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0:2 bei Chelsea : Ballack geht - Luiz und Mata treffen

Starker Auftritt - keine Punkte: Michael Ballack an alter Wirkungsstätte Bild: dapd

Lange hält Bayer Leverkusen das Spiel beim FC Chelsea offen und kommt zu guten Chancen. Doch nachdem Michael Ballack unter Beifall ausgewechselt wird, verliert die Mannschaft von Robin Dutt die Kontrolle über das Spiel.

          2 Min.

          Für Michael Ballack brachte die Rückkehr nach London nicht nur einen emotionalen Fußballabend, sondern auch neue Silberware für seinen persönlichen Erinnerungsschatz: Die Verantwortlichen des FC Chelsea nutzten das Champions-League-Spiel gegen Bayer Leverkusen am Dienstagabend, um die Verabschiedung nachzuholen, zu der es im vergangenen Jahr keine Gelegenheit mehr gegeben hatte. Und so durfte sich Ballack über einen auf Hochglanz polierten Teller als Dank für vier erfolgreiche Jahre im Trikot der „Blues“ freuen; respektvollen Applaus gab es von den Tribünen der Stamford Bridge als Zugabe.

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Auch für seinen aktuellen Klub war der Abend eine Rückkehr: Zum ersten Mal seit 2005 darf sich Bayer wieder dem europäischen Elitekreis zugehörig fühlen, und natürlich wollte der Bundesligaverein dem Anlass entsprechend etwas Besonderes beim Londoner Luxusklub leisten - es gelang bei der 0:2-Niederlage jedoch nur in Teilen. Eine Stunde lang verkaufte Bayer sich sehr ordentlich. Dann aber machte ein Schuss von David Luiz aus etwa 18 Metern (67. Minute) die Hoffnungen auf einen eigenen Erfolg zunichte.

          Es war eine etwas bittere Pointe, weil der Treffer unmittelbar auf Ballacks Auswechslung folgte. Und kurz zuvor hatte der 34 Jahre alte Mittelfeldspieler sogar noch die große Möglichkeit besessen, Bayer in Führung zu bringen. Doch in seiner vielleicht wichtigsten Szene des Abends schaffte es der ansonsten starke Ballack freistehend vor Chelseas Torwart Cech nicht, den Ball im Tor unterzubringen. So stand Bayer am Ende einer abwechslungs- und temporeichen Partie mit leeren Händen da. Das 0:2 durch Juan Mata in der Nachspielzeit war der Schlusspunkt.

          Da geht der Blick nach oben: David Luiz hat getroffen
          Da geht der Blick nach oben: David Luiz hat getroffen : Bild: REUTERS

          Chelsea - für Ballack war das ein Los, das „nicht besser hätte kommen können“, wie er in London sagte. Und weil auch Trainer Dutt das nötige Gespür für den Moment besaß und Ballack in die Startelf berief, durfte dieser all seine Erfahrung für Bayer in die Waagschale werfen. Es war Ballacks 88. Champions-League-Spiel, und so sah er es in der auf diesem Niveau unerfahrenen Mannschaft als seine Aufgabe, „die Jungs ranzuführen“. Die Eingewöhnungszeit fiel kurz aus. Schon nach vier Minuten hatte der Ball einmal in jedem Tor gelegen. Doch weder der Treffer von Lars Bender (Foul von Toprak) noch der von Raul Meireles (Abseits) fand die Anerkennung des Schiedsrichters.

          Bayer fehlt die Präzision

          Bei Bayer spielten im Vergleich zum 4:1-Sieg in Augsburg Kadlec und Schürrle für Schwaab und Renato Augusto. Und das junge Team ging erfrischend respektlos gegen den englischen Meisterschaftszweiten zu Werke, der für seine drei teuersten Sommereinkäufe, Romelo Lukaku, Juan Mata und Raul Meireles, die stolze Summe von 70 Millionen Euro ausgegeben hat. Für den neuen Trainer André Villas-Boas, der dem spendablen Roman Abramowitsch endlich den Champions-League-Titel bescheren soll, überwies Chelsea noch einmal 15 Millionen an den FC Porto.

          Am Dienstag allerdings fehlten einige prominente Namen. Kapitän Frank Lampard saß zunächst nur auf der Bank, John Terry stand nicht einmal im Kader. Am Sonntag steht das Topspiel bei Meister Manchester United an, und da schien Villas-Boas Kräfte sparen zu wollen. Leichter aber, das zeigte sich nach der ausgeglichenen Anfangsphase, wurde die Aufgabe für Bayer damit nicht unbedingt. Zwar mühte sich die Bayer-Defensive nach Kräften, das Londoner Angriffsspiel zu unterbinden, und vor allem Lars Bender gab dabei eine Figur ab.

          Doch mit zunehmender Spieldauer erhöhte Chelsea den Druck. Ein Unentschieden gegen Leverkusen, das war nichts, was man dem anspruchsvollen Publikum anbieten konnte. Bayer-Torwart Bernd Leno bekam in seinem ersten Champions-League-Spiel reichlich Gelegenheit sich auszuzeichnen. Dennoch zeigte Bayer, dass es eine Mannschaft besitzt, die durchaus auf diesem Niveau bestehen kann. Im Spiel nach vorn sorgte vor allem Schürrle für reichlich Betrieb und hatte kurz nach Ballacks Großchance noch eine gute Gelegenheit. Doch weil es auch seinem Schuss an der nötigen Präzision fehlte, endete Bayers beste Phase ohne Erfolg. Kurz darauf schlug Chelsea zu.

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