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1:0 gegen Ghana : Deutschland steht im WM-Achtelfinale

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Deutschland führt: Mesut Özil trifft zum 1:0 und jubelt Bild: REUTERS

Die Nationalelf besteht die erste große Prüfung. Nach dem 1:0-Sieg im „Gruppen-Endspiel“ durch Özils Tor trifft Deutschland im WM-Achtelfinale auf England. Ghana ist als einziges afrikanisches Team weiter. Schweinsteiger und Boateng sind angeschlagen.

          Es war ein hartes Stück Arbeit ohne den Glanz des Besonderen. Dann aber war die deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika am Zwischenziel Achtelfinale. Gegen Afrikas Verteidigungskünstler aus Ghana musste am Mittwochabend im Johannesburger Soccer City Stadium ein schwer erkämpftes Tor durch einen feinfühligen Fußballspieler reichen. Mesut Özil, bis zur 60. Minute einer der Unauffälligen in seinem Team, schoss aus der Distanz das Tor des Abends. „Wir wussten dass es schwer wird, aber wir haben gekämpft bis zum Schluss“, sagte der „Tor-Held“ des Abends. „Wir sind einfach froh, dass wir das Tor gemacht und gewonnen haben.“ Damit qualifizieren sich die Deutschen als Sieger der Gruppe D für das WM-Achtelfinale, in dem sie am Sonntag (16.00 Uhr / FAZ.NET-WM-Liveticker) in Bloemfontein auf England treffen - ein Evergreen des Weltfußballs. „England hat starke Spieler“, sagte Özil. „Aber wir sind gut genug, sie zu schlagen.“

          Auch wenn die Leistung des Aufgebots von Bundestrainer Joachim Löw nicht immer höheren bis höchsten Ansprüchen genügte, so erlaubten sich die am Ende überglücklichen Sieger doch keine entscheidende Nachlässigkeit. Es war bezeichnend, dass auf deutscher Seite der Noch-Berliner Arne Friedrich, ein Innenverteidiger also, am meisten überzeugte. Gegen England wird sich das Team steigern müssen, soll der Weg bei der WM noch weiter führen.

          Angst vor dem „Klassiker“ braucht indes niemand zu haben, da die Mannschaft von Trainer Fabio Capello bei diesem Turnier bisher weit unter ihren Möglichkeiten geblieben ist. Am Mittwoch erreichten sie durch einen 1:0-Sieg gegen Slowenien das Achtelfinale. Ghana als Zweiter der Gruppe D bekommt es am Samstagabend in Rustenburg mit dem Team der Vereinigten Staaten zu tun, das vor England die Gruppe C gewann. Es ist im Vergleich zur deutschen Härteprüfung vielleicht sogar die leichtere Aufgabe.

          Jubel allerorten: Vorne jubeln die deutschen, hnten die Ghanaer

          Kein direktes Duell des „guten“ und des „bösen“ Boatengs

          Eine personelle Überraschung hatte sich Löw bis kurz vor dem Anpfiff aufgehoben: Jerome Boateng bekam eine Chance von Anfang an, und so kam es tatsächlich, zumindest indirekt, zum Duell mit seinem Bruder Kevin-Prince. Allerdings begegneten sich der „gute“ und der „böse“ Boateng im Spiel nicht so häufig, da der Deutsche auf der linken Verteidigerposition anstelle des gegen Serbien ein wenig indisponierten Badstuber spielte, während der Neu-Ghanaer im zentralen Mittelfeld seine Kreise zog. Dass auch Cacau erstmals in der Startformation stand, war nach der Roten Karte für Klose im Spiel gegen Serbien (0:1) erwartet worden.

          Bei Ghana war der im Spiel gegen Australien (1:1) schmerzlich vermisste Innenverteidiger John Mensah wieder fit, so dass Trainer Rajevic seine nahezu beste Besetzung für dieses Endspiel der Vorrundengruppe D beisammen hatte. „Ich habe deutlich mehr Freude als Angst in mir“, hatte der Bundestrainer vor der Entscheidungspartie gesagt und damit einiges von seiner gelassenen Zuversicht auf seine größtenteils junge Mannschaft übertragen wollen.

          Was bei einem Scheitern aus ihm werde, hatte Löw dabei offen gelassen - doch dasselbe galt ja auch seit längerem für den Fall eines aus deutscher Sicht erfolgreichen Turnierverlaufs. Und offen blieb eine Halbzeit lang auch die Frage nach der besseren Mannschaft. Die Deutschen waren zwar häufiger in Ballbesitz, brachten aber nicht das nötige Tempo und die erforderliche Präzision ins Spiel.

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