https://www.faz.net/-gaq-7q3pb

WM-Vorschau Ghana : Großes Drama in Südafrika

7 – Historisches Bruderduell, die Zweite

Die Partie 2010 in Johannesburg hatte eine historische Dimension. Erstmals in einem WM-Spiel standen sich zwei Brüder gegenüber. Auf deutscher Seite verteidigte Jerome Boateng, bei Ghana stand sein Halbbruder Kevin-Prince in der Startelf. Er hatte vor dem Turnier DFB-Kapitän Michael Ballack im englischen Pokalfinale schwer verletzt und musste sich massive Vorwürfe gefallen lassen. 2011 erklärt Kevin-Prince Boateng seinen Rücktritt aus Ghanas Nationalelf, 2013, inzwischen bei Schalke unter Vertrag, kehrte er zurück – und trifft in Brasilien wieder auf Halbbruder Jerome.

Bruderduell in Südafrika: Jerome Boateng von der DFB-Elf (links) gehen Ghanas Kevin-Prince Boateng

8 – Appiah macht es den Serben nach

Seit April 2012 ist James Kwesi Appiah Nationaltrainer der „Black Stars“. Zuletzt wurde sein Vertrag bis 2016 verlängert. Der Linksverteidiger war von 1987 bis 1992 selbst Nationalspieler und trainierte zuletzt die U 23 Ghanas. Beim Afrika-Cup 2013 unterlag er mit seiner Mannschaft zwar Nigeria und verlor überraschend das Spiel um Platz drei gegen Mali, dann qualifizierte er sich aber über die Entscheidungspartien gegen Ägypten (6:1/1:2) für das Turnier in Brasilien. Er ist damit der erste heimische Coach, der Ghana zu einer WM führt. Kurios: Seine Vorgänger Ratomir Dujkovic (2006) und Milovan Rajevac (2010) kamen jeweils aus Serbien.

9 – Parreira: 1967 Ghana, 2014 Brasilien

Doch nicht nur Serben haben Tradition auf der Trainerbank. Auch sechs Deutsche trugen schon die Verantwortung für die „Black Stars“. Die Zeiten von Burkhard Ziese (2003) und seines Nachfolgers Ralf Zumdick (2003-2004) liegen noch nicht so weit zurück. Ziese war auch von 1990 bis 1992 schon Ghanas Trainer. Sein Nachfolger wurde Otto Pfister (1992), 1986 und 1987 leistete Rudi Gutendorf Aufbauarbeit. Noch weiter zurück liegen die Amtszeiten von Karl-Heinz Weigang (1974/1975) und Karl-Heinz Marotzke (1968-1970). Dessen Vorgänger(!) ist übrigens auch bei der WM 2014 dabei. Sein Name: Carlos Alberto Parreira. Sein Auftrag: Brasilien als technischer Direktor zum Titel führen.

Kevin-Prince Boateng spielt inzwischen für Schalke - und trifft mit Ghana wieder auf Deutschland

10 – Nie kam das Aus in der Vorrunde

So weit wird es Ghana wohl nicht schaffen. Dennoch sind die Afrikaner trotz der Konkurrenz in der Vorrunde mit den Vereinigten Staaten (17. Juni, 0.00 Uhr MESZ in Natal), Deutschland (21. Juni, 21.00 Uhr MESZ in Fortaleza) und Portugal (26. Juni, 18.00 Uhr MESZ in Brasilia) ein Anwärter auf die K.o.-Runde. Bei ihren bisherigen beiden Teilnahmen an einer Endrunde war für die „Black Stars“ noch nie nach der Vorrunde Endstation. 2006 unterlag Ghana im Achtelfinale Brasilien (0:3), 2010 war nach Elfmeterschießen gegen Uruguay im Viertelfinale Schluss.

11 – Die Söhne des großen Pelé

Ob es 2014  weitergeht, wird auch von einem Spieler abhängen, dessen Wurzeln für Aufmerksamkeit in Brasilien sorgen. Denn Andre Ayews Vater heißt Pelé. Es ist aber nicht die brasilianische Legende, von der er sein Talent geerbt hat. Doch auch Vater Abédi Pelé, der bürgerlich Abedi Ayew heißt, war ein Großer, wurde dreimal Afrikas Fußballer des Jahre, spielte 73 Mal für Ghana und schoss 33 Tore. Von 1996 bis 1998 war er bei 1860 München aktiv. Nun beobachtet er seine Söhne Andre, Jordan und Rahim, die allesamt schon für die Nationalmannschaft aufliefen.

Am Samstag in der WM11-Vorschau: Vereinigte Staaten

Alle Infos zu Ghana auf einen Blick

Spielplan bei der WM 2014:

Dienstag, 17. Juni, 0.00 Uhr: Ghana – Vereinigte Staaten (in Natal)
Samstag, 21. Juni, 21.00 Uhr: Deutschland – Ghana (in Fortaleza)
Donnerstag, 26. Juni, 18.00 Uhr: Portugal – Ghana (in Brasilia)

Trainer: James Kwesi Appiah

Plazierung in der Weltrangliste: 35.

Bisheriges Abschneiden bei Weltmeisterschaften:

2006: Achtelfinale
2010: Viertelfinale

Weitere Themen

Die klare Botschaft des Manuel Neuer

Bayern München : Die klare Botschaft des Manuel Neuer

Dortmund hat kräftig aufgerüstet. Die Bayern indes kommen auf dem Transfermarkt nicht so richtig voran. Torwart Manuel Neuer sieht das gelassen – und verrät, welches besondere Ziel die Münchner antreibt.

Wie gewonnen, so zerronnen

Ndolo besiegt Weltmeisterin : Wie gewonnen, so zerronnen

Die deutsche Degenfechterin Alexandra Ndolo sorgt bei der Fecht-WM für eine große Überraschung. Ihr Medaillentraum platzt trotzdem. Säbelfechter Max Hartung bleibt länger auf der Planche.

Topmeldungen

Müssen sich auf Reformen einigen: Luigi Di Maio und Matteo Salvini im Februar in Rom

Italiens Regierung : Salvini droht mit vorgezogenen Wahlen – mal wieder

Italiens Innenminister steht wegen der Affäre um mögliche Parteispenden aus Russland unter Druck – und bedrängt nun seinen Koalitionspartner. Es sei noch genügend Zeit, das Parlament aufzulösen und nach der Sommerpause neu zu wählen.

Bayern München : Die klare Botschaft des Manuel Neuer

Dortmund hat kräftig aufgerüstet. Die Bayern indes kommen auf dem Transfermarkt nicht so richtig voran. Torwart Manuel Neuer sieht das gelassen – und verrät, welches besondere Ziel die Münchner antreibt.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.