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0:3 gegen Basel : Eintracht von allen guten Geistern verlassen

Ein Kick ohne Rückkopplung: der Eintracht bekommt das Heimspiel ohne Unterstützung überhaupt nicht. Bild: dpa

Keine Zuschauer in Zeiten der Coronavirus-Pandemie im Stadion, keine Stimmung, keine Emotionen: Ohne Rückhalt der Fans fehlt der Eintracht beim 0:3 gegen den FC Basel der Esprit.

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          Am Ende wurde es ganz bitter. Nur die kühnsten Optimisten dürften noch auf den Einzug in das Viertelfinale der Europa League hoffen. Das aber ist für die Frankfurter Eintracht nach der 0:3-Hinspielniederlage im Achtelfinale gegen den FC Basel so gut wie unerreichbar. Der Tabellendritte der Schweizer Liga war dem Rangzwölften der Bundesliga in fast allen Belangen überlegen und gewann nach Toren von Samuele Campo (27.), Kevin Bua (73.) und Fabian Frei (85.) auch in der Höhe verdient.

          Keine Zuschauer in Zeiten der Coronavirus-Pandemie in Frankfurt, keine Stimmung, keine Emotionen: Es war in der Summe ein erschütternder Fußballabend in der von der Eintracht sonst so geliebten Europa League. Ein Tiefschlag, der schmerzt und für Trainer Adi Hütter und seine Helfer jede Menge Zukunftsarbeit bedeutet. „Wir sind sehr enttäuscht. Es wird unheimlich schwer im Rückspiel. Das ist klar“, sagte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner.

          Europa League

          Eine Stunde vor dem Anpfiff kam die Nachricht, dass sich der FC Basel und die Eintracht auf eine „pragmatische Lösung“ verständigt hätten. Danach soll Frankfurt auch Schauplatz des Rückspiels sein – „vorbehaltlich weiterer unvorhersehbarer Entwicklungen“, so die verbreitete Sprachregelung in Zeiten der pandemischen Krise. Sollte es tatsächlich zum zweiten Vergleich am nächsten Donnerstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League) in Frankfurt kommen, wird allenthalben damit gerechnet, dass abermals keine Zuschauer zugelassen werden.

          Keine Zuschauer auch schon im Hinspiel: Es war seltsam gespenstisch, als der Stadionsprecher in der leeren Arena die Mannschaftsaufstellung vorlas und anders als vor Publikum die Nachnamen nach einer kurzen Kunstpause selbst nannte. Keine Anfeuerung von den Rängen, keine Stimmung in der kalten Betonschüssel, in der immerhin ein Spruchband vor dem verwaisten Block der Eintracht-Fans hing. Die Botschaft: „Was immer auch passiert – Eintracht Frankfurt heißt kämpfen und siegen.“

          Der erste Torschuss sitzt

          Ein hehrer Anspruch, der an diesem Donnerstagabend bei diesem skurril anmutenden Fußballspiel auf eine harte Probe gestellt wurde, denn der FC Basel war in der ersten Halbzeit besser als die Eintracht. Die Schweizer waren auch diejenigen, die den einzigen gefährlichen Schuss im ersten Spielabschnitt zeigten – und damit prompt in Führung gingen. Als Campo mit einem Freistoß aus zwanzig Metern Maß nahm, blieb der Eintracht in der Folge nur Entsetzen. Der Ball, mit Effet und Gefühl gespielt, segelte über die Frankfurter Mauer in den rechten Winkel des Eintracht-Tores, in dem Keeper Kevin Trapp chancenlos war (27.). 0:1 vor eigenem Publikum, das es nicht gab: Es war ein Niederschlag für die Eintracht, bei der spielerisch zu diesem Zeitpunkt wenig zusammenlief. Bei der Filip Kostic überhaupt nicht in Rollen kam und der rechte Verteidiger Almamy Touré etliche Mängel offenbarte.

          Der passt genau: Freistoßtreffer von Samuele Campo

          Gelegenheiten der Eintracht: Vielleicht der Schussversuch von Sebastian Rode, der jedoch um Meter am linken Pfosten vorbeistrich (8.). Und sonst? Nichts. Beim Duell mit den Schweizer Landsleuten unterliefen Eintracht-Antreiber Djibril Sow viele kleinere und größere Fehler. Zudem sah er auch noch Gelb (23.). Zwei Minuten vor der Halbzeitpause hätte Basel sogar 2:0 in Führung gehen können, doch Omar Alderete verzog einen Kopfball aus kurzer Distanz.

          Nach dem Seitenwechsel änderte sich kurz das Bild, denn die Eintracht versuchte, ihr bis dahin kaum existentes Offensivspiel zu beleben. Chancen aber gab es vor dem eigenen Tor. Wieder waren es die flinken Baseler, die Trapp überwinden wollten. Erst Fabian Frei (47.), dann Arthur Cabral: Die Eintracht konnte von Glück sagen, dass es weiter 0:1 stand. Zumal Kapitän David Abraham im eigenen Strafraum ein böser Schnitzer unterlief, der fast zu einem Eigentor geführt hätte (55.). Zuvor bot sich André Silva die einmalige Gelegenheit, mit rechts auszugleichen. Doch der Portugiese zielte zu ungenau.

          Die Eintracht wurde jetzt besser und dominanter, und sie spielte sich auch endlich weitere Chancen heraus. Doch der besser werdende Touré hatte Pech, dass sein Rechtsschuss an der Latte landete (65.), und auch Silva sowie abermals Touré in der Folge konnten FC-Tormann Jonas Omlin nicht bezwingen.

          Im Gegenteil: In der 73. Minute versetzten die Schweizer den Frankfurtern den Knock out. Nach einem Konter war der eingewechselte Bua so frei, mit einem Heber über Trapp hinweg auf 2:0 zu erhöhen. Der Traum vom Viertelfinale – es dürfte für die Eintracht wirklich nur ein Traum bleiben. Denn fünf Minuten vor dem Ende erzielte der FC Basel auch noch Tor Nummer drei. Diesmal war es Frei, der der Eintracht einen weiteren Stich ins Herz versetzte. „Mit unseren Fans haben wir normalerweise einen Riesenpluspunkt, aber die waren nicht da. Trotzdem dürfen wir auf jeden Fall nicht so verlieren“, sagte Sebastian Rode.

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