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0:0 gegen Twente : Triste Nullnummer in Hannover

  • Aktualisiert am

Kein Durchkommen: Gegen Enschede bleibt auch Hannovers Mittelfeldmotor Huszti (im Foto rechts) blass Bild: dpa

Kaum Impulse, keine Ideen, wenig Leidenschaft - Hannover 96 verwaltet in der Europa League gegen Twente Enschede ein 0:0 bis zum Schluss. Die Mannschaft von Mirko Slomka verteidigt die Tabellenspitze. Doch von den Rängen hallen Pfiffe.

          Mit einer müden Nullnummer haben die Profis von Hannover 96 ihre Fans in der Europa League verärgert. Der bereits vorher für die Zwischenrunde qualifizierte Fußball-Bundesligaklub bot im vorletzten Gruppenspiel gegen Twente Enschede eine enttäuschende Vorstellung, geht aber dennoch als Spitzenreiter (11 Punkte) in zwei Wochen in das Endspiel um Platz eins bei UD Levante (10). Die Spanier gewannen bei Helsingborgs IF.

          Gegen den vom früheren Wolfsburger Bundesliga-Coach Steve McClaren trainierten Tabellenzweiten der niederländischen Liga kam die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka kaum einmal gefährlich vor das Tor und musste sich schon zur Halbzeit laute Pfiffe der Fans anhören. Nach dem Platzverweis gegen Rasmus Bengtsson (84.), der wegen einer Notbremse die Rote Karte sah, konnten die 96-Profis auch die Überzahl in den Schlussminuten nicht mehr zum Siegtreffer nutzen.

          „Das war eine sehr kontrollierte Leistung“, meinte Hannovers Kapitän Steven Cherundolo. „Twente hat uns schwer ins Spiel kommen lassen, aber wir haben wenig Torchancen zugelassen.“ Fast schien es, als hätte die quälende Posse um die Vertragsverlängerung von Trainer Slomka auch die Profis auf dem Rasen gelähmt. Trotz zahlreicher Umstellungen im Vergleich zur 1:2-Pleite gegen Freiburg agierten die Niedersachsen ähnlich schwach wie zuletzt in der Bundesliga. Nach einer halben Stunde waren erste zaghafte Pfiffe zu hören angesichts des zurückhaltenden Auftretens der Gastgeber, zur Pause waren die Unmutsbekundungen unüberhörbar. Slomka hatte wieder auf das bewährte 4-2-2-2-System umgestellt, seine Elf hatte aber dennoch massive Probleme im Spielaufbau.

          Mangelndes Engagement, kein Kampf

          Erst nach 36 Minuten sahen die 35.800 Zuschauer so etwas wie eine kleine Torchance. Jan Schlaudraff schoss aber knapp am Tor vorbei. Ansonsten wirkte die Rotation (Pinto, Sobiech, Cherundulo, Nikci und Pander rein, Abdellaoue, Diouf, Stindl, Rausch und Sakai raus) nicht als belebendes Element – im Gegenteil. Willem Janssen (15./38.) hatte zweimal die Führung für die Gäste auf dem Fuß. Von den fünf Neuen empfahl sich lediglich der aktive und um ein bisschen Aggressivität bemühte Sergio Pinto für die Partie beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München am Samstag.

          Auch nach dem Wechsel änderte sich das Bild nicht wirklich. Von einem engagierten Kampf um den Gruppensieg war wenig zu sehen. Didier Ya Konan hatte mit einem plazierten Kopfball nach einer Flanke von Christian Pander die beste Möglichkeit der gesamten Partie (75.), scheiterte aber am gut reagierenden Torwart-Routinier Boschker. Am Ende verteidigte die Mannschaft von Slomka zwar die Tabellenführung, fußballerisch blieb sie aber weit hinter ihren Möglichkeiten.

          Hannover 96 - Twente Enschede 0:0

          Hannover 96: Zieler - Cherundolo, Haggui, Eggimann, Pander - da Silva Pinto, Schulz - Nikci (71. Schmiedebach), Huszti (78. Rausch) - Schlaudraff (62. Ya Konan), Sobiech
          Twente Enschede: Boschker - Rosales (77. Breukers), Douglas, Bengtsson, Braafheid - Janssen, Brama, Pelupessy (63. Fer) - Tadic, Bulykin (71. Castaignos), Gutiérrez
          Schiedsrichter: Kulbakow (Weißrussland)
          Zuschauer: 35.800
          Gelbe Karten: Eggimann, da Silva Pinto / -
          Rote Karten: - / Bengtsson (84./Notbremse)

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