieb in dem Halbfinalhinspiel vieles schuldig und musste am Ende froh sein, mit einer knappen Niederlage ins Rückspiel am kommenden Dienstag gehen zu können. „Ich bin sehr zufrieden. 1:0 ist ein gutes Resultat“, sagte Bayern-Trainer Louis van Gaal. „Jetzt müssen wir nicht Risiko gehen. Wir haben das sehr gut gemacht.“

          Die 66.000 Zuschauer sahen in der Münchner Arena von Beginn an eine rasante Partie und wieder einen Robben, der am Ende den Unterschied ausmachte. Der Holländer erzielte in der 69. Minute das Tor des Tages. Zu jenem Zeitpunkt standen allerdings nur noch 20 Akteure auf dem Platz, weil Toulalan und Ribery des Feldes verwiesen worden waren. Für den Münchner ist die Champions-League-Saison sogar zu Ende, denn er sah die Rote Karte und muss mit mindestens zwei Spielen Sperre rechnen. „Das war eine leichte Rote Karte gegen Ribery“, sagte van Gaal. „Man kann sie geben, Franck gibt dem Schiedsrichter die Möglichkeit dazu. Er steht länger auf dem Fuß als notwendig.“

          Der niederländische Trainer der Bayern hatte auf Überraschungen bei der Aufstellung verzichtet und Danijel Pranjic für den gesperrten Mark van Bommel auf geboten. Der Kroate war schon im ersten Spiel gegen Manchester im defensiven Mittelfeld zum Einsatz gekommen, und hatte eine sehr ordentliche Leistung abgeliefert. Damals hatte er allerdings Schweinsteiger ersetzt und nicht den Chefstrategen der Bayern, van Bommel. Auf der linken Abwehrseite kam Diego Contento für den ebenfalls gesperrten Holger Badstuber, der im Viertelfinalrückspiel gegen Manchester obendrein eine kleine Lehrstunde erhalten hatte. Contento machte seine Sache besser im Duell mit Ederson, allerdings wurde er von dem Brasilianer auch kaum gefordert. Er schaffte es deshalb sogar, ein paar Akzente nach vorne zu setzen.

          Extraklasse in der „Königsklasse”: Arjen Robben trifft gegen Florenz, Manchester - und Lyon

          Nach rund einer Viertel Stunde war die Partie richtig in Fahrt gekommen. Die Chance von Daniel van Buyten leitete die erste kurze Sturm- und Drangphase der Bayern ein. Dem Verteidiger rutschte allerdings sieben Meter vor dem Tor der Ball über dem Spann. Eine Minute später setzte Schweinsteiger einen Kopfball knapp neben den rechten Pfosten, und anschließend vergaben Thomas Müller sowie Ivica Olic aus aussichtsreichen Positionen. Die Partie begann für die Bayern besser als jeweils die beiden im Viertelfinale.

          Rot für Ribéry: Hart, aber vertretbar

          Auffälligster Spieler des deutschen Rekordmeisters war in dieser Phase nicht Arjen Robben, sondern sein Pendant auf der anderen Seite, Franck Ribéry. Den Franzosen schienen die Schlagzeilen der vergangenen Tage eher zu motivieren, denn zu hemmen. Aber die Show des Franck Ribéry war nach 36. Minute beendet. Da trat er Lisandro im Zweikampf unsanft auf den Fuß. Schiedsrichter Roberto Rosetti wertete dies als grobes Foulspiel und zeigte dem Münchner die Rote Karte - eine vertretbare, aber sehr harte Strafe. Als Lisandro keine Minute später wieder auf den Beinen war und auf das Spielfeld zurückkehrte, traf ihn der Zorn des Publikums. Er wurde bei jedem Ballkontakt mit Pfiffen bedacht.

          Die Mannschaft von Trainer Claude Puel hatte schon zuvor, nach einer knappen halben Stunde, die forschen Bayern etwas besser in den Griff bekommen, schafften es allerdings auch in Überzahl nicht bis zum Ende der ersten Hälfe, sich Torchance zu erarbeiten. Am meisten Gefahr drohte, als Martin Demichelis in der 29. Minute einen Distanzschuss von Ederson abfälschte.

          Bayern bleibt auch nach der Führung die bessere Mannschaft

          In der Pause reagierte van Gaal auf den Platzverweis von Ribéry mit einer Auswechslung, er brachte in der 46. Minute den defensiven Antoli Timoschtschuk für den offensiven Olic. Der Ukrainer rückte ins defensive Mittelfeld, Pranjic orientierte sich nach links. Trotz der nun defensiveren Ausrichtung agierten die Münchner weiter offensiv, und hätte Müller nach einem feinen Pass an der Fünfmeterlinie nicht den Ball verstolpert, wäre der FC Bayern vermutlich schon in der 53. Minute in Führung gegangen.

          Lange blieb es nicht beim zahlenmäßigen Ungleichgewicht, denn Toulalan sah innerhalb von drei Minuten zweimal die Gelbe Karte und musste somit in der 54. Minuten vom Platz. Van Gaal brachte deshalb mit Mario Gomez wieder einen Stürmer. Die Bayern blieben die bessere Mannschaft, waren allerdings lange nicht effektiv genug vor dem Tor. Sie brauchten einige Versuche, ehe der Ball in der 69. Minute nach einem Schuss von - natürlich - Arjen Robben im Netz landete. Der Holländer, der in der zweiten Halbzeit zusammen mit Schweinsteiger der überragende Akteur auf dem Platz war, nährte die Hoffnung der Bayern und seiner Fans aufs Finale. „Es war enorm wichtig, dass wir unsere Ordnung gehalten haben, auch mit zehn Mann“, sagte Philipp Lahm. „Unser Spiel war sehr gut. Wir haben den Ball gut in den eigenen Reihen gehalten.“

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