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WM-Vorschau Ghana : Großes Drama in Südafrika

Handball in Südafrika: Luis Suarez verhindert ein Tor für Ghana im Viertelfinale Bild: AP

Deutschlands zweiter Gegner leidet noch unter dem dramatischen WM-Aus 2010. In Brasilien erlebt ein historisches Bruderduell seine Neuauflage. Und Pelé schaut genau hin. Alles zu Ghana in der WM-Vorschau.

          FAZ.NET zählt den Countdown zur Fußball-WM in Brasilien. An jedem Tag bis zum Eröffnungsspiel stellen wir einen Teilnehmer vor, damit Sie gut vorbereitet ins Turnier gehen. Heute: Ghana.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Alle Termine im Überblick:
          Der Spielplan der Fußball-WM 2014 in Brasilien

          1 – Gyan gibt den Takt vor

          In der afrikanischen Qualifikation waren mit je sechs Treffern gleich drei Spieler die besten Torschützen, aber nur Asamoah Gyan fährt zur WM. Mohamed Aboutreika und Mohamed Salah aus Ägypten scheiterten in den Playoffs – an Ghana und Gyan. Der Stürmer, der über Udine, Modena, Rennes und Sunderland inzwischen beim Al Ain Club in den Vereinigten Arabischen Emiraten gelandet ist, gibt übrigens nicht nur auf dem Platz den Takt vor. Unter dem Künstlernamen „Baby Jet“ stand er mit dem Lied „African Girls“ 2010 sogar auf Platz eins der Musikcharts in Ghana.



          2 – Ghanas großes Drama in Südafrika

          Der musikalische Erfolg vermag über die sportliche Enttäuschung hinweggeholfen haben. Die WM in Südafrika begann für Asamoah Gyan erfolgreich. Durch zwei Elfmetertore gegen Serbien (1:0) und Australien (1:1) verhalf er seinem Team ins Achtelfinale – zum ersten Mal in der WM-Geschichte zog  eine Mannschaft nur durch Strafstoßtreffer in die K.o.-Runde ein. Dort traf Gyan zum 2:1-Sieg über die Amerikaner. Dann aber folgte das Drama: Er verschoss im Viertelfinale gegen Uruguay einen Elfmeter. Ghana schied aus und verpasste es, als erstes afrikanisches Team in ein WM-Halbfinale einzuziehen.

          3 – Suarez mit der Hand, Gyan mit Nerven

          Der Elfmeter, den Asamoah Gyan vergab, war der Schlusspunkt einer Szene, die ihren Platz in den WM-Geschichtsbüchern hat. 120 Minuten waren im Viertelfinale zwischen Ghana und Uruguay gespielt, als Luis Suarez einen Schuss mit der Hand auf der Torlinie abwehrte. Der Südamerikaner sah Rot, doch Gyan drosch den Elfmeter, der das 2:1 und den Einzug ins Halbfinale bedeutet hätte, an die Latte. Es ging ins Elfmeterschießen, in dem Gyan abermals antrat – und traf. Doch zwei Kollegen versagten die Nerven, Uruguay kam weiter und Ghana weinte.

          Den Elfmeter aber verschießt Asamoah Gyan (links) in letzter Minute

          4 – 17 Jahre, 253 Tage und ein Tor

          Inzwischen ist Asamoah Gyan 28 Jahre alt und nimmt in Brasilien an seiner dritten WM-Endrunde teil. Durch seine beiden Tore in der Qualifikation gegen den Sudan beim 3:1-Sieg im Juni 2013 löste er Abedi Pele als Rekordtorschützen ab. Schon sein erstes Tor für die „Black Stars“ war eine Bestmarke, die bis heute Bestand hat. Mit 17 Jahren und 253 Tagen war kein Ghanaer jünger als Gyan bei seinem Premierentreffer. Bei zum Rekordspieler ist es aber noch ein weiter Weg. Mit 72 Partien rangiert Gyan auf Platz vier. Vorne liegt Richard Kingson mit 92 Einsätzen.

          5 – Kingston, Kingson oder Gürsoy?

          Eigentlich heißt die Rekordhalter Richard Paul Franck Kingston. Seinen „neuen“ Namen – ohne das „t“ im Nachnamen – hat er dem Weltverband zu verdanken. Bei der WM 2006 gab die Fifa „Kingson“ als offiziellen Namen an. Dem Torwart gefiel die falsche Schreibweise, fortan fehlte auf seinen Trikots „t“. Sein Bruder Laryea war ebenfalls Nationalspieler und lief korrekt als „Kingston“ auf. Inzwischen steht Richard in der zweiten türkischen Liga bei Balikesirspor unter Vertrag – und ist dort dank seines türkischen Passes unter dem Namen Faruk Gürsoy bekannt.

          Er gibt den Takt vor: Trainer James Kwesi Appiah

          6 – Erfolgreich nur gegen die DDR

          Wenn sich Ghana und Deutschland am 21. Juni in Fortaleza in der WM-Vorrunde treffen, ist es erst die dritte Partie zwischen beiden Nationen. Die Premiere gewann die DFB-Elf 1993 locker mit 6:1 bei einem Testspiel in Bochum, im vorerst letzten Duell hatten die Deutschen bei der WM 2010 deutlich mehr Mühe. Erst ein Tor von Mesut Özil in der zweiten Halbzeit sicherte den 1:0-Sieg und den Einzug ins Achtelfinale, das auch Ghana trotz der Niederlage erreichte. Erfolgreicher war Ghana gegen einen anderen deutschen Gegner: Die DDR wurde 1964 in Accra mit 3:0 besiegt.

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