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0:2 gegen Enschede : Werders Abschied aus der Königsklasse

  • -Aktualisiert am

Aufräumarbeiten in Bremen: Werder unterliegt Twente Enschede mit 0:2 Bild: dapd

Kein Werder-Wunder an der Weser: Bremen unterliegt Twente Enschede mit 0:2 und hat nur noch theoretische Chancen aufs Weiterkommen. Frings muss früh vom Feld. Kurz vor Ende kontern die Niederländer Bremen zweimal aus.

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          Trotz einer ihrer besten Saisonleistungen haben die Bremer Fußballprofis am Dienstag ihre Hoffnungen in der Champions League begraben müssen. Werder verlor gegen den niederländischen Meister Twente Enschede 0:2 und hat nur noch die vage Hoffnung auf den dritten Platz in der Gruppe A, der wenigstens zum Weiterspielen in der Europa League berechtigen würde.

          Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf investierte viel und hatte zahlreiche Torchancen, die Partie zu gewinnen, das erlösende Führungstor wollte einfach nicht fallen. Nachdem Mannschaftskapitän Frings in der 76. Minute die Rote Karte sah, neigte sich die dramatische Begegnung zugunsten der Niederländer. In der Schlussphase erzielten Chadli und de Jong die Treffer zum Sieg. „Das sind Spiele, da muss man die Tore machen. Twente war ein cleverer Gegner“, sagte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs, „jetzt ist eine Riesenenttäuschung da. Das tut richtig weh.“ Torsten Frings gab sich kämpferisch: „Das war, so blöd es sich anhört, ein großer Schritt nach vorn.“

          Werder war anzumerken, dass es die Chance nutzen wollte, den angestrebten zweiten Gruppenplatz im Auge zu behalten. Der Bremer Trainer Schaaf hatte vor dem Spiel gesagt, es gehe nicht nur um die Champions League: „Es geht darum, ob wir überhaupt im nächsten Jahr in Europa spielen.“ Rang drei berechtigt ja immerhin zum Weiterspielen in der Europa League.

          Aller Bremer Einsatz half nicht: Werder und Almeida unterliegen Twente Enschede

          Pizarro trifft den Pfosten, Almeida verstolpert

          Schaaf hatte wegen einige Verletzungen und einiger Formschwächen die Mannschaft ziemlich durchgemischt - dass Torsten Frings auf seine alten Tage noch einmal Innenverteidiger würde spielen müssen, mag der Bremer Kapitän selbst kaum erwartet haben. Auch Wesley als linken Verteidiger und Prödl hinten rechts hatte man so nicht erwartet. Als stabilisierendes Element im Mittelfeld durfte sich Daniel Jensen versuchen. Er tat dem Bremer Spiel mit Aggressivität und Ballsicherheit gut. Die viel kritisierten Silvestre und Arnautovic ließ Schaaf erstmal draußen.

          Es war ein ganz anderer Zug in diesem Bremer Team als am Samstag beim 2:3 gegen den 1. FC Nürnberg. Und wieder einmal war auch zu beobachten, was Werder an Claudio Pizarro hat. Immer wieder ließ sich der Peruaner zurückfallen und gab eine Art stürmenden Spielmacher. Werder fand gut ins Spiel, ließ bei der Absicherung nach hinten aber die Abstimmung vermissen - zweimal rettete der schnelle Wesley in höchster Not: erst gegen den davoneilenden Janko in der 17. Minute, dann sechs Minuten später wieder gegen den Enscheder Mittelstürmer. Das war volles Risiko.

          Die Bremer Überlegenheit führte erst in der 29. Minute zu einer Chance, als Hunt einen schönen Konter über Hugo Almeida nicht verwerten konnte. Pizarro hatte ein Minute später die nächste Möglichkeit, ehe er in der 38. Minute für die Werder-Führung hätte sorgen müssen: sein Schuss sprang jedoch gegen den Pfosten, den Abpraller verstolperte Hugo Almeida. Das Spiel war nun völlig offen, und auch der FC Twente kam zu zwei großen Tormöglichkeiten - erst parierte Mielitz im Bremer Tor gegen Ruiz, dann haute Chadli den Ball drüber (39. und 40. Minute). Mit Applaus verabschiedeten die Zuschauer den SV Werder in die Kabine.

          Beide Mannschaften vergeben große Chancen

          Nach der Pause ging es munter weiter, nur lagen die Vorteile dieses Mal bei Twente. Werders Abwehr schwamm einige Male bedenklich; bei den Niederländern war es Bryan Ruiz, der etliche gute Angriffe einleitete. Er war kaum vom Ball zu trennen und band immer zwei, drei Bremer Gegenspieler. Mitte der zweiten Halbzeit wäre Twentes Führung auch verdient gewesen, weil Werder hinten einfach zu anfällig war. Chadlis Kopfball in der 49. und sein Pfostenschuss in der 57. Minute - als Mielitz noch an den Ball kam - waren riesengroße Chancen.

          Die Bremer wollten Twente aber in nichts nachstehen und vergaben ihrerseits beste Möglichkeiten: Hugo Almeida hieß der Pechvogel in der 52. und 55. Minute. Vor allem seine Kopfballchance nach Hunts Freistoßflanke war hochkarätig. Schaaf brachte in Arnautovic den nächsten offensiv ausgerichteten Spieler, es sollte unbedingt ein Sieg her.

          Frings sieht Rot - dann schlägt Twente zu

          Aber daraus wurde nichts. Der erste Akt der Entscheidung zuungunsten der Bremer war der Platzverweis gegen den Kapitän. Torsten Frings bekam wegen einer Notbremse an Ruiz die Rote Karte vorgehalten - es war kein schlimmes Foul, dennoch ein richtiges Urteil. „Ich dachte, wenn ich eine Rote Karte mache, schaffen wir vielleicht mit zehn Mann noch das 1:0. Es war besser, als ihn allein auf das Tor rennen zu lassen“, sagte der Sünder.

          In Unterzahl vermochten die Bremer den Angreifern von Twente aber gar nicht mehr Herr zu werden. Chadli traf in der 81. Minute zum 1:0 für Enschede, drei Minuten später erhöhte de Jong zum Endstand. Ein bitteres Ende für die Bremer, die alles gegeben aber nicht erreicht hatten. „Leider haben wir die Chancen nicht genutzt und nach Torstens Platzverweis war es schwierig“, sagte Stürmer Pizarro.

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