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0:0 gegen Neuseeland : Paraguay hat sein Ziel erreicht

  • Aktualisiert am

Auch ein 0:0 kann Freude bereiten: Paraguay ist Gruppensieger Bild: dpa

Die südamerikanische Erfolgsserie in Südafrika geht weiter: als viertes Team qualifizierte sich Paraguay ungeschlagen fürs WM-Achtelfinale und trifft dort auf Japan. Neuseeland scheidet nach drei Unentschieden traurig und stolz zugleich aus.

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          Minutenlang verharrten die Spieler enttäuscht und stolz zugleich auf dem Rasen, Trainer Ricki Herbert standen fast die Tränen in den Augen. Mit dem 0:0 im dritten WM-Vorrundenspiel gegen Paraguay hat sich Neuseeland endgültig seinen Platz auf der Weltkarte des Fußballs erobert. „Das ist ein emotionaler Moment für uns. Ich bin enttäuscht, aber niemand ist auch stolzer als ich auf das, was das Team erreicht hat“, sagte Herbert nach der dritten Punkteteilung der „Kiwis“ beinahe ergriffen. „Ungeschlagen nach Hause zu fahren, davon hatte ich vor dem Turnier nicht einmal geträumt.“

          Mit einem Sieg hätten die Kicker der Rugby-Nation die Gruppe F sogar als Erster vor Paraguay, der Slowakei und dem kläglich gescheiterten Titelverteidiger Italien abgeschlossen (siehe: 2:3 gegen die Slowakei: Weltmeister Italien hat fertig). So aber steht die Heimreise bevor. „Ich fliege morgen nach Hongkong für fünf Tage Urlaub - leider“, meinte Herbert und konnte dabei auch wieder lächeln.

          Auf das spielerisch enttäuschende Team des argentinischen Trainers Gerardo Martino wartet im Achtelfinale ein hartes Stück Arbeit. Zwar gingen die „Guaranies“ als Gruppensieger dem gefürchteten Duell gegen Mitfavorit Niederlande aus dem Weg. Doch schon am Dienstag in Pretoria gegen Japan müssen sich die Südamerikaner, die als vierte Mannschaft ihres Kontinents nach Argentinien, Brasilien und Uruguay weiterkamen, erheblich steigern. Sonst droht beim vierten Auftritt in der K.o.-Runde nach 1986, 1998 und 2002 ein baldiges Turnier-Aus. Für Roque Santa Cruz ist aber nun sogar Paraguays erstmaliger Vorstoß ins WM-Viertelfinale keine Träumerei mehr. „Wir sind nun an einem historischen Zeitpunkt angelangt. Es liegt an uns zu zeigen, wo wir hinwollen. Wir haben das Potenzial weiterzukommen“, sagte der frühere Stürmer des FC Bayern München, der beim letzten Turnierspiel in Polokwane ebenso wie seine Teamkollegen keine Glanzlichter setzen konnte.

          Freundliches Zusammentreffen: Roque Santa Cruz (r.) und Chris Killen

          Der Unterhaltungswert der Partie hielt sich in engen Grenzen

          34.850 Zuschauer im Peter Mokaba-Stadion sahen wohl das bisher schlechteste Spiel der WM. „Am Ende war für uns nur wichtig, dass wir uns qualifiziert haben“, beschwichtigte Martino, gab aber auch zu: „Das war kein gutes, das war ein schlechtes Spiel. Wir hatten viele Probleme, die Abwehr unter Druck zu setzen.“ Der Coach hatte im Gruppen-Finale überraschend auf den Dortmunder Lucas Barrios verzichtet und gegen die robusten Neuseeländer den 1,92 Meter großen Oscar Cardozo als Spitze aufgeboten. Doch auch mit dem „Schrank“ von Benfica Lissabon reichte es für die Südamerikaner nicht zur Lufthoheit im Strafraum, den die ganz in Schwarz gekleideten „All Whites“ bei Ballverlusten fast geschlossen verbarrikadierten.

          In den Farben, die sonst der Rugby-Mannschaft vorbehalten sind, war Torsicherung oberstes Gebot. Meist mit fünf Spielern auf einer Linie riegelten die Abwehrhünen um Kapitän Ryan Nelsen von den Blackburn Rovers ihren Kasten ab. Bei den gelegentlichen Vorstößen versuchte Neuseeland zwar schnell und schnörkellos zu spielen, doch eine echte Bedrohung für das Tor von Justo Villar stellten die Angriffsversuche nicht dar.

          Die Aktionen wurden auch nicht zwingender, als Barrios in der 66. Minute ins Spiel kam. Der Unterhaltungswert der Partie hielt sich aber auch deshalb in engen Grenzen, weil Santa Cruz, beim 2:0 gegen die Slowaken überragender Mann seines Teams, diesmal keine Ideen hatte. Der 28-Jährige hatte sogar Glück, dass der japanische Schiedsrichter Yuichi Nishimura einen bösen Tritt kurz vor der Pause nur mit der Gelben Karte ahndete. Dafür erhielt Victor Caceres in der ersten Spielhälfte die zweite Verwarnung im Turnier und muss im Achtelfinale zuschauen.

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