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0:0 gegen den Irak : Südafrikaner stehen sich selbst im Weg

  • Aktualisiert am

Slapstick: Parker (im Tor) hatte einen Kopfball von Dikgacoi (dahinter) abgewehrt. Iraks Shaker klärt Bild: AP

Südafrikas Fans haben mit einem farbenprächtigen Fußballfest Vorfreude auf 2010 geweckt, nur ihr Team ist noch nicht WM-reif. Zum Auftakt des Confederations Cups kam der Gastgeber nicht über ein 0:0 gegen den Irak hinaus.

          Südafrikas Fans haben mit einem farbenprächtigen Fußballfest Vorfreude auf die Weltmeisterschaft 2010 geweckt, nur ihr Team ist noch nicht WM-reif. 362 Tage vor der ersten WM auf dem Schwarzen Kontinent kamen die Gastgeber zum Auftakt des Confed Cups nicht über ein 0:0 gegen den Irak hinaus. Bei ihrer besten Chance standen sich die Südafrikaner dabei selbst im Weg, als Bernard Parker sechs Minuten vor Schluss einen Kopfball von Kashigo Dikgacoi unfreiwillig auf der Torlinie abwehrte.

          Davon unbeeindruckt sorgten 48.837 Zuschauer im Ellis Park von Johannesburg für eine unvergleichliche Atmosphäre. Mit den Vuvuzelas, ihren langen Plastiktröten, erzeugten die Fans ohrenbetäubenden Lärm, die lautstarke Unterstützung half „Bafana, Bafana“ allerdings nicht. Der Afrikameister von 1996, der acht Tage zuvor noch Polen 1:0 geschlagen hatte, enttäuschte über weite Strecken. „Wir haben Chancen herausgespielt, sie aber nicht genutzt. Das Glück war nicht auf unserer Seite“, sagte Südafrikas Publikumsliebling Teko Modise: „Aber wir lassen den Kopf nicht hängen.“ Weltenbummler Bora Milutinovic, Trainer von Asienmeister Irak, sagte. „Das ist ein positives Ergebnis für uns. Wir haben jetzt die Chance, uns für die nächste Runde zu qualifizieren.“

          „Ke Nako - Es ist Zeit“

          700 Kinder hatten in einer farbenfrohen Eröffnungsfeier die Fußball-Welt willkommen geheißen. Sie formten die südafrikanische Flagge und das Motto „Ke Nako - Es ist Zeit“, mit dem Südafrika auf die erste WM auf seinem Kontinent einstimmen will. Als Fifa-Präsident Joseph S. Blatter den „Brüdern und Schwestern in Afrika Danke“ sagte und versicherte, „der Fußball vertraut euch“, wurde er immer wieder vom Jubel der Fans unterbrochen. „Dies ist ein großer Tag für Afrika und für Südafrika“, erklärte Staatspräsident Jacob Zuma, als er den achten Confed Cup offiziell eröffnete.

          Anhängerinnen der Bafana, Bafana: Trubel auf der Tribüne

          Den vollmundigen Ankündigungen ihres Staatsoberhauptes, das den Turniersieg gefordert hatte, ließen die Gastgeber wenige Taten folgen. Viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau und Fehlpässe in die Spitze prägten die Partie, nur selten kamen die Südafrikaner gefährlich vor das Tor. Den Schuss von MacBeth Sibaya lenkte Iraks Torhüter Mohammed Kassid mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten (14.). Auch Bernard Parker scheiterte aus spitzen Winkel an dem 22-Jährigen (49.). Thembinkosi Fanteni verfehlte mit einem Kopfball knapp das Ziel (73.), der unmittelbar zuvor eingewechselte Katlego Mashego scheiterte an Kassid (79.).

          Vuvuzelas und Trommeln bestimmten den Sound

          Sonst boten beide Teams den Zuschauern wenig, die sich die Partystimmung aber nicht verderben ließen. La Ola schwappte durch den Ellis Park, in dem die Südafrikaner 1995 die Rugby-WM gewonnen hatten. Mit Vuvuzelas und Trommeln gaben die Fans, die schon im Vorfeld des Spiels rund um das Stadion friedlich-fröhlich gefeiert hatten, einen Vorgeschmack auf den WM-Sound 2010. Der ehemalige Dortmunder Steven Pienaar saß angeschlagen 85 Minuten nur auf Bank, so lastete im südafrikanischen Mittelfeld die ganze Verantwortung auf Publikumsliebling Teko Modise. Der 26 Jahre alte Lokalmatador deutete zwar seine Fähigkeiten an, seine Kollegen gingen aber nur selten auf seine Ideen ein.

          Die Iraker, mit durchschnittlich 24 Jahren und acht Monaten das jüngste Team bei der Mini-WM, machten den Gastgebern mit taktischer Disziplin das Leben schwer, brachten in der Offensive allerdings nur wenig zu Wege. Spielmacher Nashat Akram, der als erster Iraki nach Europa wechselt (zu Twente Enschede), blieb blass.

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