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Videobeweis gegen Kroatien : „Im WM-Finale gibst du so einen Elfmeter nicht“

  • Aktualisiert am

Schiedsrichter Nestor Pitana stand im Mittelpunkt im Endspiel. Bild: Reuters

Zwei Szenen im WM-Endspiel sorgen für Diskussionen. Vor dem 1:0 fällt der Schiedsrichter auf eine Schwalbe herein. Und dann ist da noch der Handelfmeter nach Ansicht der Video-Bilder.

          Kroatien fühlte sich im WM-Finale gegen Frankreich (2:4) ein wenig verschaukelt, doch nach Meinung der Experten entschied Schiedsrichter Nestor Pitana zumindest beim Handelfmeter richtig. Vor dem Führungstor der Franzosen aber unterlief dem unsicheren Argentinier ein Fehler. „Der Handelfmeter war korrekt“, sagte der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer in der „Bild“-Zeitung über Pitanas Entscheidung vor dem 2:1 für Frankreich durch Antoine Griezmann (38. Minute).

          Fussball-WM 2018

          Der Referee hatte das Handspiel von Ivan Perisic erst nach Ansicht der Fernsehbilder mit Strafstoß geahndet. Zunächst hatte er auf Abstoß entschieden. Auf Hinweis von Video-Schiedsrichter Massimiliano Irrati aus Italien schaute sich der 43-Jährige die Situation selbst am Spielfeldrand an. Auffällig dabei: Zunächst verließ Pitana die Überprüfungszone, kehrte zum Monitor zurück – und gab dann den Elfmeter.

          „Man kann den Elfmeter geben. Ohne Videobeweis hätte es ihn nicht gegeben“, sagte ZDF-Experte Urs Meier, ebenfalls ehemaliger Unparteiischer. Der Schweizer fügte spöttisch hinzu, Fifa-Präsident Gianni Infantino habe ja gesagt, dass er mit dem Videobeweis mehr Gerechtigkeit haben wollte, „jetzt haben wir mehr Gerechtigkeit“. Der deutsche WM-Rekordschiedsrichter Markus Merk übte Kritik. Es sei „ein in Unsicherheit entschiedener Elfmeter“ gewesen, sagte der 56-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Für einen Elfmeter solle man keine Gründe suchen müssen. „Wenn du nicht sicher bist, gibst du ihn nicht“, sagte Jürgen Klinsmann bei der BBC.

          Dem 1:0 der Equipe Tricolore durch ein Eigentor von Mario Mandzukic nach einem Freistoß für Frankreich sei dagegen „eine Schwalbe“ von Griezmann vorausgegangen, sagte Meier. „Ich hatte gehofft, dass daraus kein Tor fällt. Leider ist es dann so gekommen.“ Kinhöfer sagte zur fraglichen Szene: „Der Video-Schiedsrichter darf die Situation nicht prüfen. Außerhalb des Strafraums darf er nur bei Roten Karten oder Spielerverwechslungen eingreifen.“ Kroatiens Trainer Zlatko Dalic meinte: „Ich werde nicht über den Schiedsrichter urteilen. Er hat so entschieden, wie er es gesehen hat.“ Zähneknirschend fügte er an: „In einem WM-Finale gibst du so einen Elfmeter aber nicht.“

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