https://www.faz.net/-gtl-7mjll

0:4 gegen Paris : Bayer geht schon wieder unter

  • -Aktualisiert am

Der Dominator: Zlatan Ibrahimovic Bild: dpa

Ibrahimovic ist eine Klasse für sich, aber die Weltauswahl von Paris St. Germain insgesamt ist für Bayer Leverkusen eine Nummer zu groß. Das Debakel hätte durchaus schlimmer ausfallen können.

          2 Min.

          Das kickende Ensemble um den schwedischen Weltstar Zlatan Ibrahimovic war für die Fußballprofis von Bayer Leverkusen im Achtelfinalhinspiel der Champions League (mindestens) eine Nummer zu groß. Beim 0:4 gegen Paris St. Germain, den Tabellenführer der französischen Ligue 1, war ein Klassenunterschied zu erkennen.

          Nach dem frühen Gegentor von Blaise Matuidi (3. Minute) und dem Doppelschlag von Ibrahimovic (39./42.) lag Bayer schon zur Pause aussichtslos zurück. Im zweiten Durchgang ging es für die „Werkself“ vor allem darum ein Debakel wie beim 0:5 im Gruppenspiel gegen Manchester United zu verhindern. Das ist dem Bundesliga-Zweiten leidlich gelungen. Den hoch überlegenen Franzosen gelang nur noch ein Treffer durch Yohan Cabaye (88.).

          Nach drei Minuten war die Richtung klar: Matuidi erzielte das 1:0
          Nach drei Minuten war die Richtung klar: Matuidi erzielte das 1:0 : Bild: REUTERS

          Angesichts der klaren Heimniederlage tritt Leverkusen ohne realistische Chance zum Rückspiel an, das in drei Wochen in der französischen Hauptstadt ausgetragen wird. Dort wird Emir Spahic nicht an dem Versuch teilnehmen können, das Unmögliche möglich zu machen. Der Abwehrspieler wurde wegen wiederholten Foulspiels mit der Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen (59.).

          Spieler, Trainer und Sportdirektor von Bayer Leverkusen hatten viele gute Vorsätze formuliert, aber es fiel den Profis von Anfang an schwer, den Worten Taten oder gar Tore folgen zu lassen. Schon nach wenigen Minuten stand Trainer Sami Hyypiä, in einen dunklen Anzug gewandet, an der Seitenlinie und schaute besorgt, als ahnte er schon, was auf seine Männer zukommen sollte.

          Schlechter hätte die Partie für Bayer nicht beginnen können. Nach einem Ballverlust von Simon Rolfes – es war nicht sein einziger Fehler – nahm Matuidi den Ball in Besitz, spielte Doppelpass mit Ibrahimovic und erzielte schließlich den Führungstreffer. Von diesem Schock haben die Leverkusener sich nicht mehr erholt.

          Ibrahimovic alleine sticht halb Leverkusen aus
          Ibrahimovic alleine sticht halb Leverkusen aus : Bild: REUTERS

          Anfangs dominant, schaltete die Pariser Weltauswahl Mitte der ersten Hälfte einen Gang runter, als wollte sie der Heimmannschaft die Gelegenheit bieten, auch mal zu zeigen, was sie kann. Die Leverkusener trauten sich nun häufiger in die gegnerische Hälfte, allerdings ohne dort Unruhe zu stiften. Gegen Ende des ersten Durchgangs wurde Paris wieder energischer. Und Ibrahimovic schuf noch vor der Pause klare Verhältnisse.

          Erst nutzte er einen Elfmeter, den Spahic durch ein Foul an Lavazzi verursacht hatte; dann wuchtete der Schwede einen Rückpass von Matuidi aus siebzehn Metern ins rechte obere Eck – eine Augenweide. Beim Strafstoß ahnte Torhüter Bernd Leno zwar die Ecke, hatte gegen den harten und plazierten Schuss aber keine Abwehrchance. Nach dem dritten Gegentor wurden die Bayer-Fans ungehalten und riefen: „Wir wollen euch kämpfen sehen!“ Der Gegner war ihnen nicht nur technisch und taktisch, sondern auch kämpferisch überlegen.

          Nach dem Seitenwechsel ging es für den Bundesliga-Zweiten nur noch um Schadensbegrenzung. Von der 59. Minute an mussten die Leverkusener dieses Ziel in Unterzahl verfolgen. Innenverteidiger Spahic, der schon verwarnt war, versetzte seinem Widersacher Lucas im Laufduell einen Schlag ins Gesicht – und erhielt zur Strafe vom ungarischen Schiedsrichter Viktor Kassai „Gelb-Rot“. Die Bayer-Fans reagierten empört, so kam wenigstens ein bisschen Stimmung auf. Der Spielverlauf blieb davon aber unberührt. Kurz vor Schluss baute Paris den Vorsprung nochmals aus.

          Bayer Leverkusen - Paris St. Germain 0:4 (0:3)

          Bayer Leverkusen: Leno - Hilbert, Spahic, Toprak, Guardado - Bender, Rolfes (46. Reinartz), Castro - Sam (62. Wollscheid), Kießling, Son (46. Brandt)
          Paris St. Germain: Sirigu - van der Wiel, Alex, Thiago Silva, Maxwell - Verratti, Thiago Motta, Matuidi (67. Cabaye) - Lucas, Ibrahimovic, Lavezzi (76. Pastore)
          Schiedsrichter: Kassai (Ungarn)
          Zuschauer: 29 412
          Tore: 0:1 Matuidi (3.), 0:2 Ibrahimovic (39./Foulelfmeter), 0:3 Ibrahimovic (42.), 0:4 Cabaye (88.)
          Gelbe Karten: Castro, Guardado, Hilbert / Matuidi
          Gelb-Rote Karten: Spahic (59./wiederholtes Foulspiel) /

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Prominenz ohne Abstand auf der Ehrentribüne des FC Bayern: unter anderem mit Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Präsident Herbert Hainer (rechts daneben)

          Aufregung um FC Bayern : Münchner Eigentor

          Dass die Funktionäre des selbstverliebten FC Bayern ganz offensichtlich gegen das Hygienekonzept der Bundesliga verstoßen und sich so Millionen Menschen präsentieren, ist unfassbar naiv. Oder eine gezielte Provokation?

          Moria : Wie viele Flüchtlinge sollen kommen?

          Mehrere deutsche Städte wollen Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen. Ein Landrat von der CDU warnt deshalb vor einer „Sogwirkung“. Eine SPD-Oberbürgermeisterin hält das für zynisch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.