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WM-Vorschau Ecuador : Höhenluft als Heimvorteil

Fußball als Staatsangelegenheit: Präsident Rafael Correa verabschiedet das Team zur WM Bild: dpa

Ecuador nutzte mit Trainer Rueda, der fließend Deutsch spricht, sein Stadion auf 2850 Metern über dem Meer. In Brasilien fehlt aber der Heimvorteil und tragischerweise auch Stürmer Benitez. Alles zu Ecuador in der WM-Vorschau.

          FAZ.NET zählt den Countdown zur Fußball-WM in Brasilien. An jedem Tag bis zum Eröffnungsspiel stellen wir einen Teilnehmer vor, damit Sie gut vorbereitet ins Turnier gehen. Heute: Ecuador.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

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          1 – Kölner Vergangenheit

          Sollte die deutsche Nationalmannschaft bei der WM auf Ecuador treffen, werden sich Bundestrainer Joachim Löw und Reinaldo Rueda blendend verstehen. Der Coach der Südamerikaner spricht fließend Deutsch, weil er 1990/1991 an der Sporthochschule Köln studierte. Erst 1997 übernahm der Kolumbianer seinen ersten Verein in seiner Heimatstadt Cali. Der Erfolg blieb aus, nach einem Jahr musste Rueda gehen. Es dauerte vier Jahre bis er wieder einen Verein in Kolumbien übernahm. Auch in Medellín war schnell Schluss – Rueda zog es in die Verbandsarbeit.

          2 – Erst Honduras, dann Ecuador

          Die kolumbianische U-20-Nationalelf führte der Trainer überraschend auf den dritten Platz der Junioren-WM 2003. Das machte ihn für das A-Team interessant. Der Verband beförderte Rueda, doch die Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland verpasste man um einen Punkt. Der Coach zog weiter und fand sein Glück in Honduras. Mit dem kleinen Land aus Zentralamerika schaffte er tatsächlich den Sprung zur Endrunde 2010. Nun schaffte Rueda mit Ecuador seine zweite WM-Teilnahme in Folge.

          3 – WM-Direktticket nach Brasilien

          In Brasilien wird es im zweiten Spiel ein Wiedersehen mit den früheren Spielern geben, denn auch Honduras spielt in Gruppe E. Im Gegensatz zu vielen anderen Trainern hat Rueda, der nie selbst Fußball spielte, das Team seit seiner Übernahme 2010 nicht verjüngt. Das Durchschnittsalter stieg um rund zwei Jahre. Der Erfolg gibt ihm recht. In der WM-Qualifikation landete Ecuador dank des besseren Torverhältnisses gegenüber Uruguay auf Platz vier und buchte das Direktticket nach Brasilien. Rueda hat vor allem die Defensive stabilisiert. 16 Gegentore waren der drittbeste Wert.

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          4 – In Ecuador wird die Luft dünn

          Noch wichtiger als die neue Abwehrstärke war allerdings der Heimvorteil, den Ecuador mit sieben Siegen in acht Spielen ausnutzte. Das Torverhältnis von 16:3 spricht eine deutliche Sprache. Alleine Argentinien, das die Südamerika-Ausscheidung als Erster abschloss, nahm beim 1:1 einen Punkt aus der Hauptstadt Quito mit. Das Estadio Olimpico Atahualpa hat einen Standortvorteil, den nicht jede Nation vorweisen kann. Es liegt 2850 Meter über dem Meeresspiegel. Dort kann die Luft selbst für südamerikanische Gegner ganz schön dünn werden.

          5 – Ärger um Spiele in der Höhe

          Vor einem Jahr nahm Argentinien noch einen Punkt aus Quito mit, zuvor sah das oft anders aus. Auch Brasilien verlor regelmäßig in Ecuador. Fast hätten „La Tri“, die Dreifarbigen, wie die Nationalelf genannt wird, eine neue Heimstätte suchen müssen. 2007 verbot der Weltverband Fifa Fußballspiele über 2500 Meter. Ecuador wehrte sich, die Grenze wurde erhöht, das Stadion nochmal vermessen und die Spielerlaubnis erteilt. Dass aber alleine Höhe nicht zu Siegen führt, beweist Bolivien. Deren Spielort La Paz liegt gar auf 3600 Metern. Zu mehr als dem vorletzten Platz in der WM-Qualifikation reichte es aber nicht.

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