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WM-Vorschau: Australien : Elf Minuten Samoa, zehn Jahre Sperre

Ein wenig schräg, aber erfolgreich: Tim Cahill ist Australiens Hoffnung Bild: REUTERS

Australiens Verband entließ Trainer Osieck nach einem 0:6 noch in der Kabine. Bei der WM setzt sein Nachfolger auf die Jugend und einen Routinier, dem die Fifa doch noch aus der Klemme half. Alles zu Australien in der WM-Vorschau.

          FAZ.NET zählt den Countdown zur Fußball-WM in Brasilien. An jedem Tag bis zum Eröffnungsspiel stellen wir einen Teilnehmer vor, damit Sie gut vorbereitet ins Turnier gehen. Heute: Australien.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Alle Termine im Überblick:
          Der Spielplan der Fußball-WM 2014 in Brasilien

          1 – Deutsche Geschichte

          Die WM-Geschichte der Australier ist mit erst drei Teilnahmen nicht lang, aber sehr deutsch geprägt. 1974 waren sie beim Turnier in der Bundesrepublik erstmals bei einer Endrunde und unterlagen der DFB-Elf mit 0:3. Die zweite WM-Teilnahme gelang ihnen 2006, wieder bei einem Turnier in Deutschland. Vier Jahre später schlug die Auswahl von Joachim Löw die Australier im ersten Gruppenspiel mit 4:0. In Brasilien ist die Mannschaft vom fünften Kontinent wieder dabei, kann aber frühestens im Halbfinale auf die deutsche Elf treffen.

          2 – Entlassung noch in der Kabine

          Zwischen Deutschland und Australien gab es erst vier Partien. Neben den zwei WM-Siegen gewann die DFB-Mannschaft auch beim Confederations Cup im eigenen Land 2005 mit 4:3. Das letzte Duell aber ging an die Australier, sie siegten beim Testspiel im März 2011 in Mönchengladbach 2:1. Auf der Trainerbank der Gäste saß der Deutsche Holger Osieck. Er schaffte auch die Qualifikation für die Endrunde in Brasilien. Doch nach einem 0:6 in Testspiel in Frankreich – zuvor verlor man mit dem gleichen Ergebnis gegen Brasilien – entließ der Verband Osieck im Oktober 2013 noch in der Kabine.

          3 – Australien setzt auf den Griechen

          Osieck, 1990 Assistent von Franz Beckenbauer beim letzten deutschen WM-Titel, wurde von Ange Postecoglou abgelöst. Wie der Name schon verrät, hat er griechische Wurzeln. Aktiv war der Abwehrspieler, der in Athen geboren wurde, aber nur in Australien, absolvierte sogar vier Länderspiele. Bis auf einen zehnmonatigen Abstecher in sein Geburtsland trainierte Postecoglou lediglich in „Down Under“. Das Vertrauen in den vierfachen Meistercoach ist groß: Der australische Verband stattete ihn gleich mit einem Fünf-Jahres-Vertrag bis 2018 aus.

          Im Tor könnte Mitch Langerak, der bei Borussia Dortmund zweiter Mann ist, hüten

          4 – Dortmunder mit doppeltem Pech

          Im letzten Spiel von Osieck gab Mitchell Langerak sein Debüt. Der Ersatztorwart von Borussia Dortmund konnte die Pleite in Frankreich nicht verhindern, eine Chance auf WM-Spiele hat er dennoch. Denn Rekordnationalspieler Mark Schwarzer, der zuletzt mit 41 Jahren beim FC Chelsea in der Champions League ins Rampenlicht zurückkehrte, hatte seine Länderspielkarriere 2013 beendet. Nun kämpft der 25 Jahre alte Langerak, der in seiner dritten Partie gegen Ecuador nach zwölf Minuten Rot sah, mit dem ebenfalls unerfahrenen Mathew Ryan (FC Brügge) um den Posten zwischen den Pfosten.

          5 – Rücktritt kurz vor der WM

          Im Tor muss Trainer Postecoglou auf die Jugend setzen, bei den Feldspielern macht er es freiwillig. Brett Holman wurde nicht mehr eingesetzt und erklärte nach nur sechs Wochen vor der WM seinen Rücktritt aus der Nationalelf. Auch der langjährige Kapitän und Abwehrchef Lucas Neill wurde von Postecoglou kurz vor der WM-Nominierung aus dem Kader gestrichen. Harry Kewell dagegen, der mit Liverpool 2005 die Champions League gewann, musste von sich aus absagen. Er beendete im April nach vielen Verletzungen seine Karriere. Postecoglous Auftrag ist klar: Die „Socceroos“ sollen mit Blick auf die WM 2018 verjüngt werden.

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