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WM-Vorschau Frankreich : Ärger mit der Spielerfreundin

Samir Nasris Freundin Anara Atanes hat nicht die beste Meinung vom Nationaltrainer Bild: picture alliance / Back Page Ima

Die WM 2010 in Südafrika endete für Frankreich im „Fiasko von Knysna“. Auch vor dem Turnier in Brasilien gibt es wieder Aufregung abseits des Rasens. Alles zu Frankreich in der WM-Vorschau.

          FAZ.NET zählt den Countdown zur Fußball-WM in Brasilien. An jedem Tag bis zum Eröffnungsspiel stellen wir einen Teilnehmer vor, damit Sie gut vorbereitet ins Turnier gehen. Heute: Frankreich.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Alle Termine im Überblick:
          Der Spielplan der Fußball-WM 2014 in Brasilien

          1 – Ehrung mit Verspätung

          Die erste Auszeichnung bekommt ein Franzose schon vor dem Eröffnungsspiel. Der Weltverband Fifa will Just Fontaine in Brasilien den „Goldenen Schuh“ überreichen. Bei der WM 1958 traf der Stürmer 13 Mal – bis heute Rekord für eine Endrunde. Doch die obligatorische Auszeichnung wurde erst später eingeführt. Was dem heute 80 Jahre alten Franzosen in Schweden verwehrt blieb, holt die Fifa 56 Jahre später in Südamerika nach. Die Deutschen erinnern sich ungern an Fontaine. Im Spiel um Platz drei, das Frankreich mit 6:3 gewann, erzielte er drei Tore.

          2 – Nichts Intimes aus der Gruppe

          Für soziale Netzwerke im Internet wie Twitter ist Fontaine wohl zu alt – im Gegensatz zu den Spielern des WM-Kaders 2014. Trainer Didier Deschamps erlaubt ihnen, auch während des Turniers Tweitter, Facebook oder Instagram zu nutzen. Der Coach habe aber Wert darauf gelegt, dass „kein Unsinn“ gepostet werde, verriet Stürmer Rémy Cabella. Deschamps habe seine Schützlinge davor gewarnt, „Sachen zu schreiben, die falsch interpretiert werden können“. Zudem habe der Trainer geraten, „Intimes aus dem Leben der Gruppe“ nicht zu veröffentlichen.

          3 – Anzeige fürs Dessous-Model

          Wie man das Internet lieber nicht benutzt, hat Deschamps vor kurzem erfahren. Als er Samir Nasri vom englischen Meister Manchester City nicht in den vorläufigen WM-Kader berief, kommentierte das dessen Freundin bei Twitter eindeutig: „Fuck France and fuck Deschamps! What a shit manager!“ Anara Atanes, von Beruf Dessous-Model, entschuldigte sich zwar  – allerdings nicht bei Deschamps. Der Trainer ließ sich das nicht bieten und verklagte die junge Dame wegen Beleidigung. Die Chancen auf eine baldige Wiedernominierung Nasris sind wohl kaum gestiegen.

          Droht auch in Brasilien wieder ein Fiasko wie in Südafrika 2010?

          4 – Das „Fiasko von Knysna“

          Hausgemachten Ärger sind die Franzosen gewohnt. Schon nach dem EM-Aus 2012 gegen Spanien geriet Nasri mit einem Journalisten aneinander und beleidigte ihn. Zwei Jahre zuvor benahm sich nicht nur ein einzelner Spieler daneben. Die WM in Südafrika beendete Frankreich nach der Vorrunde, aber das sportliche Debakel war nicht das Schlimmste. Das „Fiasko von Knysna“, das in einem Trainingsstreik gegen Trainer Raymond Domenech gipfelte, hat sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag erhalten. Immerhin ist der Ort des Trainingsquartiers der Franzosen seitdem fußballweltberühmt.

          5 – Ribéry versöhnt die Fans

          Nicht unbeteiligt an den damaligen Problemen war Franck Ribéry. Die Fans in Frankreich sind ihm nicht unbedingt wohlgesonnen, auch wenn seine sportliche Klasse unbestritten ist. Im Playoff-Hinspiel in der Ukraine, das Frankreich mit 0:2 verlor, ging der Bayern-Spieler unter – und schwieg nach der Partie. Im Rückspiel in Paris indes war er der überragende Mann, der die „Equipe tricolore“ zum 3:0-Sieg führte. So hatte sich Ribery gerade noch gerettet. In Brasilien kann der verhinderte Weltfußballer bei seiner letzten WM den nächsten Schritt zur Besänftigung der Fans machen.

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