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Mbappé verzaubert alle : „Ein Privileg, gegen ihn zu spielen“

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Treffsicher: Kylian Mbappé Bild: dpa

Kylian Mbappé drückt dem Weltturnier seinen Stempel auf. Gegen Dänemark trifft der 23-Jährige zweimal. Selbst seine Gegner schwärmen in den höchsten Tönen.

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          Mit einem sehr selbstgewissen Grinsen im Gesicht verließ Kilian Mbappé nach seinem ersten großen Coup dieses WM-Turniers das Stadion 974, der französische Torjäger befindet sich offenkundig auf dem Weg zum nächsten Gipfel seines Fußballerlebens.

          Selbstverständlich war er zum „Spieler des Spiels“ gekürt und mit der entsprechenden Trophäe des Biersponsors ausgezeichnet worden, der bekanntlich kein Bier am Stadion verkaufen darf.

          Den rot schillernden Pokal trug Mbappé nun stolz in den Bus, sprechen mochte er nicht mehr. Aber er hatte seinem Publikum auch ohne Worte genug gegeben in dieser warmen Winternacht am Persischen Golf.

          Genau wie Zinedine Zidane hat Mbappé nach seinen beiden Treffern beim 2:1-Sieg des Titelverteidigers gegen Dänemark nun 31 Tore für die Équipe Tricolore geschossen, im Alter von 23 Jahren. Noch wichtiger dürfte ihm jedoch sein, dass seine Mannschaft richtig ins Rollen kommt.

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          Nach zwei Siegen stehen die Franzosen frühzeitig im Achtelfinale. „Das war eine sehr gute Performance, ich bin sehr stolz“, sagte Trainer Didier Deschamps, der auf die Frage nach der Leistung Mbappés erwiderte: „Er ist ein außergewöhnlicher Spieler, aber er ist auch ein Teil eines außergewöhnlichen Teams.“

          Das Bemühen, den Fokus der Öffentlichkeit ein wenig von Mbappé weg hin zum Kollektiv zu lenken war nicht zu überhören, aber ein recht hoffnungsloses Unterfangen nach diesem Spiel. Denn die Weltmeisterschaft ist auf dem besten Weg, ihren ersten großen Turnierhelden hervorzubringen.

           Neymar hat sich erstmal verletzt, Lionel Messi muss auch nach dem 2:0-Erfolg über Mexiko mit seinen Argentiniern um die Teilnahme am Achtelfinale bangen, Mbappé hingegen spielt in Topform in einer starken Mannschaft. „Er hat es gut gemacht. Er ist in fast jedem Spiel entscheidend“, sagte Olivier Giroud.

          Vorerst steht der Angreifer von Paris St. Germain gemeinsam mit dem Eucadorianer Enner Valencia an der Spitze der Torjägerliste, nachdem ihm bereits beim 4:1 gegen Australien ein Treffer gelungen war, per Kopf.

          An diesem Abend traf er einmal mit rechts (61.) und einmal mit dem Oberschenkel (86.), das Prinzip dahinter scheint erstaunlich einfach zu sein. „Wir kennen seine Qualitäten sehr genau, wir wissen, dass er den Unterschied für uns machen kann. Wenn wir ihn in eine gute Position bringen, wird er den Rest erledigen“, sagte Verteidiger Raphael Varane.

          Sogar gegen diese sehr starken Dänen, die vor der WM in der Nations League zwei Mal nacheinander gegen Frankreich gewonnen hatten, funktionierte das. Mbappé ist so stark, dass den Verlierern wenig anderes übrig blieb, als zu schwärmen: „Es ist jedes Mal ein Privileg, gegen ihn zu spielen“, sagte der Rechtsverteidiger Rasmus Kristensen.

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          Allerdings war der Mannschaft von Trainer Kasper Hjulmand nicht nur zwischenzeitlich das 1:1 gelungen (68., Andreas Christensen), sie hatte auch einige weitere gute Chancen. Dänemark trug viel zum hervorragenden Gesamtniveau des Spiels bei, das am Ende durch die offensive Brillanz des Titelverteidigers entschieden wurde.

          Ousmane Dembélé, der Mbappe in der ersten Hälfte eine wunderbare Chance aufgelegt hatte (40.), spielte eine Stunde lang prachtvoll, bevor er schließlich etwas abbaute. Antoine Griezmann bereitete nicht nur den Siegtreffer vor, auch er funktionierte als Teil eines sehr harmonischen Kollektivs. „Ich bin sehr stolz, aber es ist eine Teamarbeit“, sagte Griezmann, nachdem er genau wie Mbappe einen Zidane-Rekord eingestellt hatte. Wie der legendäre Weltmeister von 1998, hat Griezmann nun in der Nationalmannschaft 26 Tore vorbereitet.

          Es ging es also doch nicht nur um Mbappé, was den Franzosen wichtig ist. Für den Moment scheinen sie nämlich ein ganz gutes Klima in der Mannschaft entwickelt zu haben, mit Mbappé in der Rolle als eher stiller Anführer. „Es gibt verschiedene Formen von Führung“, sagte Deschamps, und Mbappé sei niemand der viel spricht. Dafür vermittle er den Kollegen das Gefühl, „wirklich immer alles für die Mannschaft geben zu wollen.“ Auch hier war wieder der Versuch erkennbar, den Teamgedanken über den Heldenkult zu stellen ohne den Superstar zu bremsen. Bislang scheint dieser Spagat gut zu gelingen.

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