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WM-Kommentar : Warten auf Madiba

Südafrika ist bereit für die WM Bild: ddp

Die Stadien sind fertig, die Stimmung ist gut, die Vuvuzelas dröhnen - Südafrika ist bereit für die WM. Selbst die Nationalelf, die an diesem Freitag gegen Mexiko das Turnier eröffnet, ist in Form. Das alles ist noch lange keine Garantie für eine gelungene WM.

          Dem einen Mandela ist das ganz große Glück anzusehen. Es sind die Bilder aus dem Jahr 2004, als Südafrika in Zürich den Zuschlag für die Weltmeisterschaft in diesem Sommer erhielt. 85 Jahre alt war der ehemalige Staatspräsident damals. Dass zum ersten Mal eine WM auf afrikanischem Boden stattfinden würde, war in hohem Maße das Verdienst seines Werbens. Er fühle sich „wie ein Junge mit 15“, sagte er an jenem Festtag im Mai, und man muss ihn nur freudestrahlend mit dem Goldpokal in der Hand sehen, um das zu begreifen.

          Der andere Mandela sitzt im Kreis der südafrikanischen Nationalspieler, die an diesem Freitag das große Ereignis im Soccer-City-Stadion von Johannesburg mit dem Spiel gegen Mexiko (16.00 Uhr / FAZ.NET-WM-Liveticker) eröffnen werden. Vor ein paar Tagen erst empfing „Madiba“, so Mandelas afrikanischer Stammesname, das Team. Ein feierliches Ereignis eigentlich, doch Mandela, inzwischen 91 Jahre alt, hinterließ dabei einen müden, kaum anwesenden Eindruck.

          Womöglich entscheidet sich erst im allerletzten Moment, ob Nelson Mandelas Gesundheitszustand einen Besuch bei der Eröffnungsfeier tatsächlich zulässt. Die Nachricht aber, dass sein Büro zumindest einen Kurzbesuch angesagt habe, genügte, um das Land in freudige Aufregung zu versetzen. Es wäre die Erfüllung eines Traumes, nicht nur für Mandela selbst. Die Nationalspieler zeigten sich tief beeindruckt von der Ausstrahlung und Persönlichkeit des gealterten Freiheitskämpfers.

          Einige Stadien sind unter den schönsten der Welt

          Zugleich passte die Aussicht auf Mandelas Glanz bei der Eröffnungsfeier in das allgemeine Stimmungshoch kurz vor Turnierbeginn. Skeptiker hatten vermutet, Südafrika habe sich mit der Ausrichtung der WM und allem, was dazugehört, übernommen. Optimisten hatten daran geglaubt, dass alles im letzten Augenblick doch noch gut werde. Nun sind die Stadien – darunter einige der schönsten der Welt – fertig. Und sogar das lange Zeit größte Sorgenkind des Landes, das Nationalteam „Bafana Bafana“, präsentiert sich neuerdings in blendender Form.

          Dazu leuchten allerorten die gelben Trikots und Nationalflaggen, natürlich sind auch die verrücktesten Makarapas zu sehen, die kunstvoll umgestalteten Bauarbeiterhelme. Und dass der dumpfe Sound der Vuvuzelas in diesen Tagen von überall zu kommen scheint – aus den Fenstern vorbeifahrender Autos, aus dem Garten der Nachbarn –, ist ebenfalls ein Zeichen dafür, dass das bevorstehende Fußballereignis ein Fest für alle Sinne werden könnte. Es ist zu sehen, zu hören und zu spüren, wie sich das Land auf diese erste WM auf afrikanischem Boden freut.

          Organisatorischen Details werden nicht so genau genommen

          Das alles ist noch lange keine Garantie für ein gelungenes Turnier. Dass es die Afrikaner, gemessen an europäischen Ansprüchen, mit organisatorischen Details nicht immer so genau nehmen, ist nicht nur ein Klischee. Und der unkontrollierte Zuschaueransturm beim Testspiel Nigerias gegen Nordkorea mit etlichen Verletzten vor einer Woche war eine ungute Erinnerung an frühere Stadionunglücke.

          Dass aber der Funke überspringt, dass das Land voller Stolz ist auf das Erreichte, ist der erste große Sieg für Südafrika, noch bevor das Turnier überhaupt angepfiffen worden ist. Von „Madiba Magic“ ist im Land die Rede, seit das von Mandela unterstützte Rugbyteam 1995 überraschend den Titel bei der Heim-WM gewann. Die Fußballspieler werden es ihnen zwar kaum nachtun – der Wert dieses Beitrags von Mandela für das Land ist deshalb aber kein geringerer.

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