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Hrubeschs Abschied : Kein Fußball-Fest zum Finale

  • Aktualisiert am

Unentschieden zum Abschied: Horst Hrubesch mochte nicht immer hinsehen. Bild: Reuters

Die Erfolgsserie der deutschen Fußball-Frauen reißt im letzten Spiel unter Bundestrainer Hrubesch. Nach sieben Siegen reicht es gegen Spanien nur zu einem torlosen Remis.

          Horst Hrubesch nahm nach dem letzten Spiel seiner langen und erfolgreichen Trainerkarriere jede seiner "Mädels" mit einem Lächeln in den Arm. Die Mission der Trainer-Ikone bei den deutschen Fußballerinnen endete nach dem Startrekord mit sieben Siegen aus sieben Spielen zwar mit einem Remis - Hrubesch konnte mit dem 0:0 gegen Spanien aber bestens leben. Auch Wehmut wollte bei dem 67 Jahre alten Kultcoach im Erfurter Dauerregen nicht aufkommen. "Es ist unheimlich schnell zusammengewachsen. Das macht einfach Spaß. Ich hoffe, dass die Mädels den Weg weitergehen", sagte Hrubesch im ZDF zu seinem Abschied nach achtmonatiger Amtszeit: "Ich werde mit Freude verfolgen, was da jetzt rauskommt."

          Kapitänin Alexandra Popp ärgerte sich dagegen über das verpatzte Abschiedsgeschenk: "Wir haben uns das anders vorgestellt. Das macht den Abschied schon noch schlimmer. Wir haben ihm wirklich viel zu verdanken." Unter Hrubesch war das verunsicherte Team nach der Entlassung von Steffi Jones wieder aufgeblüht. Vor nur 3169 Zuschauern stoppte der spielstärkste Gegner der Ära Hrubesch den deutschen Höhenflug.

          Spielplan der Frauenfußball-WM 2019 in Frankreich

          Nun übernimmt Martina Voss-Tecklenburg, die mit ihrem bisherigen Team der Schweiz in den Playoffs am Dienstag endgültig an den Niederlanden gescheitert ist,  die Auswahl. Ihr Ziel: Die Olympiasiegerinnen bis zur WM im Sommer in Titelform bringen. Bei der Endrunde in Frankreich will auch Hrubesch vorbeischauen. Nächstes Jahr steht zusammen mit Ehefrau Angelika eine Traumreise ab Neuseeland an. "Nur auf der faulen Haut werde ich nicht liegen", sagte der Europameister von 1980, der vor Anpfiff schon ein wenig ergriffen drein schaute, als die deutsche Nationalhymne durchs Steigerwaldstadion tönte. Drei Tage nach dem 5:2 gegen Italien fand die DFB-Elf gegen die technisch und taktisch versierten Spanierinnen zunächst wenig Zugriff.

          Vom Tempo-Fußball Marke Hrubesch war lange nichts zu sehen, die erste klare Chance bot sich dem zweimaligen Weltmeister nach einer Ecke - doch Petermann brachte den Ball aus kürzester Distanz nicht aufs Tor (30.). Merle Frohms, die die verletzte Almuth Schult im Tor ersetzte, musste dagegen zweimal in höchster Not gegen Amanda Sampedro (11./19.) klären. Schiedsrichterin Tess Olofsson (Schweden) verwehrte der Hrubesch-Elf nach klarem Foulspiel von Spaniens Torfrau Dolores Gallardo an Johanna Elsig im Strafraum den fälligen Elfmeter (39.).

          In seiner letzten Pausenansprache schien Hrubesch die richtigen Worte gefunden zu haben. Seine Schützlinge verschärften bei strömendem Regen das Tempo und rissen Lücken in die spanische Abwehr. Per Popps Hacke und Weiterleitung von Maier landete der Ball bei Lina Magull, doch deren Schuss wurde geblockt (54.). Auch Popp (77.) verzog aus aussichtsreicher Position. In der Schlussminute traf Carolin Simon noch die Latte.

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