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0:0 in Donezk : Leverkusener Leno-Show

  • Aktualisiert am

Ich nehm’ ihn, ich hab’ ihn sicher: Torwart Leno Bild: REUTERS

Dieser Punkt kann im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale Gold wert sein. Leverkusen kommt nach dem 4:0-Heimsieg über Donezk in der Ukraine dank Torwart Leno zu einem torlosen Remis.

          2 Min.

          Mit einem Gala-Auftritt hat Bayer-Keeper Bernd Leno Leverkusens Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale der Champions League festgehalten. Der 21-Jährige avancierte am Dienstagabend beim 0:0 beim ukrainischen Meister Schachtjor Donezk zum besten Mann auf dem Platz.

          13 Tage nach dem überzeugenden 4:0 im Hinspiel gegen den ukrainischen Meister blieb der Tabellendritte der Fußball-Bundesliga bei der schmeichelhaften Nullnummer vor 50.115 Zuschauern in der modernen Donbass Arena zumindest vor dem Wechsel so ziemlich alles schuldig.

          Nur dank Leno bleibt das Team von Trainer Sami Hyppiä mit jetzt sieben Punkten Zweiter in der Gruppe A und kann weiter aus eigener Kraft die K.o.-Runde erreichen. Im nächsten Gruppenspiel kommt es am 22. November zum Duell gegen Tabellenführer Manchester United.

          Nach der peinlichen 0:1-Pleite in der Bundesliga gegen Aufsteiger Braunschweig hatte die sportliche Leitung eine deutliche Leistungssteigerung gefordert. „Die Mannschaft weiß, dass sie etwas gut zu machen hat“, sagte Sportdirektor Rudi Völler.

          Augen zu - und durch? Son muss sich gegen harte Ukrainer wehren
          Augen zu - und durch? Son muss sich gegen harte Ukrainer wehren : Bild: AFP

          Anders als in Braunschweig vertraute Hyppiä diesmal seinem Stammpersonal und ließ gleich mit drei Angreifern beginnen - Stefan Kießling, Sidney Sam und Heung-Min Son. Aggressiver, kreativer und auch gefährlicher aber waren zunächst die Gastgeber, die von der ersten Sekunde an wesentlich mehr investierten als beim ersten Duell vor knapp zwei Wochen.

          Vor allem auf der linken Abwehrseite der Leverkusener war Sebastian Boenisch bei den Vorstößen von Schachtjor-Kapitän Darijo Srna immer wieder überfordert. Über diese Seite entwickelten sich auch die ersten beiden gefährlichen Situationen, als der Argentinier Facundo Ferreyra zweimal knapp am überragenden Leno scheiterte.

          Gesprächsbedarf an der Seitenlinie: Trainer Hyypiä (links) und Bender
          Gesprächsbedarf an der Seitenlinie: Trainer Hyypiä (links) und Bender : Bild: dpa

          Die Werkself wirkte unkonzentriert. Hinten stimmte die Zuordnung nicht, im Spiel nach vorn fehlte die Präzision. Entlastung oder gefährliche Offensivaktionen? Fehlanzeige. Durch schlampige Abspiele und Dauer-Unruhe setzte sich Bayer selbst unter Druck. Der Tabellenzweite der Ukraine versäumte es lediglich, seine Dominanz durch Tore zu veredeln.

          Eine missglückte Srna-Flanke klatschte in der 31. Minute an den Innenpfosten, 120 Sekunden später wurde der brasilianische Nationalspieler Bernard von Leno gestoppt. Auch beim Schuss von Jaroslaw Rakitski reagierte der 21 Jahre junge Keeper überragend (34.).

          Leverkusens Son bekommt ukrainische Abwehrarbeit zu spüren
          Leverkusens Son bekommt ukrainische Abwehrarbeit zu spüren : Bild: AFP

          Bis zur Halbzeit wars nichts mit der versprochenen Wiedergutmachungs-Tour. Hyppiä stand nahezu die gesamten ersten 45 Minuten in der Coaching-Zone und starrte nach den Funktionsstörungen im Kollektiv ungläubig auf den Rasen. Wo war der Spielfluss, mit dem Bayer an den ersten zehn Bundesliga-Spieltagen so entzückt hatte?

          Auch nach dem Wechsel stand Leno sofort im Blickpunkt und verhinderte bei einem gefährlichen Freistoß-Aufsetzer von Srna erneut den Rückstand (47.). Wenigstens lief der Ball beim Bundesliga-Dritten jetzt etwas besser, Bayer arbeitete sich langsam in die Partie. Die Begegnung wurde ausgeglichener, den Osteuropäern schwanden nach dem hohen Tempo in der ersten Hälfte langsam die Kräfte.

          Die Gäste freuten sich mehr über das Remis als die Hausherren
          Die Gäste freuten sich mehr über das Remis als die Hausherren : Bild: AFP

          Schachtjors Torhüter Andrei Pjatow hatte bei den Möglichkeiten von Sam (58.) und Son (59.) keine große Mühe. Nach einer weiteren vergebenen Gelegenheit durch Sam (72.) hofften die deutlich engagierteren Leverkusener sogar noch auf einen Glückstreffer in der Schlussphase - vergeblich.

          „Bernd hat gut gespielt. Wir haben gut gekämpft heute. Heute ist ein Punkt ok“, analysierte Trainer Hyypiä. Auch Kapitän Simon Rolfes wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte und bescheinigte Leno sogar internationale Klasse: „Er hält ja schon seit Wochen überragend. Heute wieder.“

          Schachtjor Donezk - Bayer Leverkusen 0:0

          Schachtjor Donezk: Pjatow - Srna, Kutscher, Rakizki, Schewtschuk - Fernando, Hübschman - Douglas Costa (78. Taison), Teixeira, Bernard (64. Ilsinho) - Ferreyra (78. Luiz Adriano)
          Bayer Leverkusen: Leno - Donati, Spahic, Toprak, Boenisch - Bender, Rolfes, Castro (69. Can) - Son (77. Hegeler), Kießling, Sam (90.+3 Kruse)
          Schiedsrichter: Collum (Schottland)
          Zuschauer: 50.115
          Gelbe Karten: Ferreyra, Teixeira / Bender, Boenisch, Can

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