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WM-Vorschau England : Psychologie gegen Elfmeterangst

Englisches Schwungrad: Wayne Rooney ist der beste Stürmer der „Three Lions“ Bild: AP

Englands Angst vor Elfmetern ist groß. Trainer Hodgson hofft nun auf Hilfe vom Psychologen. Immerhin gibt es für die Fans zuhause eine gute Nachricht. Alles zu England in der WM-Vorschau.

          4 Min.

          FAZ.NET zählt den Countdown zur Fußball-WM in Brasilien. An jedem Tag bis zum Eröffnungsspiel stellen wir einen Teilnehmer vor, damit Sie gut vorbereitet ins Turnier gehen. Heute: England.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

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          1 – Hilfe vom Psychologen

          Roy Hodgson will in der Vorbereitung auf die WM nichts dem Zufall überlassen. Weil die Engländer so oft beim Elfmeterschießen versagten, will sich der Trainer Hilfe vom Sportpsychologen holen. „Es geht um Charakter, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, die Schlagzeilen des nächsten Morgen auszublenden. Wenn ein Psychologe einen Weg aufzeigen kann, wären wir sehr, sehr glücklich“, sagte er gegenüber dem TV-Sender „Sky Sports“. Die Not scheint groß: Hodgson sieht derzeit in seiner Mannschaft kaum selbstbewusste Schützen für finale Shootouts.

          2 – Drama beim Elfmeterschießen

          Auch die Statistik beweist, dass das Elfmeterschießen tatsächlich ein Trauma ist. Dreimal musste es bei einer WM entscheiden, dreimal schied England aus: 1990 im Halbfinale gegen Deutschland (Stuart Pearce und Chris Waddle verschossen), 1998 im Achtelfinale gegen Argentinien (Paul Ince und David Batty scheiterten) und 2006 im Viertelfinale gegen Portugal (Frank Lampard, Steven Gerrard und Jamie Carragher waren die Fehlschützen). Bei Europameisterschaften sieht die Bilanz genauso verheerend aus: 1996 gegen Deutschland, 2004 (Portugal) und 2012 (Italien) kam das Aus nach Elfmeterschießen.

          Drin oder nicht drin - das ist bei der WM 2010 wohl nicht mehr die Frage

          3 – WM-Aus ohne Niederlage

          Lange bevor bei der EM 1976 erstmals Elfmeterschießen zur Entscheidung beitrugen, gelang den Engländern ein Kunststück, auf das sie ebenfalls nicht stolz sein konnten. Ohne Niederlage in der Gruppenphase schied man bei der WM 1958 in Schweden aus. Drei Unentschieden gegen die Sowjetunion, Brasilien und Österreich reichten nicht zum Einzug in die nächste Runde. Ebenfalls ohne Niederlage schieden nur vier weitere Teams danach bei einer Endrunde aus: 1974 Schottland, 1982 Kamerun, 1998 Belgien und 2010 Neuseeland.

          4 – Kein 2:2 in Bloemfontein

          Bei der WM 2010 schied England im Achtelfinale aus - aber nicht im Elfmeterschießen. Davon waren die Briten beim 1:4 gegen Deutschland weit entfernt. Doch so klar wie das Ergebnis war die Partie nicht. Und wer weiß, was passiert wäre, wenn die Torlinientechnik von Goalcontrol, die in Brasilien ihre WM-Premiere hat, schon in Südafrika zum Einsatz gekommen wäre? Frank Lampards Schuss in der 39. Minute an die Unterkante der Latte prallte jedenfalls deutlich hinter die Torlinie. Doch Schiedsrichter Jorge Larrionda aus Uruguay und sein Team gaben den Treffer zum 2:2 nicht.



          5 – Ausgleichende Ungerechtigkeit

          Manche sahen in der Fehlentscheidung als ausgleichende Ungerechtigkeit für das Wembley-Tor 1966. Viele Untersuchungen in den Jahren danach machten deutlich, dass der Schuss von Geoff Hurst im WM-Finale die Linie nicht vollständig überschritten hatte. Eine Aufnahme, die während des Spiels entstand und die Perspektive des Linienrichters Tofiq Bachramow zeigt, beweist, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass es ein reguläres Tor war. Schiedsrichter Gottfried Dienst aus der Schweiz entschied anders, England gewann 4:2 und wurde Weltmeister.

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